{"id":608,"date":"2009-07-23T16:26:31","date_gmt":"2009-07-23T14:26:31","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=608"},"modified":"2010-02-03T14:46:25","modified_gmt":"2010-02-03T12:46:25","slug":"lichtqualitat-ein-begriff","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=608","title":{"rendered":"Lichtqualit\u00e4t &#8211; Ein Begriff?"},"content":{"rendered":"<h3>Autor<\/h3>\n<h2>Ahmet \u00c7akir<\/h2>\n<h3>Kurzfassung<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Lichtqualit\u00e4t kann in zweierlei Hinsicht betrachtet werden:<br \/>\n<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Im Sinne der umgangssprachlichen Benutzung des Wortes Qualit\u00e4t, um eine \u00fcberlegene Beschaffenheit zu bezeichnen, als ein Ma\u00df f\u00fcr Exzellenz. Die in der Beleuchtungstechnik bekannten G\u00fctemerkmale werden im Allgemeinen im Sinne von Attributen f\u00fcr eine hochwertige Beschaffenheit verstanden bzw. behandelt.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Im Sinne der normierten Nutzung des Begriffs Qualit\u00e4t, um die Eignung des Lichts f\u00fcr seinen Einsatzzweck zu bezeichnen (&#8222;fit for purpose&#8220;) , als ein Ma\u00df f\u00fcr Gebrauchstauglichkeit.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\nSo gesehen stellen sich die lichttechnischen G\u00fctemerkmale als eine Mixtur der beiden Bedeutungen f\u00fcr Qualit\u00e4t dar, die eine Gefahr der Missdeutung in sich birgt. Deswegen m\u00fcssen sie, wie sie auch formuliert sein m\u00f6gen, bed\u00fcrfen einer Kl\u00e4rung ihrer Natur.<br \/>\nDer zweite Qualit\u00e4tsbegriff geht davon aus, dass eine &#8222;objektive&#8220; Qualit\u00e4t im Sinne von festgelegten Eigenschaften \u00fcberhaupt nicht existiert. Sie ergeben sich vielmehr als Antwort auf gestellte bzw. implizierte Anforderungen. Wenn die Beschaffenheit eines Produkts diesen Anforderungen entspricht, hat es ein &#8222;hohe Qualit\u00e4t&#8220;.<br \/>\nIn der Lichttechnik geht man implizit davon aus, dass man die Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten aus der &#8222;Sehaufgabe&#8220; ableiten kann bzw. bereits abgeleitet h\u00e4tte. R\u00e4ume, in denen die Sehaufgabe nicht allzu relevant zu sein scheint, werden als &#8222;stimmungsbetonte&#8220; R\u00e4ume bezeichnet, f\u00fcr deren Beleuchtung sich der Lichttechniker nicht zust\u00e4ndig w\u00e4hnt. Nach welchen Kriterien man die &#8222;Sehaufgabe&#8220; bestimmt und nach welcher Methode man daraus Anforderungen an die Beleuchtung abgeleitet hat, bleibt fast allen Beteiligten verborgen. Auf der Website von IESNA wird deutlich herausgestellt, dass die Festlegung der w\u00fcnschenswerten Eigenschaften der Beleuchtung nach der Sehaufgabe zwar angestrebt worden ist, aber nicht realisiert.<br \/>\nWenn neue Aspekte als Quelle von Anforderungen an die Beleuchtung diskutiert werden, m\u00fcssen die G\u00fctemerkmale grunds\u00e4tzlich infrage gestellt werden. Eine Betrachtungsweise der Beleuchtung, die dem Qualit\u00e4tsgedanken in dem hier besprochenen Sinne entspricht, ist das Konzept der Gebrauchstauglichkeit. Das Konzept der Gebrauchstauglichkeit kann eine transparente Ableitung von Gestaltungszielen f\u00fcr die Beleuchtung aus diversen Aspekten (s. CIE-Katalog) erm\u00f6glichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Als v\u00f6llig neu in der Betrachtung der Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten kann man die getrennte Sicht auf<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">&#8222;sehrelevante&#8220;,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">&#8222;gesundheitsbezogene&#8220; und<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">&#8222;raumbezogene&#8220;<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Aspekte bezeichnen. Hieraus k\u00f6nnen v\u00f6llig neue Anforderungen an die Beschaffenheit des Lichts im Allgemeinen, der Beleuchtung und der Leuchten im Spezifischen entstehen. Ob vorhandene bzw. geplante Beleuchtungsanlagen diesen entsprechen, l\u00e4sst sich nur mit einem mehrdimensionalen Modell beurteilen, das hier angef\u00fchrt wird.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<h3>Beitrag<\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: normal; font-size: 13px; \"><strong><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">1. Qualit\u00e4t hat zwei          Gesichter &#8211; Beide bed\u00fcrfen einer Betrachtung<\/span> <\/strong><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Der Begriff &#8222;Qualit\u00e4t&#8220;            stellt eines der \u00e4ltesten &#8222;Kulturg\u00fcter&#8220; dar. Er            wurde bereits in der Antike gepr\u00e4gt, auch seine Zweideutigkeit.            Seit 2500 Jahren haben sich die wichtigsten Denker der Weltgeschichte            mit diesem Begriff auseinander gesetzt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: normal; font-size: 13px; \"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die wichtigsten Denker seit Aristoteles und Epicur haben dem Begriff            bereits weitgehend seine heutigen Bedeutungen gegeben:<\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><em><strong><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Qualit\u00e4t als Attribut f\u00fcr (hochwertige) Beschaffenheit<\/span><\/strong><\/em><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\nDer Begriff Qualit\u00e4t wird in der Umgangssprache f\u00fcr eine \u00fcberlegene Beschaffenheit von Objekten benutzt, z.B. in der Bezeichnung &#8222;Qualit\u00e4tsprodukt&#8220;. (entspricht: &#8222;prim\u00e4re&#8220; Qualit\u00e4t)<br \/>\nUnter Qualit\u00e4t in diesem Sinne wird z.B. verstanden:<br \/>\n&#8211; Qualit\u00e4t als essentielle Eigenschaft (Nature),<br \/>\n&#8211; Qualit\u00e4t als Ausdruck einer Rangordnung (High Society Rank),<br \/>\n&#8211; Qualit\u00e4t als differenzierendes, charakteristisches Attribut (Timbre),<br \/>\n&#8211; Qualit\u00e4t als Ma\u00df f\u00fcr Exzellenz (Grade of Excellence)<br \/>\n&#8211; Qualit\u00e4t als inh\u00e4rente Eigenschaft (z.B. H\u00e4rte bezogen auf Stahl) .<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><em><strong>Qualit\u00e4t als Ma\u00df f\u00fcr Erf\u00fcllung gestellter Anforderungen<\/strong><\/em><br \/>\nQualit\u00e4t ist die &#8222;Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produkts oder einer T\u00e4tigkeit, die sich auf die Eignung zur Erf\u00fcllung gegebener Erfordernisse beziehen.&#8220; (DIN 55350, Teil 1, \u00e4hnlich auch in ISO 8402 und weiteren Normen der &#8218;European Organisation for Quality Control (EOQC)&#8216; und der &#8218;American Society for Quality Control (ASQC)) (entspricht: &#8222;sekund\u00e4re&#8220; Qualit\u00e4t)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"font-size: 1.17em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>These<br \/>\n<\/strong><\/span><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\nEs gibt nicht eine, sondern<strong> zwei Lichtqualit\u00e4ten<\/strong>,<br \/>\n&#8211; eine als\u00a0<strong><span style=\"color: #ff0000;\">inh\u00e4rente<\/span><\/strong> Eigenschaft und<br \/>\n&#8211; eine als\u00a0<strong><span style=\"color: #ff0000;\">Ma\u00df f\u00fcr Erf\u00fcllung gestellter Anforderungen.<\/span><\/strong><\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\"><br \/>\n<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>2 Qualit\u00e4t als Attribut f\u00fcr (hochwertige) Beschaffenheit<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die in der Beleuchtungstechnik              bekannten G\u00fctemerkmale werden im Allgemeinen im Sinne von Attributen              f\u00fcr eine hochwertige Beschaffenheit verstanden bzw. behandelt.<br \/>\nMan kann diese zwar besser formulieren, erweitern oder reduzieren,              ohne dass ein grunds\u00e4tzlich neues Konzept entsteht. Ob man mit              ihnen auskommt oder ein neues Konzept ben\u00f6tigt, muss diskutiert              werden.<br \/>\nDie G\u00fctemerkmale stellen im Grunde genommen einen Parameterkatalog              dar. Die Auspr\u00e4gung eines jeden Parameters (z.B. Beleuchtungsniveau,              Blendfreiheit), die notwendig ist, um eine &#8222;hohe&#8220; Qualit\u00e4t              zu erhalten, wird wiederum vom Zweck der Anwendung abh\u00e4ngig formuliert.              So wird z.B. f\u00fcr schwierigere Sehaufgaben ein h\u00f6heres Beleuchtungsniveau              empfohlen als f\u00fcr leichtere. Die <em><strong>Ausf\u00fcllung<\/strong><\/em> der G\u00fctemerkmale entspricht daher eher der zweiten Bedeutung              der Qualit\u00e4t, Eignung zur Erf\u00fcllung gegebener Erfordernisse              oder in Englisch &#8222;Fit for purpose&#8220;.<br \/>\nSo gesehen stellen sich die lichttechnischen G\u00fctemerkmale als              eine Mixtur der beiden Bedeutungen f\u00fcr Qualit\u00e4t dar, die              eine Gefahr der Missdeutung in sich birgt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>These<\/strong><br \/>\nDie lichttechnischen G\u00fctemerkmale, wie sie auch formuliert werden              m\u00f6gen, bed\u00fcrfen einer Kl\u00e4rung ihrer Natur.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>3 Qualit\u00e4t als Ma\u00df f\u00fcr Erf\u00fcllung gestellter            Anforderungen<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Dieser Qualit\u00e4tsbegriff              geht davon aus, dass eine &#8222;objektive&#8220; Qualit\u00e4t im Sinne              von festgelegten Eigenschaften \u00fcberhaupt nicht gibt. Sie ergeben              sich vielmehr als Antwort auf gestellte bzw. implizierte Anforderungen.              Eine gestellte Anforderung w\u00e4re z.B. ein Beleuchtungsniveau von              XX Lux, eine implizierte hingegen, dass eine Beleuchtungsanlage unter              &#8222;normalen&#8220; Bedingungen zuverl\u00e4ssig sein muss. Wenn              sich die Einsatzbedingungen kalkulierbar vom &#8222;Normalen&#8220;              unterscheiden, z.B. Beleuchtung von Schwimmb\u00e4dern, Au\u00dfenbeleuchtung,              k\u00f6nnen daraus Anforderungen abgeleitet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">In der Lichttechnik geht man implizit davon aus, dass man die Anforderungen              an die Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten aus der &#8222;Sehaufgabe&#8220;              ableiten kann bzw. bereits abgeleitet h\u00e4tte. R\u00e4ume, in denen              die Sehaufgabe nicht allzu relevant zu sein scheint, werden als &#8222;stimmungsbetonte&#8220;              R\u00e4ume bezeichnet, f\u00fcr deren Beleuchtung sich der Lichttechniker              nicht zust\u00e4ndig w\u00e4hnt. Nach welchen Kriterien man die &#8222;Sehaufgabe&#8220;              bestimmt und nach welcher Methode man daraus Anforderungen an die              Beleuchtung abgeleitet hat, bleibt fast allen Beteiligten verborgen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Verfolgt man den genormten Qualit\u00e4tsbegriff und geht davon aus,              dass verschiedene &#8222;Aspekte&#8220; zu beachten sind (z.B Wahrnehmungsaspekte,              psychologische Aspekte etc.), die in dem CIE-Katalog zusammen gestellt              worden sind, stellen sich die derzeit genutzten G\u00fctemerkmale              als Eigenschaften dar, die das bewusste Sehen von Arbeitsobjekten              in den Vordergrund stellen. Durch ihre mehr oder weniger gelungene              Realisierung kann aber durchaus den anderen Aspekten aus dem CIE-Katalog              &#8211; bewusst oder unbewusst &#8211; Rechnung getragen worden sein. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Es ist zu hinterfragen, aus welchen Gr\u00fcnden festgelegt worden              ist, dass das bewusste Sehen von Arbeitsobjekten ein Gestaltungsziel              f\u00fcr Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten darstellt, d.h. eine              Anforderung, der eine Beleuchtungsanlage gen\u00fcgen muss. Denn es              k\u00f6nnte zutreffen, dass eine nach einem anderen Kriterium geplante              Beleuchtung f\u00fcr das bewusste Sehen hinreicht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Unter welchen Umst\u00e4nden stellt das bewusste Sehen gar das wichtigste              Gestaltungsziel dar?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>These<\/strong><br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Wenn neue Aspekte              als Quelle von Anforderungen an die Beleuchtung diskutiert werden,              m\u00fcssen die G\u00fctemerkmale grunds\u00e4tzlich infrage gestellt              werden. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Eine Betrachtungsweise der Beleuchtung, die dem Qualit\u00e4tsgedanken              in dem hier besprochenen Sinne entspricht, ist das Konzept der Gebrauchstauglichkeit.              Dieses Konzept als ein echtes Qualit\u00e4tskonzept besagt, dass ein              Betrachtungsgegenstand, in unserem Falle die Beleuchtung, zwar bestimmte              Merkmale, aber keine Gebrauchstauglichkeit an sich aufweist. Es kann              aber das Potenzial aufweisen, f\u00fcr eine bestimmte Nutzung gebrauchstauglich              zu sein. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Gebrauchstauglichkeit umfasst die benutzungsrelevanten              Eigenschaften einer Betrachtungseinheit. Weitergehende Eigenschaften              wie z.B. Wartungsfreundlichkeit, Montagefreundlichkeit oder Recyclingf\u00e4higkeit              werden nicht ber\u00fccksichtigt. Sie geh\u00f6ren aber nach unserem              Verst\u00e4ndnis zur Produktqualit\u00e4t im Sinne inh\u00e4renter              Eigenschaften.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Gebrauchstauglichkeit besteht aus drei Kriterien:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> <\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Effektivit\u00e4t<\/li>\n<li>Effizienz und<\/li>\n<li>Zufriedenstellung (von              Bed\u00fcrfnissen)<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\nDie <strong><span style=\"color: #ff0000;\">EFFEKTIVIT\u00c4T <\/span><\/strong>beschreibt              den Erreichungsgrad von Benutzerzielen. Wenn Leuchten beispielsweise              als Zweckbeleuchtung vorgesehen werden sollen, kann die Effektivit\u00e4t              daran gemessen werden, wie gut Arbeitsobjekte beleuchtet werden. Bei              einer Schaufensterbeleuchtung wird man die Effektivit\u00e4t sicherlich              an anderen Ma\u00dfst\u00e4ben messen.<\/span><\/p>\n<p>Die<strong><span style=\"color: #ff0000;\"> EFFIZIENZ<\/span><\/strong> beschreibt den Aufwand              des Nutzers, der zum Erreichen einer bestimmten Effektivit\u00e4t              eingesetzt werden muss. Das Ma\u00df l\u00e4sst sich z.B. aus dem              Zeitaufwand f\u00fcr die Erledigung einer bestimmten Aufgabe, aber              auch aus dem Grad der Erm\u00fcdung des Nutzers einer bestimmten Beleuchtung              bzw. der Augenbeschwerden, die eine bestimmte Sehaufgabe verursacht,              ermitteln.<\/p>\n<p>Die<strong><span style=\"color: #ff0000;\"> ZUFRIEDENSTELLUNG<\/span><\/strong> von Bed\u00fcrfnissen              beschreibt einerseits die Freiheit von Beeintr\u00e4chtigungen (z.B.              Blendfreiheit) und andererseits die Akzeptanz des Betrachtungsgegenstands,              so z.B. die Zufriedenheit mit der Lesbarkeit von Sehobjekten bei Zweckbeleuchtung.<\/p>\n<p>Eine Betrachtung der lichttechnischen Literatur und ihrer Hintergr\u00fcnde              zeigt deutlich, dass sich das neu formulierte Konzept der Gebrauchstauglichkeit              nicht grunds\u00e4tzlich von den gesetzten Zielen unterscheidet. Der              wesentliche Unterschied besteht in der klaren Trennung der anzustrebenden              Ziele.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>These<\/strong><br \/>\nDas Konzept der Gebrauchstauglichkeit kann eine transparente Ableitung              von Gestaltungszielen f\u00fcr die Beleuchtung aus diversen Aspekten              (s. CIE-Katalog) erm\u00f6glichen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">&#8222;Ergonomische&#8220; Anforderungen an die Beleuchtung lassen sich              als Untermenge aller Anforderungen ableiten, weil sie die rein gestalterischen              Aspekte nicht einschlie\u00dfen. Allerdings sollte man hierbei die              raumgestalterischen Aspekte nicht in den Hintergrund schieben, sofern              sie nicht der Arbeitsausf\u00fchrung im Wege stehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> Als v\u00f6llig neu in der Betrachtung der Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten              kann man die getrennte Sicht auf<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> <\/span><\/p>\n<ul>\n<li>&#8222;sehrelevante&#8220;,<\/li>\n<li>&#8222;gesundheitsbezogene&#8220;              und<\/li>\n<li>&#8222;raumbezogene&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Aspekte bezeichnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>4<\/strong><\/span><strong><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> Von Qualit\u00e4t zu Produkteigenschaften<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Der oben dargestellten              Betrachtung der Qualit\u00e4t muss eine Betrachtung der Produkt-&#8222;Qualit\u00e4t&#8220;              der Beleuchtung gegen\u00fcber gestellt werden. Diese ist f\u00fcr              den Beleuchtungsplaner bzw. den Leuchtenhersteller relevant, weil              aus ihr die geforderten Produktmerkmale hervorgehen.<\/span><\/p>\n<p>In der Qualit\u00e4tswissenschaft nennt sich die Umsetzung der nutzungsrelevanten              Anforderungen in Produkteigenschaften &#8222;consumer data sheet&#8220;.              Deren Erstellung obliegt aber nicht den Personen, die f\u00fcr die              technischen Eigenschaften (sprich objektive Qualit\u00e4t) verantwortlich              sind, sondern denen, die markgerechte Produkte konzipieren sollen.<\/p>\n<p><strong>These<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Es ist erforderlich, auch in der Lichttechnik zwischen nutzungsrelevanten              Anforderungen und Produkteigenschaften zu unterscheiden.<\/span><\/p>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>5 Mehrdimensionale Betrachtung von Beleuchtungskonzepten<\/strong><\/span><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Unabh\u00e4ngig vom Ergebnis              der Qualit\u00e4tsdiskussion l\u00e4sst sich vorhersagen, dass sich              die &#8222;Qualit\u00e4t der Beleuchtung&#8220; einer eindimensionalen              Betrachtung entziehen wird. Es ist daher sinnvoll, relevante Betrachtungsdimensionen,              die man durchaus weiterhin G\u00fctemerkmale nennen kann, festzulegen              und diese zu skalieren.<br \/>\nIm Folgenden wird beispielshaft eine solche Betrachtung f\u00fcr die              Beleuchtung eines Raumes mit Bildschirm- Arbeitspl\u00e4tzen dargestellt.<\/p>\n<p><strong>5.1 Das Bewertungssystem<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Als Bewertungssystem werden              insgesamt neun G\u00fctemerkmale herangezogen, die sich aus den relevanten              normativen und gesetzlichen Regelwerken ableiten. Nach diesen Kriterien              werden die Beleuchtungskonzepte mit Hilfe einer vierstufigen Skala              eingestuft, bewertet und in einem Netzdiagramm dargestellt, das einen              schnellen \u00dcberblick \u00fcber die G\u00fctemerkmale insgesamt              erm\u00f6glicht:<\/span><\/p>\n<p><strong> Leuchtdichteverteilung<\/strong>:<br \/>\nAusgewogenheit der Helligkeitsverteilung der Raumbegrenzungsfl\u00e4chen              und Arbeitsmittel<br \/>\n(Stufe 1: unausgewogen, Stufe 4: ausgewogen)<\/p>\n<p><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Lichtrichtung und Schattigkeit<br \/>\n<\/strong> Lichteinfallsrichtung und Wiedergabe von k\u00f6rperlichen Formen<br \/>\n(Stufe 1: ung\u00fcnstig, Stufe 4: g\u00fcnstig)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Beleuchtungsniveau:<br \/>\nAufwand f\u00fcr die Erzielung einer ausreichenden Beleuchtungsst\u00e4rke              auf relevanten Arbeitsobjekten wie Papier<br \/>\n(Stufe 1: Aufwand gro\u00df, Stufe 4: Aufwand gering)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Flexibilit\u00e4t<\/strong><br \/>\nAnpassungsverm\u00f6gen an ver\u00e4nderte Anforderungen bzw. Arbeitsplatzaufstellungen              mit geringem Aufwand<br \/>\n(Stufe 1: gering, Stufe 4: hoch)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Kontrastverlust auf der              Bildschirmanzeige<\/strong><br \/>\nVerringerung des maximal m\u00f6glichen Kontrastes durch Fremdlichteinfall<br \/>\n(Stufe 1: gro\u00df, Stufe 4: gering)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Spiegelungen<br \/>\ngerichtete Reflexionen auf dem Bildschirm<br \/>\n(Stufe 1: Spiegelungsgefahr hoch, Stufe 4: Spiegelungsgefahr gering)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Reflexblendung<\/strong><br \/>\nBlendung durch helle Reflexe auf Sehobjekten (z.B. Tastatur), ung\u00fcnstige              Kontrastwiedergabe auf Informationstr\u00e4gern<br \/>\n(Stufe 1: leicht m\u00f6glich, Stufe 4: unwahrscheinlich)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>St\u00f6rempfindung<\/strong><br \/>\nst\u00f6render Einfluss zu heller Fl\u00e4chen im Gesichtsfeld bei              nicht vorbestimmbaren Blickrichtungen (Stufe 1: leicht m\u00f6glich,              Stufe 4: unwahrscheinlich)<\/span><\/li>\n<li> <span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Individualisierbarkeit<\/strong><br \/>\nAnpassbarkeit an pers\u00f6nliche Bed\u00fcrfnisse bzw. wechselnde Anforderungen            am eigenen Arbeitsplatz<br \/>\n(Stufe 1: gering, nur raum- bzw. gruppenweise m\u00f6glich, Stufe 4:            hoch, auch arbeitsplatzbezogene Beeinflussung m\u00f6glich)<\/span><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\nBild 1 Das Bewertungssystem bestehend aus neun Kriterien, die in vier              Stufen skaliert worden sind<br \/>\n(die vorgenommene Festlegung der Kriterien ist nicht Gegenstand dieser              Diskussion)<\/span><\/li>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/bewertungweb1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-920\" title=\"bewertungweb\" src=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/bewertungweb1.gif\" alt=\"bewertungweb\" width=\"600\" height=\"376\" srcset=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/bewertungweb1.gif 600w, http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/bewertungweb1-300x188.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Bild 1 Das Bewertungssystem bestehend aus neun Kriterien, die in vier Stufen skaliert worden sind<br \/>\n(die vorgenommene Festlegung der Kriterien ist nicht Gegenstand dieser Diskussion)<\/span><\/p>\n<p align=\"center\">\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>5.2 Beispiel f\u00fcr eine vergleichende Bewertung<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong><span style=\"font-weight: normal;\">Ein Ergebnis der angestellten            Betrachtungen zeigt das untere Bild, das die Bewertung von zwei Beleuchtungssystemen            zeigt. Hieraus kann man den besonderen Nutzen einer solchen Bewertung            erkennen: Spielen f\u00fcr eine geplante Anlage die Kriterien &#8222;Beleuchtungsniveau&#8220;            (B) und &#8222;Vermeiden von Spiegelungen&#8220; (S) die Hauptrolle, sind            beide Konzepte gleichwertig. Ist hingegen &#8222;Flexibilit\u00e4t&#8220;            (F) gefragt, unterscheiden sie sich stark. Ben\u00f6tigt ein Anwender            beispielsweise keine Flexibilit\u00e4t, kann die Entscheidung nach anderen            Kriterien gef\u00e4llt werden. Daher sind f\u00fcr diesen Anwender beide            Beleuchtungssysteme gleichwertig nach einem Kriterium, das f\u00fcr            andere Anwender die Ausschlag gebende Rolle spielen d\u00fcrfte.<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr align=\"center\">\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/Spinne.Direkt.gif\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"299\" \/><\/td>\n<td><a href=\"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/Spinne.Pendel2.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/Spinne.Pendel2.gif\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"299\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\">\u00a9 2001 Dr.-Ing.            Ahmet \u00c7akir<\/span><\/p>\n<div><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\n<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Ahmet \u00c7akir Kurzfassung Lichtqualit\u00e4t kann in zweierlei Hinsicht betrachtet werden: Im Sinne der umgangssprachlichen Benutzung des Wortes Qualit\u00e4t, um eine \u00fcberlegene Beschaffenheit zu bezeichnen, als ein Ma\u00df f\u00fcr Exzellenz. 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