{"id":521,"date":"2009-07-22T22:29:36","date_gmt":"2009-07-22T20:29:36","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=521"},"modified":"2009-07-22T22:29:36","modified_gmt":"2009-07-22T20:29:36","slug":"licht-und-architektur-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=521","title":{"rendered":"Licht und Architektur"},"content":{"rendered":"<h3>Autor<\/h3>\n<h2>Heinrich Kramer<\/h2>\n<h3>Beitrag<\/h3>\n<p>Im Abendland haben sich beginnend mit der Renaissance (Galilei \/ R\u00f6misch-Katholische Kirche, Newton, Goethe usw.) zwei verschiedene Betrachtungsweisen des Lichts entwickelt. Entsprechend unterschiedlich ist der Planungs- und Gestaltungsprozess und seine sichtbaren Ergebnisse. Dies zeigt sich besonders in der Architekturbeleuchtung.<\/p>\n<p>In anderen Kulturen haben sich diese unterschiedlichen Denkweisen nicht entwickelt. Sie wurden erst sp\u00e4ter von Europa und Amerika dahin exportiert.<\/p>\n<p>Die eine Sichtweise betrachtet das Licht als eine elektromagnetische Welle, die mit physikalischen Gr\u00f6\u00dfen (mess- und berechenbar) beschrieben werden kann. Diese Betrachtungsweise schlie\u00dft alle emotionalen, \u00e4sthetischen und psychologischen Wirkungen des Lichtes aus. Davon betroffen ist besonders das Tageslicht und das &#8222;sch\u00f6ne&#8220; Licht. Die Richtlinien f\u00fcr gute Beleuchtung sind in den Normen 5034 und 5035 niedergelegt.<\/p>\n<p>Die andere orientiert sich an der menschlichen Wahrnehmung und wird speziell von Architekten, K\u00fcnstlern und besonderen Lichtplanern gepflegt. Sie versucht, die vorher vernachl\u00e4ssigten Einflussfaktoren zu ber\u00fccksichtigen. Ihre Bem\u00fchungen werden leider nur unzureichend zur Kenntnis genommen. Ihre Erfahrung im Umgang mit dem Licht wird als unwissenschaftlich eingestuft. Da unsere Zeit wissenschaftsgl\u00e4ubig ist, werden 95 % aller Lichtprojekte nach der zuerst genannten Art abgewickelt.<\/p>\n<p>Bauherren beurteilen das Ergebnis der Planung auf Basis ihrer Wahrnehmungserfahrung. Diese schlie\u00dft alle Aspekte des Lichtes (auch die emotionalen und \u00e4sthetischen) ein. Deshalb sind f\u00fcr Gestalter die Normen aus vorgenannten Gr\u00fcnden wenig hilfreich.<\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen Empfehlungen f\u00fcr gutes Licht, die alle Wirkungen des Lichtes ber\u00fccksichtigen und eine Sprachregelung (keine lichttechnische und physikalische Spezialsprache) auf Basis der Wahrnehmungserfahrung der Menschen. Nur so l\u00e4sst sich ein Kommunikationsprozess aufbauen, der f\u00fcr die Planungsbeteiligten und den Bauherrn elementar wichtig ist.<\/p>\n<p>Die Lichtbranche ist inzwischen zu der gleichen Erkenntnis gelangt. Daher wird in den lichttechnischen Gesellschaften, der CIE und den Berufsgenossenschaften verst\u00e4rkt versucht, Lichtqualit\u00e4t zu erfassen und eventuell die Richtlinien und Normen zu \u00fcberarbeiten.<\/p>\n<p>Die neuen Erkenntnisse \u00fcber den Zusammenhang von Licht und Gesundheit (Biorhythmus, circadianer Rhythmus, SAD, Melatonin, Vitamin D) machen eine Revision sowieso notwendig.<\/p>\n<p>Die vorgenannten Organisationen tun sich jedoch \u00e4u\u00dferst schwer, weil f\u00fcr Richtlinien, die auf Wahrnehmungserfahrungen aufbauen, mit der bisherigen Forschungsmethodik (Determinismus) keine relevanten Ergebnisse zu erzielen sind. Forschungsgebiete wie die Anthropologie, Verhaltensforschung, Psychologie, Philosophie, Evolutionsforschung, Sprachforschung und Neurobiologie (besonders das Gehirn) sind mit ihrem Forschungsmethoden gefragt.<\/p>\n<p>Grundlage aller Untersuchungen \u00fcber die Lichtqualit\u00e4t ist ein geeignetes Wahrnehmungsmodell. Das zur Zeit f\u00fcr die Lichttechnik verbindliche ist so aufgebaut, dass es &#8211; wie zuvor genannt &#8211; nur Teilaspekte des Lichtes ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Wahrnehmungsmodelle, die das Verhalten besser beschreiben, beruhen auf der Bed\u00fcrfnispyramide von Maslow, den Human Needs von W. Lam und Untersuchungen von Kaplan &amp; Kaplan.<\/p>\n<p>Die Beitr\u00e4ge von Kramer und Slabke versuchen auf Basis dieser Erkenntnisse, Lichtqualit\u00e4t zu erfassen und Empfehlung f\u00fcr gutes Licht zu formulieren.<\/p>\n<p>eingestellt in CyberLux: 30. Januar 2002<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Heinrich Kramer Beitrag Im Abendland haben sich beginnend mit der Renaissance (Galilei \/ R\u00f6misch-Katholische Kirche, Newton, Goethe usw.) zwei verschiedene Betrachtungsweisen des Lichts entwickelt. Entsprechend unterschiedlich ist der Planungs- und Gestaltungsprozess und seine sichtbaren Ergebnisse. 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