{"id":49,"date":"2009-07-18T22:33:16","date_gmt":"2009-07-18T20:33:16","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=49"},"modified":"2010-02-16T19:51:40","modified_gmt":"2010-02-16T17:51:40","slug":"vollspektrumlicht-eine-kritische-wurdigung-der-literatur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=49","title":{"rendered":"Vollspektrumlicht &#8211; Eine kritische W\u00fcrdigung der Literatur"},"content":{"rendered":"<h3>Autor:<\/h3>\n<h2>Ahmet Cakir<\/h2>\n<h2>Kurzfassung<\/h2>\n<p>Die Idee des &#8222;Vollspektrumlicht&#8220; wurde geboren als Reaktion auf ungleichm\u00e4\u00dfige Spektren von Leuchtstofflampen. Dahinter steckt die Vorstellung, dass man Tageslicht mehr oder weniger gut k\u00fcnstlich nachbilden k\u00f6nnte. &#8222;Vollspektrumlicht&#8220; soll vielf\u00e4ltige positive Effekte auf das Befinden und die Gesundheit des Menschen entfalten und so das Leben in der Arbeitswelt in R\u00e4umlichkeiten mit wenig oder ohne nat\u00fcrliches Licht verbessern.<\/p>\n<p>Obwohl eine umfangreiche Literatur zum Thema existiert, sind die behaupteten Wirkungen heftig umstritten, wozu sicherlich beitr\u00e4gt, dass die meisten ver\u00f6ffentlichten &#8222;Studien&#8220; einer halbwegs strengen methodischen Pr\u00fcfung nicht standhalten k\u00f6nnen. Man muss aber ber\u00fccksichtigen, dass viele der vorgebrachten Gegenargumente nicht besser begr\u00fcndet sind. Seit dem Februar 2001 liegt eine begutachtete Literaturstudie der Autorinnen Veitch, J. A.; McColl, S. L. zu diesem Thema vor, die sich bereits fr\u00fcher mit dem Vollspektrumlicht auseinander gesetzt hatten. Anhand dieser Publikation kann man eine umfassende Diskussion des Themas &#8222;Vollspektrumlicht&#8220; durchf\u00fchren.<\/p>\n<p>Bei der Bewertung der Argumentation sollte ber\u00fccksichtigt werden, dass der Begriff &#8222;Vollspektrumlicht&#8220; sowohl f\u00fcr das Licht der so bezeichneten Lampen als auch f\u00fcr eine Beleuchtung mit solchen Lampen benutzt wird. Die Unterscheidung ist deswegen besonders wichtig, weil viele Erkenntnisse \u00fcber die gesundheitliche Wirkung durch Versuche gewonnen worden sind, bei denen &#8222;Vollspektrumlampen&#8220; zu Therapiezwecken eingesetzt worden sind.<br \/>\nIn Ver\u00f6ffentlichungen werden u.a. folgende Wirkungen angef\u00fchrt:<\/p>\n<p>* Vollspektrumlicht soll das Sehverm\u00f6gen dramatisch steigern, das Lernverhalten von Sch\u00fclern und den Lernerfolg verbessern.<\/p>\n<p>* Der UV-Anteil der emittierten Strahlung soll in Arbeitsst\u00e4tten die Wirkung ersetzen, die das Tageslicht im Freien aus\u00fcben w\u00fcrde. Hierzu ist zu bedenken, dass der Mensch in Industriegesellschaften bis zu 90% seines Lebens in geschlossenen R\u00e4umen verbringt, in die Tageslicht nicht, wenig oder spektral ver\u00e4ndert eintritt.<\/p>\n<p>* Vollspektrumlampen sollen bei der Therapie von Winterdepression erfolgreich sein.<\/p>\n<p>* Vollspektrumlampen sollen sich positiv bei Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rungen von Kindern auswirken.<\/p>\n<p>Insgesamt werden ausschlie\u00dflich positive Wirkungen behauptet, die von einer Verbesserung der Befindlichkeit bis hin zur Verh\u00fctung von Krebserkrankungen reichen.<\/p>\n<p>Die behaupteten Wirkungen von Vollspektrumlicht konnten h\u00e4ufig nicht nachgewiesen werden. Die von Veitch und McColl gepr\u00fcften Studien wiesen allerdings viele methodische M\u00e4ngel auf, so dass man nicht den Schluss ziehen darf, dass die Wirkungen nicht vorhanden seien. Vielfach waren die Studien nicht geeignet, um bestimmte Effekte nachzuweisen.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der tats\u00e4chlich vorhandenen Wirkung hat die Idee des Vollspektrumlichts einen durchschlagenden Effekt in der Anregung zur Erforschung des Einflusses von Licht auf den Menschen erzielt. Die medizinische Forschung hat hierbei u.a. das Licht bzw. eher den Mangel an Licht als die Ursache der seit mehr als 2.000 Jahren bekannten Winterdepression entlarvt.<\/p>\n<h3>Beitrag<\/h3>\n<h2>Anlass<\/h2>\n<p>Die Studien, die vom ERGONOMIC Institut zum Thema \u201eLicht und Gesundheit\u201c durchgef\u00fchrt und seit dem Jahr 1990 in dem gleichnamigen Forschungsbericht ver\u00f6ffentlicht wurden, haben das sog. \u201eVollspektrumlicht\u201c stets unber\u00fccksichtigt gelassen. Der Grund f\u00fcr uns war die mangelnde Installationsbasis in der Praxis, die eine gro\u00df angelegte Feldstudie nicht zulie\u00df. Mit kleineren Feldstudien, an denen nur wenige Testpersonen teilgenommen haben, hat man zwar den gr\u00f6\u00dften Teil des Wissens in der Lichttechnik ermittelt, jedoch w\u00fcrden nur wenige empirische Arbeiten auf diesem Gebiet auch nur halbwegs strengen Anforderungen an wissenschaftliche\u00a0 Methodik erf\u00fcllen. Die Literatur um eine neue Publikation zu erweitern, die mit M\u00e4ngeln behaftet w\u00e4re, die der Autor an anderer Stelle kritisiert, verbietet sich von selbst.<\/p>\n<p>Seit dem Februar 2001 liegt nunmehr eine Literaturstudie der Autorinnen Veitch, J. A.; McColl, S. L. zu diesem Thema vor, die sich bereits fr\u00fcher mit dem Vollspektrumlicht auseinander gesetzt hatten. Da die Ver\u00f6ffentlichung begutachtet ist, kann man davon ausgehen, dass sie methodisch \u00fcberpr\u00fcft ist, was naturgem\u00e4\u00df nicht notwendigerweise f\u00fcr die darin kommentierte Literatur gilt. Veitch hat beim 101. Jahreskongress der American Psychological Association ein Symposium zu diesem Thema veranstaltet, dessen Einzelbeitr\u00e4ge auch vorliegen und von hier abgerufen werden k\u00f6nnen. Es existiert daher eine hinreichende Basis an Literatur, die kommentiert werden kann.<\/p>\n<h2>Was ist \u201eVollspektrumlicht\u201c<\/h2>\n<p>Auf diese Frage l\u00e4sst sich eine einfache und eine erkl\u00e4rende Antwort finden. Die einfache Antwort ist: \u201eVollspektrumlicht\u201c ist Tageslicht bzw. dessen Simulation mit elektrisch erzeugtem Licht. Diese Antwort kann aber nicht befriedigend sein, da man bei der Suche nach dem Spektrum des Tageslichts nicht nur ein Spektrum finden wird.<\/p>\n<p>Erkl\u00e4ren kann man das Wort \u201eVollspektrumlicht\u201c ausgehend vom Spektrum einer Entladungslampe (s. Bild 1).<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">\n<p style=\"font: normal normal normal 12px\/normal Helvetica; min-height: 14px; text-align: center; margin: 0px;\"><a href=\"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/radiumf41slin.gif\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-54\" style=\"margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;\" title=\"radiumf41slin\" src=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/radiumf41slin.gif\" alt=\"radiumf41slin\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Bild 1 Spektrum einer Entladungslampe (Quelle http:\/\/www.cwaller.de)<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p>Dieses Spektrum ist gepr\u00e4gt durch Licht mit ausgesprochen ungleichm\u00e4\u00dfiger Verteilung mit einem \u00fcberm\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Anteil im gr\u00fcnen bzw. gelben Bereich. Als \u201eVoll\u201c bezeichnet man das Spektrum, wenn es etwa der (gleichm\u00e4\u00dfigen) Verteilung des Sonnenlichts entspricht, das aus Bild 2 hervorgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-943\" title=\"1\" src=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/1.gif\" alt=\"1\" width=\"485\" height=\"378\" srcset=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/1.gif 485w, http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/1-300x233.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Bild 2 Verteilung des Spektrums des Sonnenlichts und einer Schwefellampe (Quelle: http:\/\/international.mmm.com)<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p>Diese Kurven zeigen, dass das Sonnenlicht (nicht zu verwechseln mit Tageslicht) ein kontinuierliches Spektrum aufweist, das zwar im Bereich der h\u00f6chsten Augenempfindlichkeit etwa den H\u00f6chstwert hat, aber nicht nur dort. Ein erheblicher Teil der Sonnenstrahlung wird\u00a0 bei kleineren Wellenl\u00e4ngen (&lt; 380 nm)\u00a0 emittiert als Licht, das ist die lebenswichtige UV-Strahlung. (Anm.: Die vielfach benutzte Bezeichnung \u201eUV-Licht\u201c entspricht nicht der lichttechnischen Nomenklatur.)<\/p>\n<p>Was in der Praxis als \u201eVollspektrumlampe\u201c bezeichnet wird, emittiert zum einen ein wesentlich \u201evolleres\u201c Spektrum als in Bild 1 und zum anderen einen Anteil an UV-Strahlung. Allerdings ist die N\u00e4herung an die Spektralverteilung des Sonnenlichts alles andere als ideal (Bild 3).\u00a0 H\u00e4ufig werden die Emissionsspitzen zur Versch\u00f6nerung des Bildes gekappt, wodurch man eine nicht vorhandene Gleichm\u00e4\u00dfigkeit vort\u00e4uscht.<\/p>\n<p>Die \u201eVollspektrumlampen\u201c zeichnen sich dadurch aus, dass ihre \u00e4hnlichste Farbtemperatur oberhalb 5.000 K liegt und ihre Farbwiedergabe den meisten Leuchtstofflampen \u00fcberlegen ist (allgemeiner Farbwiedergabeindex &gt;90). Damit wirkt ihr Licht \u201ek\u00e4lter\u201c als bei Lampen der Lichtfarben \u201ewarmwei\u00df\u201c und \u201eneutral wei\u00df\u201c.<\/p>\n<p style=\"font: normal normal normal 12px\/normal Helvetica; min-height: 14px; text-align: center; margin: 0px;\"><a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Spektral-Boyce.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-62\" style=\"margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;\" title=\"Spektral Boyce\" src=\"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/Spektral-Boyce.jpg\" alt=\"Spektral Boyce\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Bild 3 Spektrum einer Vollspektrumlampe (Quelle: Boyce, 1994)<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p>Eine Auseinandersetzung mit der \u201eVollspektrumlampe\u201c und ihren Eigenschaften findet sich in Boyce, 1994.<\/p>\n<p>Die Anhebung der spektralen Anteile des Lichts einer Lampe hat in der Regel einen gravierenden Einfluss auf deren Lichtausbeute. Bei zwei Lichtquellen mit \u00e4hnlicher Technik der Lichterzeugung (z.B. Leuchtstofflampen) weist diejenige, die ein gleichm\u00e4\u00dfiges Spektrum emittiert, immer eine kleinere Lichtausbeute auf als diejenige, die vorwiegend im gelb-gr\u00fcnen Bereich emittiert. Dieser Unterschied ist nicht etwa marginal, vielmehr\u00a0 verbrauchen \u201eDeLuxe\u201c-Lampen (Bild 4) mit besserem Spektrum f\u00fcr die Erzeugung des gleichen Lichtstroms bis zu 60% mehr Energie als vergleichbare Lampen mit schlechterem Spektrum. F\u00fcr einen Bauherrn hei\u00dft dies, dass man bei einem gewissen Beleuchtungsniveau etwa 2\/3 mehr an Lampen bzw. Leuchten installieren muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Spektral-Boyce.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-945\" title=\"Spektral-Boyce\" src=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Spektral-Boyce.jpg\" alt=\"Spektral-Boyce\" width=\"500\" height=\"282\" srcset=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Spektral-Boyce.jpg 500w, http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/Spektral-Boyce-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Bild 4 Vergleich der Spektren einer DeLuxe-Lampe und\u00a0einer relativ billigen Entladungslampe<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">(Quelle der Bilder: http:\/\/www.cwaller.de)<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\"><span style=\"white-space: pre;\"> <\/span><\/p>\n<h2>Ist Vollspektrumlicht gleich Vollspektrumbeleuchtung?<\/h2>\n<p>Das Licht einer Lampe bestimmt zwar die Qualit\u00e4t des Lichts in einem Raum mit, jedoch nicht immer und nicht unbedingt erheblich. So bestimmen die Raumbegrenzungsfl\u00e4chen und die M\u00f6blierung das Farbklima zuweilen st\u00e4rker als die benutzte Lichtquelle. Auch die Eigenschaften der Leuchte ver\u00e4ndern die Spektralverteilung des erzeugten Lichts nicht unerheblich. Genau genommen lebt die Wohnraumbeleuchtung davon, die Farbe des Lichts mehr oder weniger stark mit L\u00fcstern, Lampenschirmen u.\u00e4. zu ver\u00e4ndern und damit Stimmungen zu erzeugen.<\/p>\n<p>Vollspektrumlicht und Vollspektrumbeleuchtung k\u00f6nnen dann etwa gleich gesetzt werden, wenn es sich um Tageslichtbeleuchtung handelt oder wenn bei Direktbeleuchtung weitgehend farbneutrale Raumbegrenzungsfl\u00e4chen vorhanden sind. Ansonsten muss bei einer Studie stets beachtet werden, ob der Gegenstand Licht oder Beleuchtung war. Beispielsweise hat beim Symposium der American Psychological Association der F\u00fcrsprecher f\u00fcr Vollspektrumlicht \u00fcber Lichttherapieboxen berichtet, die man f\u00fcr die Behandlung von saisonaler Depression benutzt (Karpen, 1994), die Veranstaltung lief aber unter dem Titel \u201eVollspektrumbeleuchtung \u2026\u201c.<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<h2>Behauptete Effekte der\u00a0 Vollspektrumbeleuchtung<\/h2>\n<p>Der Vater der Idee der Vollspektrumlampe, John N. Ott, hat eine Reihe von gesundheitlichen Sch\u00e4den mittels k\u00fcnstlichen Beleuchtung mit Leuchtstofflampen in Verbindung gebracht. Er selbst war \u00fcberzeugt, dass das bessere Licht seine Gesundheit f\u00f6rderte, und zog deswegen nach Sarasota, Florida. Seinen Glauben an die Wirkung hat er zum einen durch Experimente mit Pflanzenwachstum gefunden und zum anderen durch Erfahrungen von U-Bootbesatzungen, die nach der Einf\u00fchrung von nuklear angetriebenen Unterwasserschiffen Monate ohne Sonnenlicht verbringen mussten. Ott hat gezeigt, dass der K\u00f6rper bei \u201efalscher\u201c Beleuchtung nicht alle N\u00e4hrstoffe optimal aufnehmen kann, wodurch nicht nur Erm\u00fcdung oder Depressionen entstehen k\u00f6nnen. Weitere Wirkungen, die Ott angef\u00fchrt hat, reichen von Haarausfall bis Krebs.<\/p>\n<p>In anderen Ver\u00f6ffentlichungen werden folgende Wirkungen angef\u00fchrt (Gifford, 1994):<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\"><strong>Physiologische Wirkungen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Erh\u00f6hung der Sehsch\u00e4rfe<\/li>\n<li>Verminderung der Erm\u00fcdung<\/li>\n<li>Verminderung der Kariesgefahr<\/li>\n<li>Beschleunigung der K\u00f6rperreife<\/li>\n<li>Verbesserung der Nervenfunktionen<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\"><strong>Therapeutische Wirkungen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Reduzierung der Winterdepression<\/li>\n<li>Reduzierung der Blumie<\/li>\n<li>Reduzierung des Hyperaktivit\u00e4t<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\"><strong>Leistungsf\u00e4higkeit<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Erh\u00f6hung des Schulerfolgs<\/li>\n<li>Verbesserung der Teilnahme am Unterricht<\/li>\n<li>Verbesserung der Aufmerksamkeit<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\"><strong>Befindlichkeit und Wahrnehmung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Steigerung des Wohlbefindens<\/li>\n<li>Bessere Akzeptanz des Lichtspektrums<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<ul>\n<li>Vollspektrumlicht      soll das Sehverm\u00f6gen dramatisch steigern, das Lernverhalten von Sch\u00fclern      und den Lernerfolg verbessern.<\/li>\n<li>Der      UV-Anteil der emittierten Strahlung soll in Arbeitsst\u00e4tten die Wirkung      ersetzen, die das Tageslicht im Freien aus\u00fcben w\u00fcrde. Hierzu ist zu      bedenken, dass der Mensch in Industriegesellschaften bis zu 90% seines      Lebens in geschlossenen R\u00e4umen verbringt, in die Tageslicht nicht, wenig      oder spektral ver\u00e4ndert eintritt.<\/li>\n<li>Vollspektrumlampen      sollen bei der Therapie von Winterdepression erfolgreich sein (Maas,      Jayson &amp; Kleiber, 1974). Sie sollen sich positiv bei      Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rungen von Kindern auswirken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insgesamt werden ausschlie\u00dflich positive Wirkungen behauptet, die von einer Verbesserung der Befindlichkeit bis hin zur Verh\u00fctung von Krebserkrankungen reichen.<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<h2>Forschungsergebnisse<\/h2>\n<h2>G\u00fcte der Simulation<\/h2>\n<p>Boyce hat an Hand der Spektralverteilungen von Tageslicht zu verschiedenen Phasen des Tages und der der \u201eVollspektrumlampen\u201c demonstriert, dass die Lampen allenfalls eine m\u00e4\u00dfige Simulation des nat\u00fcrlichen Lichts darstellen.<\/p>\n<p>Dass sie in anderer Hinsicht mit dem Tageslicht \u00fcberhaupt nicht mithalten k\u00f6nnen, m\u00fcsste nicht extra hervorgehoben werden, g\u00e4be es nicht so viele Menschen, die glauben, in ihrer k\u00fcnstlich beleuchteten Umgebung sei es zu hell. In Wirklichkeit erreicht man mit k\u00fcnstlicher Beleuchtung in Innenr\u00e4umen nur einen Bruchteil der Lichtmenge, die z.B. an Fensterzonen von R\u00e4umen durch nat\u00fcrliches Licht einf\u00e4llt. Und man wei\u00df heute, dass f\u00fcr viele gesundheitlich relevante Effekte des Lichts die Lichtmenge bedeutsam ist, die das menschliche Auge und die Haut bzw. beide zusammen empfangen. Als \u201eLichtmenge\u201c ist dabei die Summe der sichtbaren Strahlung zu verstehen, die \u00fcber einen bestimmten Zeitraum gemessen wird, die \u201eBelichtung\u201c. Dieser Begriff wurde fr\u00fcher nur in der Fotografie benutzt, weil die Wirkung auf den Film nicht durch eine momentane Gr\u00f6\u00dfe (Beleuchtungsst\u00e4rke) beschrieben wird, sondern durch dessen Zeitintegral (Belichtung in Luxsekunden)<\/p>\n<p>Ein weiterer Faktor, bei dem Vollspektrumlampen das Tageslicht nicht gut simulieren k\u00f6nnen, ist die Ver\u00e4nderlichkeit. Insbesondere durch seine fortlaufende Ver\u00e4nderung in Menge und Qualit\u00e4t steuert das Tageslicht viele K\u00f6rperfunktionen und tr\u00e4gt so der Gesundheit bei. Eine solche Wirkung kann bei k\u00fcnstlicher Beleuchtung nur k\u00fcnstlich herbei gef\u00fchrt werden. Ob man damit einen \u00e4hnlichen Effekt erzielen kann wie bei nat\u00fcrlichem Licht, ist nicht erwiesen. Erste Ans\u00e4tze hierzu finden sich in neueren Arbeiten (Fleischer, 2001)<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<h2>Wirkungen auf das Hormonsystem<\/h2>\n<p>Fr\u00fchere Studien, mit denen man photobiologische Wirkungen des (k\u00fcnstlichen) Lichts, z.B. Wirkungen auf das Hormonsystem oder die Winterdepression, ermittelt hat, sind mit Vollspektrumlicht durchgef\u00fchrt wurden. Es steht daher au\u00dfer Frage, dass die Wirkung vorhanden ist.<\/p>\n<p>Sp\u00e4tere Studien (z.B. Rosenthal &amp; Blehar, 1989) haben aber gezeigt, dass man die gleichen Effekte auch mit anderen elektrischen Lichtquellen erreichen kann. Tats\u00e4chlich scheint die Lichtmenge die eigentlich wirksame Gr\u00f6\u00dfe zu sein, allerdings unter der Bedingung, dass eine gewisse Mindestbeleuchtungsst\u00e4rke am Auge \u00fcberschritten wird.<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<h2>Wirkungen des UV-Anteils<\/h2>\n<p>Die Bef\u00fcrworter der Vollspektrumlampe weisen darauf hin, dass in Innenr\u00e4umen die lebenswichtige UV-Strahlung fehle. Dieses Argument ist zweifellos stichhaltig. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Photochemie nimmt man an, dass das Leben auf der Erde durch chemische Prozesse begonnen haben muss, die durch die UV-Strahlung in Gang gesetzt worden sind. Lebenswichtige Wirkungen der UV-Strahlung f\u00fcr den Menschen wie die Anregung der Vitamin D-Produktion sind seit langem bekannt.<\/p>\n<p>Die Schwachstelle der Argumentation liegt allerdings bei der Frage der Intensit\u00e4t. Die lebenswichtige UV-Strahlung kann bei \u00dcberschreitung gewisser Grenzen der Bestrahlung auch eine t\u00f6dliche Gefahr bedeuten. Auch dies wei\u00df man nicht zuletzt aus der Photobiologie, nach deren Erkenntnissen das Leben zwar unter UV-Einwirkung begonnen haben muss, jedoch sofort vernichtet worden w\u00e4re, wenn sich die ersten Lebenskeime nicht h\u00e4tten in gr\u00f6\u00dfere Wassertiefen bewegen k\u00f6nnen, die Schutz vor UV-Strahlung boten. \u201eDie Dosis macht, dass ein Ding kein Gift sei\u201c, sagte vor etwa f\u00fcnfhundert Jahren Paracelsus. Das gleiche gilt auch f\u00fcr die UV-Strahlung, die sowohl Hautleiden verursachen als auch kurieren helfen kann.<\/p>\n<p>Boyce bezweifelt, dass die von Vollspektrumlampen emittierte UV-Strahlung gegen\u00fcber der nat\u00fcrlichen \u00fcberhaupt ins Gewicht f\u00e4llt, ausgenommen im hohen Norden oder auf Forschungsstationen in der Antarktis. Veitch und McColl bezweifeln die Begr\u00fcndung von Ott und Cameron, dass der UV-Anteil von Vollspektrumlampen physiologisch wichtig f\u00fcr Gesundheit und Wohlbefinden sei, weil der menschliche Organismus unter der Wirkung von UV-Strahlung entstanden w\u00e4re und sich in einer solchen Umgebung fortentwickelt h\u00e4tte.<\/p>\n<h2>Verbesserung der Sehleistung<\/h2>\n<p>Vollspektrumlampen sollen eine bessere Sehleistung erm\u00f6glichen, indem sie einen h\u00f6heren Anteil an kurzwelligem Licht emittieren. Die behauptete Wirkung wird zum einen darauf zur\u00fcck gef\u00fchrt, dass auch bei hell adaptiertem Auge (Beleuchtungsniveau in Innenr\u00e4umen) die St\u00e4bchen (maximale Empfindlichkeit bei 508 nm) zur Hellempfindung beitr\u00fcgen und nicht nur die Zapfen, deren maximale Empfindlichkeit im gelb-gr\u00fcnen Bereich liegt. Zum anderen aber wird behauptet, dass der Pupillendurchmesser durch einen h\u00f6heren Anteil an kurzwelligem Licht kleiner w\u00fcrde und daher die Tiefensch\u00e4rfe des Auges gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Beide Behauptungen werden durch mehrere Ver\u00f6ffentlichungen zumindest unterst\u00fctzt (z.B. Berman, Fein, Jewett and Ashford 1994). Eine Diskussion der festgestellten Effekte findet sich in Veitch und McColl, 2001. Es existieren aber auch Ver\u00f6ffentlichungen, aus denen hervorgeht, dass die behaupteten Effekte nicht eintr\u00e4ten. Ihnen ist h\u00e4ufig gemein, dass die Ergebnisse mit Leseversuchen ermittelt worden sind. Leseversuche, die mit alphabetischen Zeichen durchgef\u00fchrt worden sind, sind aber nicht trennscharf, d.h., tats\u00e4chlich vorhandene Unterschiede von Testobjekten (in diesem Fall Lampentypen) werden nicht immer festgestellt. Daher gehen die methodischen Fehler der Untersuchung zu Lasten des Probanden.<\/p>\n<p>Es ist m\u00f6glich, dass bei Untersuchungen ein m\u00f6glicher positiver Effekt von Vollspektrumlampen kleiner erscheint als vorhanden, weil diese Lampen eher farblich flimmern als andere, wenn sie mit \u00fcblichen Vorschaltger\u00e4ten betrieben werden. Da das Flimmern die Sehleistung herabsetzt, wird die Wirkung bei einem Versuch untersch\u00e4tzt. Heute gibt es aber keinen vern\u00fcnftigen Grund mehr, Leuchtstofflampen mit konventionellen Vorschaltger\u00e4ten zu betreiben.<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<h2>Sehkomfort<\/h2>\n<p>Ob die Beleuchtung mit Vollspektrumlampen den Sehkomfort erh\u00f6ht bzw. den sog. \u201ediscomfort\u201c mindert, ist umstritten. Das ist nicht verwunderlich, weil jeder Autor mangels eindeutiger Definition irgend etwas anderes\u00a0 als Sehkomfort untersucht hat, und zumal die lichttechnische Industrie dem Sehkomfort nicht mehr Bedeutung beimisst als einer Couch im B\u00fcro: \u201eDas (gemeint sind Ma\u00dfnahmen, die den Sehkomfort\u00a0 erh\u00f6hen und die Akzeptanz verbessern w\u00fcrden) kann ohne Frage Komfort und Akzeptanz der Beleuchtung erh\u00f6hen \u2013 ebenso wie dies eine Couch im B\u00fcro oder eine besonders komfortable Sitzgruppe tun w\u00fcrden.\u201c (aus der Brosch\u00fcre Lichtforum 28 der F\u00f6rdergemeinschaft Gutes Licht). Auch im CIE Technical Report\u00a0 \u201eThe Influence of Daylight and Artificial Light on Diurnal and Seasonal Variations in Humans. A Bibliography\u201c sucht man vergebens nach dem Begriff Sehkomfort, obwohl dieser Bericht ein verwandtes Thema behandelt. Das CIE W\u00f6rterbuch kennt ihn auch nicht.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass die Wirkung von Vollspektrumlicht auf den Sehkomfort umstritten ist, darf aus den genannten Gr\u00fcnden nicht gegen sie bewertet werden. Deswegen werden die Befunde in der Literatur nicht diskutiert.<\/p>\n<h2>Wahrnehmung und Leistungsf\u00e4higkeit<\/h2>\n<p>Die Vollspektrumlampen mit ihrem relativ hohen Farbwiedergabeindex f\u00fchren zu nachweisbaren Verbesserungen des Farberkennens. Es gibt aber auch andere Leuchtstofflampen, die eine gute Farbwiedergabe gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Empfindung, dass R\u00e4ume heller bzw. gr\u00f6\u00dfer sind, kann durch diese Lampen unterst\u00fctzt werden. Allerdings f\u00fchren Veitch und McColl an, dass die Benutzer eher w\u00e4rmere Lichtfarben bevorzugen.<\/p>\n<p>Die Lernleistung von Schulkindern, h\u00e4ufig herangezogen, um Wirkungen der Beleuchtung zu ermitteln, scheint keine besondere Steigerung durch Vollspektrumlicht zu erfahren. Dies gilt vermutlich nur f\u00fcr Versuche, die man lediglich aus versuchstechnischen Gr\u00fcnden in R\u00e4umen ohne Tageslicht durchf\u00fchrt, bei denen man festgestellt hat, dass die Beleuchtung von Schulr\u00e4umen keinen Einfluss auf die Lernleistung habe. Bei methodisch einwandfrei durchgef\u00fchrten Untersuchungen, die allerdings in Schulen mit Fenstern und Oberlichtern stattfanden, konnte man einwandfrei einen signifikanten Einfluss der Beleuchtung auf den Lernerfolg von Sch\u00fclern nachweisen (s. Daylighting in Schools, 2001). Zwei der m\u00f6glichen Ursachen f\u00fcr die festgestellten positiven Wirkungen, bessere Farbwiedergabe und bessere Stimmung der Benutzer aufgrund der Lichtqualit\u00e4t, treffen auch f\u00fcr eine k\u00fcnstliche Beleuchtung mit Vollspektrumlampen Fzu.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Leistungsf\u00e4higkeit von Erwachsenen sind keine Unterschiede zwischen R\u00e4umen mit unterschiedlicher Beleuchtung gefunden worden.<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>Die behaupteten Wirkungen von Vollspektrumlicht konnten h\u00e4ufig nicht nachgewiesen werden. Die von Veitch und McColl gepr\u00fcften Studien wiesen allerdings viele methodische M\u00e4ngel auf, so dass man nicht den Schluss ziehen darf, dass die Wirkungen nicht vorhanden seien. Vielfach waren die Studien nicht geeignet, um bestimmte Effekte nachzuweisen.<\/p>\n<p>Wer mit wissenschaftlichen Methoden nicht vertraut ist, wird ungern glauben, dass man solch triviale Dinge wie Erm\u00fcdung oder Lesbarkeit von Text nicht experimentell ermitteln kann, wo doch jeder Mensch wei\u00df, was sie bedeuten. Es ist aber leider so. Um Sachverhalte wie die mentale Leistungsf\u00e4higkeit eines Erwachsenen oder den Lernerfolg von Sch\u00fclern messbar zu machen, ben\u00f6tigt man sehr viel Aufwand. F\u00fcr die oben zitierte Untersuchung \u201eDaylighting in Schools\u201c mussten beispielsweise 50.000 Datens\u00e4tze aus 102 Schulen erfasst, gepr\u00fcft und ausgewertet werden. Wenn man z.B. aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden mit kleineren Stichproben arbeiten muss, wird man sehr h\u00e4ufig keine Unterschiede zwischen\u00a0 den erprobten Situationen (z.B. Beleuchtung mit verschiedenen Arten von Leuchtstofflampen) finden k\u00f6nnen, auch wenn sie vorhanden sind.<\/p>\n<p>Das Vollspektrumlicht als Zankapfel zwischen Menschen, die an seine Wirkungen glauben, und anderen, die wissenschaftlich nachweisen wollen, ob und ggf. welche Wirkungen durch Lampen mit entsprechenden Eigenschaften bzw. durch Beleuchtung mit solchen Lampen erzeugt werden, wird uns noch geraume Zeit erhalten bleiben. Eine durchschlagende Wirkung hat die Vollspektrumlampe aber dennoch erzielt: Seit den ersten Erkenntnissen, die John Ott berichtet hatte, wird zunehmend st\u00e4rker \u00fcber die gesundheitlichen Wirkungen von Licht und Beleuchtung geforscht und gesprochen. Die medizinische Forschung hat hierbei u.a. das Licht bzw. eher den Mangel an Licht als die Ursache der seit mehr als 2.000 Jahren bekannten Winterdepression entlarvt.<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<h2>Weiterf\u00fchrende Literatur und Links zum Thema<\/h2>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Dieser Beitrag enth\u00e4lt Bez\u00fcge zu folgenden Dokumenten, die \u00fcber CyberLux abgerufen werden k\u00f6nnen. In diesen sind wiederum zahlreiche Literaturstellen angef\u00fchrt, die sich f\u00fcr weiteres Studium eignen.<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">G. Cakir: Daylighting in Schools \u2013 Zusammenfassender Bericht \u00fcber eine amerikanische Feldstudie, ERGONOMIC Institut, 2001<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">A.Cakir, G. Cakir: Tageslicht und Ergonomie, ERGONOMIC Institut, 2001<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Joachim Fisch: Licht und Gesundheit &#8211; Das Leben mit optischer Strahlung, Technische Universit\u00e4t Ilmenau Fachgebiet Lichttechnik, M\u00e4rz 2000<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Veitch, J. A.; McColl, S. L.: A Critical examination of perceptual and cognitive effects attributed to full-spectrum fluorescent lighting, Ergonomics, v. 44, no. 3, Feb. 2001, pp. 255-279<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Jennifer A. Veitch: Introduction: Full-Spectrum Lighting Effects on<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Performance, Mood, and Health, IRC Internal Report No. 659, S. 4 ff., 1994<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Daniel Karpen: Full-Spectrum Polarized Lighting: An Option for Light Therapy Boxes, IRC Internal Report No. 659, S. 6 ff, 1994<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Peter R. Boyce: Is Full-Spectrum Lighting Special?, IRC Internal Report No. 659, S. 30 ff., 1994<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Robert Gifford: Scientific Evidence for Claims about Full-Spectrum Lamps: Past and Future, IRC Internal Report No. 659, S. 37 ff, 1994<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Anonymus: Panel Discussion from the Symposium &#8222;Full-Spectrum Fluorescent Lighting Effects on Performance, Mood, and Health&#8220;, IRC Internal Report No. 659, S. 47 ff., 1994<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Jennifer A. Veitch: Conclusion: Is Full-Spectrum Light the Quality Choice?, IRC Internal Report No. 659, S. 112 ff., 1994<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Folgender Bericht kann \u00fcber die LiTG bzw. CIE beschafft werden. Er ist nicht \u00fcber das Internet verf\u00fcgbar:<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">THE INFLUENCE OF DAYLIGHT AND ARTIFICIAL LIGHT ON DIURNAL AND SEASONAL VARIATIONS IN HUMANS. A BIBLIOGRAPHY<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">ISBN 3 901 906 04 5, CIE 139 &#8211; 2001<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Literatur<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">http:\/\/www.cwaller.de<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">http:\/\/international.mmm.com<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Berman, S. M., Fein, G., Jewett, D. L., &amp; Ashford, F. (1993): Luminance-controlled pupil size affects Landolt C task performance. Journal of the Illuminating Engineering Society, 22 , 150-165.<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Fleischer, S.: Die psychologische Wirkung ver\u00e4nderlicher Kunstlichtsituationen auf den Menschen, Diss.,\u00a0 2001<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">MAAS, J. B., JAYSON, J. K. and KLEIBER, D. A., 1974, Effects of spectral differences in illumination on fatigue, Journal of Applied Psychology, 59, 524-526.<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; min-height: 14.0px;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">Rosenthal, N. E. &amp; Blehar, M. C. (Eds.). (1989). Seasonal affective disorders and phototherapy. New York: Guildford Press.<\/p>\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">\n<p style=\"margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica;\">eingestellt in CyberLux: 27. August 2001<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: Ahmet Cakir Kurzfassung Die Idee des &#8222;Vollspektrumlicht&#8220; wurde geboren als Reaktion auf ungleichm\u00e4\u00dfige Spektren von Leuchtstofflampen. Dahinter steckt die Vorstellung, dass man Tageslicht mehr oder weniger gut k\u00fcnstlich nachbilden k\u00f6nnte. &#8222;Vollspektrumlicht&#8220; soll vielf\u00e4ltige positive Effekte auf das Befinden und die <a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=49\"> Read more&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,41],"tags":[98,102,104,107,109,113,198,114,217,124,125],"class_list":["post-49","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-vollspektrumlicht","tag-arbeit","tag-cen","tag-cyberlux","tag-ges","tag-hyperaktivitat","tag-licht","tag-lichtqualitat","tag-lichttherapie","tag-daylight","tag-uv","tag-vollspektrum"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=49"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":944,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49\/revisions\/944"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=49"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=49"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=49"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}