{"id":376,"date":"2009-07-21T22:19:50","date_gmt":"2009-07-21T20:19:50","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=376"},"modified":"2009-07-21T22:19:50","modified_gmt":"2009-07-21T20:19:50","slug":"licht-und-architektur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=376","title":{"rendered":"Licht und Architektur"},"content":{"rendered":"<h3>Autor<\/h3>\n<h2>Volkher Schultz<\/h2>\n<h3>Kurzfassung<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Der Teil &#8222;Licht und Architektur&#8220; geh\u00f6rt zu einer interdisziplin\u00e4ren Studie des\u00a0FVLR \u00fcber Tageslicht in Geb\u00e4uden, insbesondere solchen mit Oberlichtern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Es werden schrittweise und analysierend Grundlagen vermittelt, die f\u00fcr die Planungsarbeit des Architekten im Umgang mit Licht unverzichtbar sind. Der Architekt \u00fcbernimmt hierbei als Sachwalter des Nutzers die Rolle eines Generalisten, was sich im Facettenreichtum des Berichtes widerspiegelt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Der Beitrag stellt im ersten und zweiten Abschnitt entwurfsbezogene und wahrnehmungspsychologische Aspekte in den Vordergrund, welche bei einer auf das &#8222;Lichttechnische&#8220; beschr\u00e4nkten Planung h\u00e4ufig nicht bedacht werden. Anmutung und Raumgef\u00fchl werden von den Besonderheiten des Tageslichtes, an denen sich der Mensch im Laufe seiner Evolution orientiert hat, stark tangiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Im abschlie\u00dfenden dritten Abschnitt werden lichttechnische Entscheidungs- und Planungshilfen angeboten, die sich auf einfache Oberlicht\u00f6ffnungen beziehen. Dem eiligen Leser wird empfohlen, hier zu beginnen, um sich dann an den Anfang zu begeben und auf die Komplexit\u00e4t des Themas einzugehen.<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Beitrag<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die vom\u00a0FVLR veranla\u00dfte Studie &#8222;Tageslicht nutzen&#8220; ist in einen ergonomischen, einen technischen und einen architektonischen Teil untergliedert. Hierbei geht es um Tageslicht als solches, insbesondere aber um Tageslicht, das durch Decken\u00f6ffnungen als Oberlicht in den Raum wirkt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Der architektonische Beitrag vermittelt schrittweise und analysierend Grundlagen, die f\u00fcr die Planungsarbeit des Architekten im Umgang mit Licht unverzichtbar sind. Diese werden von &#8222;Au\u00dfenstehenden&#8220; selten in vollem Umfang mit den sich ergebenden Verkn\u00fcpfungen und den folgenden Konsequenzen erkannt, obwohl der &#8222;Au\u00dfenstehende&#8220; der Nutzer und eigentlich Betroffene ist. Stellvertretend agiert der Architekt als Sachwalter. Er \u00fcbernimmt die Rolle eines Generalisten, was sich im Facettenreichtum des Beitrags wiederspiegelt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">So werden die Raumgestaltung &#8211; ausgehend von einer Definition des Raumes &#8211; und der Gestaltungsproze\u00df &#8211; basierend auf Gegensatzpaaren &#8211; beschreiben. Gro\u00dfform, Feinform und Detailform werden aus Kontrasten geboren und zur Raumgestalt verwoben. Die Gestaltungsabsicht und das Raumkonzept werden durch das Erscheinungsbild der Raumh\u00fclle offenbar und durch die Umschreitbarkeit oder Begehbarkeit integrierter Objekte ma\u00dfst\u00e4blich unterst\u00fctzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">In jedem Raumkonzept schlummert ein Lichtkonzept, das den Raum sichtbar macht, dem Raum Charakter verleiht und eine spezielle oder auch vielf\u00e4ltige Nutzung zul\u00e4\u00dft. Beim Umgang mit Tageslicht hat die Raumh\u00fclle eine subtrahierende Funktion, indem sie einen Teil der in der Hemisph\u00e4re vorhandenen Lichtf\u00fclle nur in dosierter Menge und aus bevorzugten Richtungen in den Raum wirken l\u00e4\u00dft. So erhalten R\u00e4ume spezifische oder neutrale Raumquerschnitte, die f\u00fcr eine bestimmte Lichtf\u00fchrung zugeschnitten sind oder aber nach Bedarf mit Oberlicht\u00f6ffnungen versehen werden, welche ihrerseits Besonderheiten aufweisen k\u00f6nnen. Die Metamorphose des abstrakt stereometrisch bestimmten Raumes in den erlebbar beleuchteten Raum, f\u00fchrt zum architektonischen Raum mit dessen Raumqualit\u00e4ten. Diese werden in Form eines Kataloges aufgelistet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Ohne Licht kein architektonischer Raum, ohne Sehapparat keine visuelle Wahrnehmung und ohne Sehen keine Raumbeziehung, so k\u00f6nnte eine Kurzformel lauten. Raumbeziehungen entstehen durch Eindr\u00fccke, welche \u00fcber die optische oder \u00fcber die energetische Sehbahn transportiert werden. Dabei werden optische Eindr\u00fccke in der hinteren Gro\u00dfhirnrinde verarbeitet. Aus dem Sehzentrum k\u00f6nnen sie in das Bewu\u00dftsein gelangen und auch in Worten beschrieben werden. Eindr\u00fccke, welche \u00fcber die energetische Sehbahn transportiert werden, gelangen in das Zwischenhirn, um im Limbischen System mit anderen Sinneseindr\u00fccken unreflektiert zu verschmelzen, unwillk\u00fcrlich neuronal Reflexe auszul\u00f6sen und den Hormonhaushalt zu steuern. Das Raumgef\u00fchl, die Anmutung des Raumes, entsteht also emotional im Unterbewu\u00dftsein und ist daher weit schwieriger analysierbar. Dennoch ist das Raumgef\u00fchl, als Summenergebnis aller Sinneseindr\u00fccke, keineswegs nur subjektiv, sondern ein Signal kreat\u00fcrlicher Zustimmung oder Abneigung, &#8211; stimulierend oder auch desillusionierend. Tageslicht im Tages- und jahreszeitlichen Rhythmus und im Wechsel von &#8222;gelbem&#8220; Sonnenlicht und &#8222;blauem&#8220; Himmelslicht ist hierbei von vitaler Bedeutung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Optische Eindr\u00fccke werden im Gesichtsfeld aufgebaut und mit angeborenen und erlernten Mustern verglichen. Das foveale und das periphere Gesichtsfeld sind hierbei gleichrangig beteiligt und durch rezeptive Felder verbunden. Den summarischen Eindr\u00fccken, den Detailinformationen mittels unerm\u00fcdlicher Blickspr\u00fcnge, sogenannter Sakkaden, und dem Raumged\u00e4chtnis verdanken wir unsere visuelle Raumwahrnehmung, die sich in drei Wahrnehmungsebenen vollzieht: Kontur-, Helligkeits- und Farbwahrnehmung, wie von der bildenden Kunst abzuleiten. Schnelle rationale Informationen werden durch semiotische Elemente vermittelt, die in perspektivisch-r\u00e4umlichen Zusammenhang gebracht werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\nDas biologisch existentielle Befinden und Verhalten wird wesentlich durch die Helligkeitsverh\u00e4ltnisse im Raum bestimmt. Doch der seelische Zustand und die Anmutung werden besonders durch die Farbigkeit beeinflu\u00dft. Visuelle Wahrnehmung ist ein synergetischer Proze\u00df, bei dem sich foveales und peripheres sowie statisches und dynamisches Sehen beim Wechsel vom Ganzen zum Detail, vom Stand zur Bewegung, vom Hellen zum Dunklen und vom Bunten zum Unbunten erg\u00e4nzen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Raumwahrnehmung und Objektwahrnehmung sind gleicherma\u00dfen von der Erkennbarkeit der Oberfl\u00e4che abh\u00e4ngig. Bedingt durch den kompliment\u00e4ren Charakter werden sie dennoch unterschiedlich wahrgenommen: der Raum als bergende Form, Hohlform oder Negativform und das Objekt als geborgene Form, Vollform oder Positivform. Es bestehen auch Unterschiede in der Dimensionalit\u00e4t von Objekten: Flachwaren, wie Tafeln und Bilder, sind zweidimensional, w\u00e4hrend Ger\u00e4te und Gebrauchsgegenst\u00e4nde in der Regel, einer Plastik vergleichbar, dreidimensional sind. \u00dcber die Materialhaftigkeit, Strukturhaftigkeit, Farbigkeit und Erkennbarkeit semiotischer Elemente hinaus &#8211; so wie sie bei der Pr\u00e4sentation von Flachware erwartet werden &#8211; sollten bei plastischen Objekten gute Modellierung und Hervorhebung der Form hinzukommen. H\u00e4ufig sind nicht alle Parameter gleicherma\u00dfen erf\u00fcllbar, so da\u00df Priorit\u00e4ten gesetzt werden m\u00fcssen. Die Frage nach der Modellierbarkeit und der Bedeutung des Schattens in seinen vielf\u00e4ltigen Erscheinungsformen darf hierbei nicht \u00fcbersehen werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Erfahrungen im Umgang mit der Beleuchtung von R\u00e4umen und Objekten zeigen, da\u00df die Anwendungen einfacher Regelwerke einer Erg\u00e4nzung durch psychophysiologische \u00dcberlegungen bed\u00fcrfen. Die sogenannt objektive Betrachtungsweise des Ingenieurs, die sich am Me\u00dfbaren orientiert, mu\u00df verbunden werden mit den Signalen unseres \u00e4u\u00dferst komplexen Sinnesapparates, die sich mit Empfindung, Anmutung und Raumgef\u00fchl umschreiben lassen und vom Architekten gepflegt werden. So wird die sogenannt subjektive Betrachtungsweise des Architekten eher zu einer vertieften objektiven.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Eine numerisch noch so sorgf\u00e4ltige Berechnung photometrischer Werte, wie Beleuchtungsst\u00e4rken und Leuchtdichten, bleibt unbestimmt, solange nicht unser menschlicher Bewertungsma\u00dfstab bedacht wird, der uns vom photopischen \u00fcber das mesopische bis zum skotopischen Sehen begleitet. Der Bewertungsma\u00dfstab wird verk\u00f6rpert durch ein Sehmodell, das photometrische Werte in Empfindungswerte transformiert. Erscheinende Helligkeiten, Wahrnehmungsgrenzen, Blendungsgrenzen, Farbwahrnehmungsgrenzen u. a. mehr werden absch\u00e4tzbar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Entscheidungs- und Planungshilfe am Ende des Beitrags beschr\u00e4nkt sich auf die Beleuchtung von R\u00e4umen mit Oberlichtern, die einfache Decken\u00f6ffnungen in neutralen Raumquerschnitten darstellen. Es wird ersichtlich, da\u00df sogar unter so reduzierten Bedingungen eine Vielfalt von Oberlichtvarianten entstehen, welche in spezifischer Weise lichttechnische und gestalterische Funktionen erf\u00fcllen. Denkans\u00e4tze erleichtern die Absch\u00e4tzung der Wirksamkeit geplanter Ma\u00dfnahmen bis hin zur Lichtverteilung im Raume.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"font-size: 1.17em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\"><span style=\"color: #cc9933;\"><a href=\"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/Schultzkomplett.pdf\" target=\"_blank\">Gesamtbeitrag<\/a> (ca. 1,8 MB)<br \/>\n<span style=\"font-family: Georgia, 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, fantasy; color: #000000; font-size: small;\"><span style=\"font-weight: normal;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #cc9933;\"><span style=\"font-size: x-small;\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\"><a href=\"http:\/\/www.cyberlux.de\/deutsch\/articles\/science\/architektur\/schultz\/presentation.html#top\">top<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\">\u00a9 2002 Prof. Dr.-Ing. Volkher Schultz<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Volkher Schultz Kurzfassung Der Teil &#8222;Licht und Architektur&#8220; geh\u00f6rt zu einer interdisziplin\u00e4ren Studie des\u00a0FVLR \u00fcber Tageslicht in Geb\u00e4uden, insbesondere solchen mit Oberlichtern. 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