{"id":326,"date":"2009-07-20T21:46:06","date_gmt":"2009-07-20T19:46:06","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=326"},"modified":"2009-10-21T15:48:38","modified_gmt":"2009-10-21T13:48:38","slug":"anwendung-des-konzepts-der-gebrauchstauglichkeit-auf-die-beleuchtung-von-ahmet-cakir","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=326","title":{"rendered":"Anwendung des Konzepts der Gebrauchstauglichkeit auf die Beleuchtung"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-size: 1.17em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Autor<\/span><\/h3>\n<h2 style=\"font-size: 1.5em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Ahmet Cakir<\/span><\/h2>\n<h3 style=\"font-size: 1.17em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Kurzfassung<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Beleuchtung von Arbeitspl\u00e4tzen wurde vor rund 90 Jahren als lohnendes Ziel f\u00fcr sog. &#8222;efficiency experts&#8220; entdeckt. Man versuchte, unter Nutzung des Sachverstands der Lichttechniker die Leistung des arbeitenden Menschen zu erh\u00f6hen. In manchen L\u00e4ndern, so z.B. in den USA und in Deutschland entwickelte sich in den folgenden Jahren die Bewegung gar zu einem Politikum, dem wir den traumatisierenden Begriff &#8222;Hawthorne Effect&#8220; einerseits und den wohl schillerndsten Beh\u00f6rdennamen andererseits verdanken: &#8222;Amt f\u00fcr Sch\u00f6nheit der Arbeit&#8220;. Es wurde versucht, die f\u00fcr die Sehleistung g\u00fcnstigste Beleuchtung zu ermitteln und diese durch normative Vorgaben festzuschreiben. Die DIN 5035 aus dem Jahre 1935 ist eine der \u00e4ltesten Normenprojekte in Deutschland \u00fcberhaupt. Sie entwickelte ihre normative Kraft nicht etwa durch ihre inhaltliche \u00dcberlegenheit, sondern vor allem durch die Einbeziehung staatlicher Machtorgane f\u00fcr den Arbeitsschutz (z.B. Gewerbeaufsicht, Berufsgenossenschaften) zu ihrer Durchsetzung. Daran hat sich bis zum Erscheinen des Arbeitsschutzgesetzes nichts ge\u00e4ndert.<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\nBeitrag<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>EINLEITUNG<\/strong><br \/>\nDie Beleuchtung von Arbeitspl\u00e4tzen wurde vor rund 90 Jahren als lohnendes Ziel f\u00fcr sog. &#8222;efficiency experts&#8220; entdeckt. Man versuchte, unter Nutzung des Sachverstands der Lichttechniker die Leistung des arbeitenden Menschen zu erh\u00f6hen. In manchen L\u00e4ndern, so z.B. in den USA und in Deutschland, entwickelte sich in den folgenden Jahren die Bewegung gar zu einem Politikum, dem wir den traumatisierenden Begriff &#8222;Hawthorne Effect&#8220; einerseits und den wohl schillerndsten Beh\u00f6rdennamen andererseits verdanken: &#8222;Amt f\u00fcr Sch\u00f6nheit der Arbeit&#8220;. Es wurde versucht, die f\u00fcr die Sehleistung g\u00fcnstigste Beleuchtung zu ermitteln und diese durch normative Vorgaben festzuschreiben. Die DIN 5035 aus dem Jahre 1935 ist eine der \u00e4ltesten Normenprojekte in Deutschland und auf der Welt \u00fcberhaupt. Sie entwickelte ihre normative Kraft nicht etwa durch ihre inhaltliche \u00dcberlegenheit, sondern vor allem durch die Einbeziehung staatlicher Machtorgane f\u00fcr den Arbeitsschutz (z.B. Gewerbeaufsicht, Berufsgenossenschaften) zu ihrer Durchsetzung. Daran hat sich bis zum Erscheinen des Arbeitsschutzgesetzes im Jahre 1996 nichts ge\u00e4ndert. Auch danach versuchen interessierte Stellen und Personen, ihre mehrfach als antiquiert nachgewiesenen Vorstellungen bis heute durchzusetzen, obwohl sich ihre (unfreiwilligen) Protagonisten hiervon l\u00e4ngst verabschiedet haben. So bezeichnete Prof. Hartmann das Grundkonzept der deutschen Normen bis 2003, die Allgemeinbeleuchtung, schon in 1982 als &#8222;Lichtso\u00dfe&#8220;, und der weltweit gesch\u00e4tzte Lichtexperte Peter Boyce die Bem\u00fchung, normative Werte f\u00fcr Beleuchtungsst\u00e4rken mit der Sehleistung zu begr\u00fcnden, schlicht und einfach als M\u00e4rchen. Sein Vortrag vor dem Kongress der gr\u00f6\u00dften Gesellschaft f\u00fcr Lichttechnik der Welt (IESNA) im Jahre 1996 fing mit den Worten an: &#8222;Es waren einst drei Lichttechniker \u2026 Sie waren arm aber ehrlich. \u2026&#8220; Das anschlie\u00dfend dargelegte M\u00e4rchen wurde neuerdings sogar international aufgew\u00e4rmt und als eine ISO\/CIE-Norm ver\u00f6ffentlicht. Da DIN 5035 nunmehr unwiederbringlich der Geschichte angeh\u00f6rt, ist es Zeit, sich Gedanken f\u00fcr die Zukunft der Lichttechnik zu machen. Fast ein Jahrhundert von der Vergangenheit zu leben, ist schon eine Leistung &#8211; allerdings sollte man sich Techniker \u00fcberlegen, ob man unbedingt stolz darauf sein darf. Zumal die Lichttechnik in diesem Zeitraum Leistungen erbracht hat, auf die man wirklich stolz sein darf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Das Gebrauchstauglichkeitskonzept, das in DIN EN ISO 9241-11 [1] genormt ist, f\u00fchrt eine neue Vorstellung f\u00fcr normative Regelungen ein, das dem Geist der neuen Arbeitsschutzgesetzgebung entspricht. Dieser Beitrag stellt die Anwendung dieses Konzepts auf die Beleuchtung vor.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>BESCHREIBUNG DES KONZEPTS<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Das Konzept der Gebrauchstauglichkeit ist als Folge einer Diskussion \u00fcber die inhaltliche Ausgestaltung der Normenreihe ISO 9241 &#8222;Ergonomic requirements for office work with visual display terminals (VDTs)&#8220; entstanden. W\u00e4hrend die eine Seite nach normativen Vorgaben f\u00fcr eine ergonomische Software suchte, hat die Gegenseite argumentiert, man k\u00f6nne dies nur in Kenntnis der Arbeit bewerkstelligen, die mit der fraglichen Software erledigt werden soll. Zudem k\u00f6nne zu einem gegebenen Zeitpunkt die erforderliche Beschaffenheit einer Software nicht beschrieben werden, ohne die sonstigen Randbedingungen zu ber\u00fccksichtigen. Was sich zun\u00e4chst wie eine Verschiebung von Problemen in eine unbekannte Zukunft anh\u00f6rte, lie\u00df sich zu einem zukunftsweisenden Konzept entwickeln, nach dem ein Betrachtungsgegenstand keine inherente Gebrauchstauglichkeit aufweist, sondern ein Potenzial, f\u00fcr bestimmte Benutzer und Aufgaben in einem gegebenen Nutzungskontext gebrauchstauglich zu sein. Normative Vorgaben, etwa in einem Gesetz, einer technischen Regel oder einer Betriebsvorschrift, dienen nicht mehr dazu, die erforderliche L\u00f6sung vorzugeben, sondern den Weg zu dieser. Die Gebrauchstauglichkeit beschreibt die Art und Weise, wie die Eignung eines Produkts bzw. einer Einrichtung f\u00fcr einen vorgegebenen Zweck bestimmt werden kann. Sie stellt ein besonderes Qualit\u00e4tskriterium dar &#8211; eine Beschreibung in Bezug auf die Nutzung eines Produkts.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">W\u00e4hrend man bei einer konventionellen Norm mindestens eine L\u00f6sung angibt, ohne notwendigerweise die Gr\u00fcnde zu beschreiben, die zu eben dieser L\u00f6sung gef\u00fchrt haben, wird man in einem Regelwerk nach dem Konzept der Gebrauchstauglichkeit ein ultimatives Ziel angeben (z.B. ein bestimmtes Niveau an Sehleistung), Wege zum Erreichen dieses Ziels beschreiben und Methoden bzw. Kriterien, mit deren Hilfe man das Ziel angeht bzw. dessen Erreichen \u00fcberpr\u00fcft. Gebrauchstauglich ist eine L\u00f6sung, die, an ihren drei Kriterien gemessen, die gesetzten Ziele erreicht: Effektivit\u00e4t, Effizienz und Zufriedenstellung von Benutzerbed\u00fcrfnissen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Effektivit\u00e4t beschreibt den Erreichungsgrad von Benutzerzielen. Wenn Leuchten beispielsweise als Zweckbeleuchtung vorgesehen werden sollen, kann die Effektivit\u00e4t daran gemessen werden, wie gut Arbeitsobjekte beleuchtet werden. Die Effizienz beschreibt den Aufwand des Nutzers, der zum Erreichen einer bestimmten Effektivit\u00e4t eingesetzt werden muss. Das Ma\u00df l\u00e4sst sich z.B. aus dem Zeitaufwand f\u00fcr die Erledigung einer bestimmten Aufgabe, aber auch aus dem Grad der Erm\u00fcdung des Nutzers einer bestimmten Beleuchtung bzw. der Augenbeschwerden, die eine bestimmte Sehaufgabe verursacht, ermitteln. Die Zufriedenstellung von Bed\u00fcrfnissen beschreibt einerseits die Freiheit von Beeintr\u00e4chtigungen (z.B. Blendfreiheit) und andererseits die Akzeptanz des Betrachtungsgegenstands, so z.B. die Zufriedenheit mit der Lesbarkeit von Sehobjekten bei Zweckbeleuchtung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Das neue Konzept ist u.a. deswegen bedeutsam, weil bislang Anforderungen an die Beleuchtung einer Arbeitsst\u00e4tte f\u00e4lschlicherweise so gestellt worden sind, als w\u00e4re die Beleuchtung ein vorrangiges Ziel f\u00fcr die Raumgestaltung, wonach sich andere Faktoren (z.B. M\u00f6blierung, Erschlie\u00dfung) zu richten h\u00e4tten. Zudem ist man von der sog. &#8222;Sehaufgabe&#8220; als Randbedingung ausgegangen. In der Realit\u00e4t hingegen hat ein bestimmter Mitarbeiter mehrere &#8222;Sehaufgaben&#8220;, wobei das bewusste Sehen von Arbeitsobjekten h\u00e4ufig nicht einmal das wichtigste Kriterium darstellt, wonach ein Raum beleuchtet werden muss. Man wei\u00df zudem mittlerweile, dass f\u00fcr das Erkennen von Sehobjekten geeignetes Licht nicht unbedingt der Gesundheit zutr\u00e4glich ist, und eine der Gesundheit zutr\u00e4gliche Beleuchtung zuweilen das Sehen st\u00f6ren kann. Beispielsweise stellt die Beleuchtung, welcher G\u00fcte auch immer, f\u00fcr viele Arbeitspl\u00e4tze mit Bildschirmger\u00e4ten eher einen St\u00f6rfaktor f\u00fcr einen Teil der Sehaufgaben dar, so z.B. auf vielen CAD-Bildschirmen mit komplexen farbigen Darstellungen. D.h., man muss bei der Gestaltung der visuellen Umwelt stets Kompromisse eingehen, auch wenn sonstige Faktoren unber\u00fccksichtigt bleiben. Da mancher &#8222;sonstiger&#8220; Faktor den Benutzern wesentlich wichtiger erscheint als eine gute Beleuchtung, so z.B. das Bed\u00fcrfnis nach visueller Kommunikation mit dem Nachbarn in einem Doppelzimmer, nimmt man Nachteile bez\u00fcglich einer guten Beleuchtung in Kauf. So sitzt jeder zweite Mitarbeiter in Doppelzimmern lichttechnisch falsch. \u00dcbliche lichttechnische Normen, wie \u00fcbrigens viele andere Normen auch, versagen bei solchen Situationen, weil f\u00fcr sie das Schema &#8222;richtig\/falsch&#8220; in Bezug auf ihren Regelungsgegenstand (hier Beleuchtung) gilt. Nicht so bei Regelungen nach dem Gebrauchstauglichkeitskonzept, weil man hier bestimmen kann, welches Kriterium (z.B. Effektivit\u00e4t oder Effizienz) in welchem Ma\u00dfe betroffen ist und ob ein &#8222;Mangel&#8220; in Kauf genommen werden soll oder kann, da er infolge der Ber\u00fccksichtigung h\u00f6herwertiger Interessen des Benutzers entstanden ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die hier beschriebene Vorgehensweise entspricht dem Geist des Arbeitsschutzgesetzes, weil dieses nicht die Erf\u00fcllung statischer Vorgaben verlangt, sondern eine stetige Pr\u00fcfung getroffener Ma\u00dfnahmen und ggf. eine Verbesserung nach neuesten Erkenntnissen. Hierbei sind nicht einzelne Faktoren, die sich auf die Sicherheit und Gesundheit auswirken k\u00f6nnen, isoliert zu betrachten, vielmehr gilt &#8222;Ma\u00dfnahmen sind mit dem Ziel zu planen, Technik, Arbeitsorganisation, sonstige Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen und Einflu\u00df der Umwelt auf den Arbeitsplatz sachgerecht zu verkn\u00fcpfen;&#8220; (ArbSchG \u00a74 Allgemeine Grunds\u00e4tze). [2]<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>ANWENDUNGSBEISPIEL<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Um zu einer L\u00f6sung f\u00fcr die Beleuchtung einer vorgegebenen Arbeitsst\u00e4tte zu kommen, m\u00fcssen bestimmte Nutzungskontext unabh\u00e4ngige Anforderungen ber\u00fccksichtigt und Anforderungen aus der vorliegenden Arbeitssituation abgeleitet werden (Bild 1).<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.cyberlux.de\/deutsch\/articles\/planner\/methoden\/cakir\/Bild1.gif\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"250\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Bild 1: Schematische Darstellung der zu ber\u00fccksichtigenden Faktoren zum Finden einer gebrauchstauglichen Beleuchtungsl\u00f6sung. [3]<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">&#8222;Allgemein g\u00fcltige Anforderungen&#8220; im Sinne dieses Schemas r\u00fchren von kontextunabh\u00e4ngigen Faktoren her und m\u00fcssen in jeder Arbeitsst\u00e4tte erf\u00fcllt werden, so z.B. die Erkennbarkeit von Sicherheitsfarben als solche. &#8222;Technik&#8220; repr\u00e4sentiert die zu benutzenden Arbeitsmittel, sofern aus diesen Anforderungen an die Beschaffenheit der Beleuchtung abgeleitet werden k\u00f6nnen. Beispielsweise ben\u00f6tigt man f\u00fcr die Nutzung eines Zirkels st\u00e4rker gerichtetes Licht, f\u00fcr die Arbeit an einer Drehbank eine m\u00f6glichst geringe bzw. nicht vorhandene Lichtwelligkeit und f\u00fcr die Retusche von Farbbildern am Bildschirm eine m\u00f6glichst konstante Farbtemperatur sowie geringstm\u00f6glichen Lichteinfall auf den Bildschirm. &#8222;Aufgabe&#8220; steht f\u00fcr die Gesamtheit der Arbeitsabl\u00e4ufe, w\u00e4hrend &#8222;Umgebung&#8220; die gesamte physikalische Umwelt symbolisiert, die sich auf das zu findende Beleuchtungskonzept auswirken bzw. von ihm beeinflusst werden kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Wie die physikalische Umwelt ganzheitlich ber\u00fccksichtigt werden kann und sollte, ist der Norm DIN EN ISO 9241-6 [4] zu entnehmen, die zwar Beleuchtungsaspekte umfangreich regelt, jedoch immer in Verbindung mit anderen Faktoren. Das Ziel dieser Norm ist nicht eine unabh\u00e4ngige Regelung einzelner Aspekte wie Akustik oder Licht, sondern &#8222;Raumorganistion und Arbeitsplatzauslegung&#8220; mit vier \u00fcbergeordneten Zielen (Leistungsf\u00e4higkeit der Benutzer steigern, Fehler reduzieren, Beeintr\u00e4chtigungen verringern und Wohlbefinden verbessern).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Ob sich eine Leuchte bzw. ein Beleuchtungssystem f\u00fcr einen vorgegebenen Zweck eignet, l\u00e4sst sich nicht aus nur einer Sicht beurteilen, sondern aus der jeweiligen Perspektive eines jeden Beteiligten. Die Beurteilung wird in der Regel je nach Interessenlage unterschiedlich ausfallen. So wird ein Facility Manager eines Gro\u00dfunternehmens die Effektivit\u00e4t und Effizienz an anderen Ma\u00dfst\u00e4ben messen als ein Benutzer. Selbst wenn die Zufriedenstellung der Bed\u00fcrfnisse der Benutzer f\u00fcr ihn die h\u00f6chste Priorit\u00e4t genie\u00dft, wird seine Zufriedenheit sicherlich auch von Faktoren wie Wartungsfreundlichkeit oder Langlebigkeit beeinflusst, die den Benutzer nur am Rande interessieren. Deswegen gibt es nicht &#8222;eine&#8220; Gebrauchstauglichkeit f\u00fcr einen Betrachtungsgegenstand, sondern so viele wie unterschiedliche Interessen vorhanden sind, was insbesondere f\u00fcr Fachleute wichtig ist, die Produkte nach dem Gebrauchstauglichkeitskonzept entwickeln sollen. So wird der Anwender, der Produkte beschaffen will, als &#8222;Effiziensma\u00dfstab&#8220; Faktoren wie Beschaffungskosten, Betriebskosten, Aufwand f\u00fcr Nutzungs\u00e4nderungen, Wartungsaufwand, Entsorgungsaufwand, Lebensdauer f\u00fcr Leuchte und Leuchtmittel w\u00e4hlen, die sich von denen des Nutzers der Beleuchtung erheblich unterscheiden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>BER\u00dcCKSICHTIGUNG VON NUTZERASPEKTEN IN DER PRAXIS<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Beim praktischen Umgang mit dem Konzept im Hinblick auf Nutzeraspekte kann man sich an den Vorstellungen von IESNA, der lichttechnischen Gesellschaft von Nordamerika, orientieren, die Qualit\u00e4tsmerkmale der Beleuchtung in Anh\u00e4ngigkeit vom Einsatzbereich wichten [6]. Bild 2 zeigt einen Auszug daraus.<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.cyberlux.de\/deutsch\/articles\/planner\/methoden\/cakir\/Bild2.jpg\" border=\"1\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"254\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Bild 2: Beispiel f\u00fcr eine praktische Vorgehensweise [7]<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">In Bild 2 sind 16 Gestaltungsziele f\u00fcr die Beleuchtung beispielhaft f\u00fcr verschiedene Einsatzbereiche gewichtet worden. IESNA sieht in diesem Konzept einen neuen Meilenstein in der Geschichte der Beleuchtungstechnik. Mit zunehmender Durchsetzung solcher Konzepte wird die Vielfalt an lichttechnischen L\u00f6sungen gr\u00f6\u00dfer, so dass man sp\u00e4ter sicher mit Recht feststellen wird, dass eine normgerechte Beleuchtung nicht notwendigerweise eine normierte Beleuchtung ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\n<strong>Literatur- bzw. Quellenhinweise: <\/strong><br \/>\n[1] DIN EN ISO 9241-11, Ergonomische Anforderungen f\u00fcr B\u00fcrot\u00e4tigkeiten mit Bildschirmger\u00e4ten, Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit &#8211; Leits\u00e4tze<br \/>\n[2] Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vom August 1996<br \/>\n[3] Gebrauchstauglichkeit &#8211; Ein Qualit\u00e4tskonzept f\u00fcr Leuchten und Lichtsysteme, Waldmann Lichttechnik, Villingen-Schwenningen, 2002 [4] DIN EN ISO 9241-6, Ergonomische Anforderungen f\u00fcr B\u00fcrot\u00e4tigkeiten mit Bildschirmger\u00e4ten &#8211; Leits\u00e4tze f\u00fcr die Arbeitsumgebung<br \/>\n[5] \u00c7akir, A., \u00c7akir, G.: Licht und Gesundheit &#8211; Eine Untersuchung zum Stand der Beleuchtungstechnik in deutschen B\u00fcros, 3. deutsche Auflage, ERGONOMIC, Berlin, 1998<br \/>\n[6] Rea, M.S. (Hrsg.): The IESNA Lighting Handbook, Reference &amp; Application, Illuminating Engineering Society of North America, 2000<br \/>\n[7] \u00c7akir, A., \u00c7akir, G.: Trends in der Licht- und Beleuchtungsgestaltung am Bildschirm &#8211; Aktuelle Erkenntnisse und Schlussfolgerungen f\u00fcr die Licht- und Beleuchtungsarchitektur. In: Blaha, F. (Hrsg.): Trends der Bildschirmarbeit, Springer Verlag Wien New York, 2001<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Den gesamten illustrierten Beitrag k\u00f6nnen Sie\u00a0<a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/Gebrauchstauglichkeit.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a> als PDF-Datei einsehen. Unter \u00a0<a href=\"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/Gebrauchstauglichkeit1.pdf\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/Gebrauchstauglichkeit2.pdf\">Gebrauchstauglichkeit<\/a> finden Sie die Pr\u00e4sentation auf der Herbsttagung der Gesellschaft f\u00fcr Arbeitswissenschaft 2002 in Ilmenau. Leider sind die Animationen nicht enthalten. Wer Interesse hat, kann die ppt-Datei anfordern.<\/strong><\/span><\/p>\n<blockquote>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\">\u00a9 2002 <\/span><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #000000; font-size: x-small;\">Dr.-Ing. Ahmet \u00c7akir<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Ahmet Cakir Kurzfassung Die Beleuchtung von Arbeitspl\u00e4tzen wurde vor rund 90 Jahren als lohnendes Ziel f\u00fcr sog. &#8222;efficiency experts&#8220; entdeckt. Man versuchte, unter Nutzung des Sachverstands der Lichttechniker die Leistung des arbeitenden Menschen zu erh\u00f6hen. 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