{"id":279,"date":"2009-07-20T20:09:40","date_gmt":"2009-07-20T18:09:40","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=279"},"modified":"2020-10-28T22:45:21","modified_gmt":"2020-10-28T20:45:21","slug":"chancen-und-risiken-internationaler-vereinheitlichung-von-beleuchtungsnormen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=279","title":{"rendered":"Chancen und Risiken internationaler Vereinheitlichung von Beleuchtungsnormen"},"content":{"rendered":"<h3>Autor<\/h3>\n<h2>Dietrich Gall<\/h2>\n<h3>Kurzfassung<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Die Internationalisierung von Normen wird derzeit mit Hochdruck betrieben. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen zum einen in der Globalisierung der M\u00e4rkte und zum anderen im Aufbau des einheitlichen Marktes in der EU. Der Artikel konzentriert sich auf die Frage, ob dieses f\u00fcr Produkte als sinnvoll angesehene Vorgehen auch f\u00fcr Beleuchtung richtig ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h3>Beitrag<\/h3>\n<h4 style=\"font-size: 1em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong style=\"font-weight: bold;\">1. Internationalisierung der Beleuchtungsnormen<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>Der internationalen Vereinheitlichung von Normen wird gegenw\u00e4rtig von Politik und Wirtschaft ein hoher Stellenwert einger\u00e4umt. So sieht z.B. das DIN Deutsches Institut f\u00fcr Normung e.V. folgende Schwerpunkte \/1\/:<\/p>\n<p>\u201c<em>Die Wirtschaft und der Staat brauchen zur St\u00e4rkung des freien Welthandels harmonisierte Normen. Die internationale Normung hat daher Vorrang vor der europ\u00e4ischen und diese wiederum vor der nationalen &#8230;.<\/em><\/p>\n<p><em>Globales Handeln verlangt globale Strategien. Neue Produkte m\u00fcssen heute f\u00fcr neue M\u00e4rkte unter Wettbewerbsaspekten entwickelt werden. Internationale Normen sind der Katalysator und \u00fcberwinden technischen Handelshemmnisse. Einkaufs-, Fertigungs- und Vertriebsstrategien bilden hierbei mit Hilfe der Normung die Basis f\u00fcr den Erfolg der globalen Aktivit\u00e4ten. Insbesondere im Hochtechnologiebereich sind Normen die Basis f\u00fcr Akzeptanz durch alle interessierten Kreise und erh\u00f6hen die Investitionssicherheit<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p>So gibt es auch auf dem Gebiet der Lichttechnik und damit auch der Beleuchtungstechnik eine Vielzahl von Aktivit\u00e4ten zur Internationalisierung der Normen. Insbesondere hat sich weltweit die Internationale Beleuchtungskommission CIE \/2\/auf diesem Gebiet seit langen verdient gemacht.<\/p>\n<p>Im EU-Rahmen liegen nun auch die ersten Resultate bei den Beleuchtungsnormen vor \/3\/, die aber nur halbherzig von einigen EU-L\u00e4ndern \u00fcbernommen werden. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig. Auf der einen Seite muss man sich von national bew\u00e4hrten Normen verabschieden und auf der anderen Seite ist man von den neuen Festlegungen noch nicht restlos \u00fcberzeugt. Auch Beleuchtungsgewohnheiten und -traditionen sind damit betroffen. Dazu kommt ein generelles Unbehagen gegen\u00fcber Beleuchtungsvorschriften von Seiten der Lichtgestalter, da sie ihre Gestaltungsm\u00f6glichkeiten eingegrenzt sehen. Konnte man sich diesbez\u00fcglich mit den nationalen Einrichtungen (z.B. DIN) noch in den entsprechenden Gremien (Fachaussch\u00fcssen) auseinandersetzen, wird dies auf europ\u00e4ischer und internationaler Ebene immer anonymer m\u00f6glich.<\/p>\n<h4 style=\"font-size: 1em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">2. Grunds\u00e4tze und Inhalt nationaler und internationaler Normen<\/span><\/h4>\n<p>In der DIN &#8222;Normungsarbeit-Grunds\u00e4tze&#8220; wurden 1994 \/4\/ folgende Grunds\u00e4tze und Ziele der Normung definiert:<\/p>\n<p>&#8222;<em>Normung ist die planm\u00e4\u00dfige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgef\u00fchrte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenst\u00e4nden zum Nutzen der Allgemeinheit. Sie darf nicht zu einem wirtschaftlichen Sondervorteil einzelner f\u00fchren.<\/em><\/p>\n<p><em>Sie f\u00f6rdert die Rationalisierung und Qualit\u00e4tssicherung in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Sie dient der Sicherheit von Menschen und Sachen sowie der Qualit\u00e4tsverbesserung in allen Lebensbereichen. Sie dient au\u00dferdem einer sinnvollen Ordnung und der Information auf dem jeweiligen Normungsgebiet<\/em>.&#8220;<\/p>\n<p>Die Normen werden im Wesentlichen von ihren Zielfunktionen bestimmt, die dann den Inhalt und die Verbindlichkeit der Norm wesentlich pr\u00e4gen. So gibt es<\/p>\n<ul>\n<li>Verst\u00e4ndigungsnormen, die Begriffe, Symbole u.a.m. definieren,<\/li>\n<li>Produktnormen, die G\u00fctefestlegungen und Leistungsmerkmale f\u00fcr Erzeugnisse beinhalten und<\/li>\n<li>Verfahrensnormen, die Berechnungs-, Herstellungs- und Pr\u00fcfverfahren beschreiben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Art der Normen bietet f\u00fcr die Wirtschaft und f\u00fcr die Gesellschaft offensichtlich Vorteile, wie sie auch von dem DIN e.V. gesehen werden \/1\/.<\/p>\n<p>&#8222;<em>Normen stellen in einer industrialisierten Gesellschaft ein wichtiges Element dar, das neben Patenten und Lizenzen auch im Feld von Innovationen, neuen Produkten und Dienstleistungen zum Wirtschaftswachstum beitr\u00e4gt.<\/em><\/p>\n<p><em>Normung behandelt im 21. Jahrhundert nicht mehr nur die Bereiche der Rationalisierung und der Kostensenkung, sondern ist sowohl ein bedeutender Bestandteil der strategischen Unternehmensplanung als auch ein Grundstein f\u00fcr die wirtschafts- und gesellschaftspolitische Entwicklung eines Staates.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Dabei spielt die Internationalisierung einen besonderen Schwerpunkt:<\/p>\n<p>\u201e<em>Mehr als 82% aller Normungsaktivit\u00e4ten werden von der deutschen Plattform aus in europ\u00e4ischen und internationalen Gremien abgewickelt. Nur noch 18% der Normen beziehen sich auf die nationalen Anforderungen, f\u00fcr die es keinen europ\u00e4ischen oder internationalen Bedarf gibt. Mit den Vereinbarungen zwischen ISO\/IEC und CEN\/CENELEC wurden die notwendigen Grundlagen f\u00fcr eine enge, abgestimmte Zusammenarbeit mit wechselseitigen Bez\u00fcgen geschaffen<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Neben den o.g. Normen gibt es auch die Notwendigkeit Normen oder Gesetze und Regelwerke bzgl. der Sicherheitsanforderungen zu schaffen. Sofern sich die Sicherheitsanforderungen auf die Funktion des Produktes oder Verfahrens bezieht, ist die Normung aus technischen Gr\u00fcnden notwendig. Sofern die Sicherheit des Menschen durch das Produkt, Verfahren oder sonstiger Festlegungen betroffen ist, muss der Staat die entsprechenden Vorschriften erlassen und kontrollieren. Damit erlangen die Festlegungen Gesetzescharakter und gehen weit \u00fcber die Bedeutsamkeit von Normen hinaus.<\/p>\n<p>Da die nationale Verantwortung damit gegeben ist, m\u00fcssen internationale Festlegungen auf zwischenstaatlichen Ebenen abgeschlossene werden. Da die Beleuchtung den Sicherheitsaspekt, trifft dies auch f\u00fcr die Beleuchtungsnormen zu. Dies ist eine besondere Schwierigkeit bei der Gestaltung dieser Normen r\u00fchrt.<\/p>\n<p>Eine zweite Schwierigkeit bei den Beleuchtungsnormen liegt darin begr\u00fcndet, dass gestalterische Aspekte ber\u00fchrt werden, die sich aber einer Vereinheitlichung verst\u00e4ndlicherweise entziehen.<\/p>\n<h4 style=\"font-size: 1em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">3. Besonderheiten bei der Normung von beleuchtungstechnischen Sachverhalten<\/span><\/h4>\n<p>Zu Beginn des 20.Jahrhunderts wurden erste Aktivit\u00e4ten zur Beschreibung von Beleuchtungsanforderungen unternommen, wobei man auf die Besonderheiten dieser Regulierungen immer wieder hinwies:<\/p>\n<p>\u201e<em>Der Zweck k\u00fcnstlicher Beleuchtung ist, die Unterscheidung und das Erkennen von Gegenst\u00e4nden bei Fehlen des Tageslichtes zu erm\u00f6glichen. F\u00fcr die Beurteilung der G\u00fcte der Beleuchtung sind neben der objektiv feststellbaren Qualit\u00e4t subjektive Gesichtspunkte in vielen F\u00e4llen ma\u00dfgebend. Regeln, die in jedem einzelnen Falle zutreffen, sind nicht aufstellbar<\/em>.\u201c (\/5\/LAX u.a.1928)<\/p>\n<p>\u201e<em>All das, was vorher zur Lichtbewertungstechnik \u00fcber die menschenkundlichen Grundlagen gesagt und auseinandergesetzt wurde, ist bei der Aufstellung von Leits\u00e4tzen f\u00fcr die Beleuchtung mit k\u00fcnstlichem Licht zu beachten. Die k\u00fcnstliche Beleuchtung muss den Sehanforderungen entsprechen, den hygienischen Forderungen gen\u00fcgen, die \u00e4sthetischen Bed\u00fcrfnisse ber\u00fccksichtigen und die Raumwirkung verbessern, sowie wirtschaftlich sein. Das sind, kurz zusammengefasst, die Grundforderungen,die an jede Beleuchtung, ob bei unserer Arbeit oder in unserer Freizeit, zu stellen sind.<\/em>\u201c (\/6\/K\u00f6hler)<\/p>\n<p>Dies sind Forderungen, die sich als Norm z.T. verbieten.<\/p>\n<p>WITTIG und ARNDT \/7\/ haben in ihrem Hilfsbuch zur Anwendung der lichttechnischen Norm darauf sehr deutlich hingewiesen:<\/p>\n<p>\u201e<em>Es gibt kein einheitliches, in allen F\u00e4llen anwendbares und \u00fcberall Erfolg versprechendes Rezept f\u00fcr Beleuchtungsanlagen mit nat\u00fcrlichem oder gar k\u00fcnstlichem Licht. Ausdr\u00fccklich ist daher diesem wie dem folgenden Kapitel die einschr\u00e4nkende Bemerkung vorausgeschickt, dass die hier gegebenen Richtlinien im wesentlichen nur dann zu gelten haben, wenn die physiologisch bedingten Forderungen g\u00fcnstigsten Sehens bei produktiver Arbeit ausschlaggebend sind. Das aber ist nicht \u00fcberall und stets zutreffend. Wir beleuchten, um das Bed\u00fcrfnis des Menschen nach Aufhellung einer dunklen Umwelt zu befriedigen; wird aber eine menschlich-ganzheitliche L\u00f6sung dieses Aufgabenumfanges versucht, so muss man auch bedenken, dass der Mensch eine Einheit aus K\u00f6rper, Seele und Geist ist.<\/em><\/p>\n<p><em>F\u00fcr viele Beleuchtungsaufgaben haben nicht die am Arbeitsplatz des schaffenden Menschen vordringlichen g\u00fcnstigsten Sehbedingungen das gr\u00f6\u00dfte Gewicht, also nicht oder mindestens nicht so sehr die physiologisch, d.h. durch die nat\u00fcrliche Veranlagung unseres Gesichtssinns diktierten Forderungen k\u00f6nnen den Ausschlag geben oder mitbestimmend sein. Aus seelischen Bezirken des Menschen aufklingende Bed\u00fcrfnisse k\u00f6nnen somit den Vorrang vor anderen Forderungen erzwingen.<\/em>\u201c (1938)<\/p>\n<p>Man sprach deshalb immer von \u201eLeits\u00e4tzen f\u00fcr die Beleuchtung mit k\u00fcnstlichem Licht\u201c, die 1935 in die Beleuchtungsnorm DIN 5035 aufgenommen wurden und damit eher orientierenden Charakter hatten. Diese Leits\u00e4tze wurden 1962 in der Beleuchtungsnorm DIN 5035 aktualisiert:<\/p>\n<p>\u201e<em>Die k\u00fcnstliche Beleuchtung soll g\u00fcnstige Sehbedingungen schaffen, einer vorzeitigen Erm\u00fcdung entgegenwirken und dazu beitragen, im Menschen diejenige Stimmung zu erzeugen, die seinem jeweiligen Wollen und Handeln angepasst ist. Nur wenn die Beleuchtung diese Bedingungen erf\u00fcllt, f\u00f6rdert und erh\u00e4lt sie das physische und psychische Wohlbefinden und damit Lebensfreude und Lebenskraft des Menschen.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Zur Begr\u00fcndung dieser Leits\u00e4tze schreibt HENTSCHEL \/8\/:<\/p>\n<p>\u201e<em>Es ist nicht die Aufgabe dieser Norm, Rezepte f\u00fcr die L\u00f6sung einzelner Beleuchtungsprobleme zu geben. Sie enth\u00e4lt deshalb Regeln, die vom Beleuchtungsingenieur auf den individuellen Fall richtig angewandt zu einer guten Beleuchtung f\u00fchren. Dazu wird auch die Erfahrung mit f\u00fcr den Erfolg ausschlaggebend sein. In diesem Sinne enthalten die Leits\u00e4tze nicht nur Interpretationen wissenschaftlicher Grundlagen, sondern auch praktisch erprobte, f\u00fcr gut befundene und allgemein g\u00fcltige Erfahrungsgrunds\u00e4tze<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Erstmalig wird die Beleuchtungswissenschaft als Teil einer Erfahrungswissenschaft deklariert. Das ist auch sicher zu akzeptieren, hat aber den gro\u00dfen Nachteil zu entscheiden, welche Erfahrung denn die richtige ist, wenn verschiedene Meinungen vorhanden sind. Gerade bei der Erarbeitung und der Behandlung von Beleuchtungsnormen besteht deshalb die Gefahr, dass die Meinung starker Gruppierungen dominieren und das Konsenzverfahren damit aufgeweicht wird. Somit wird das Normungsger\u00fcst u.U. in Frage gestellt:<\/p>\n<p>\u201e<em>Es gibt sogar Stimmen, die behaupten, dass die Evaluierung der Beleuchtung nach den beleuchtungstechnischen G\u00fctemerkmalen nicht erfolgen kann, da es nur eine schwache Korrelation zwischen diesen Merkmalen und dem Gesamturteil \u00fcber die Beleuchtungswirkung gibt<\/em> \/9\/.<\/p>\n<p>Cakir \/10\/ bringt noch einen weiteren Gesichtspunkt in diese Diskussion: \u201e<em>Noch seltener wird hinterfragt, ob die G\u00fctekriterien, nach denen die k\u00fcnstliche Beleuchtung gestaltet werden soll, den heutigen Anforderungen der Praxis gerecht werden, da diese im Laufe der Zeit erheblichen Ver\u00e4nderungen unterworfen worden sind. Kaum jemand ist der Frage nachgegangen, ob sich die Beleuchtungstechnik im Laufe ihrer Entwicklung den G\u00fctekriterien angepasst hat, oder ob man nicht vielleicht der Versuchung erlegen ist, die G\u00fctekriterien dem jeweiligen Stand der Technik anzupassen&#8230;. Desweiteren musste festgestellt werden, dass die f\u00fcr die Beleuchtung ma\u00dfgeblichen Normen einzelne G\u00fctekriterien anderen gegen\u00fcber ungerechtfertigterweise hervorheben und daher mit als Ursache f\u00fcr den unerfreulichen Zustand genannt werden k\u00f6nnen<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Die neuen europ\u00e4ischen Beleuchtungsnormen \/3\/ klammern die Leits\u00e4tze, die sich an den psychologischen und gestalterischen Gesichtspunkten orientieren, weitgehend aus. Damit wird die Beleuchtung auf elementare Anforderungen orientiert, die aber nicht dazu angetan sind, gesamtheitlich gute L\u00f6sungen zu finden.<\/p>\n<p>\u201e<em>Um es Menschen zu erm\u00f6glichen, Sehaufgaben effektiv und genau durchzuf\u00fchren, sollte eine geeignete und angemessene Beleuchtung vorgesehen werden. Diese Beleuchtung kann durch Tageslicht, k\u00fcnstliche Beleuchtung oder eine Kombination von beiden erzeugt werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Die G\u00fcte der Sehleistung und des Sehkomforts wird f\u00fcr sehr viele Arbeitspl\u00e4tze durch die Art und Dauer der T\u00e4tigkeit bestimmt.<\/em><\/p>\n<p><em>F\u00fcr die meisten Arbeitspl\u00e4tze in Innenr\u00e4umen und deren zugeh\u00f6rigen Fl\u00e4chen legt diese Norm in Bezug auf Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t der Beleuchtung die Anforderungen an Beleuchtungssysteme fest. Zus\u00e4tzlich werden Empfehlungen f\u00fcr die Umsetzung guter Beleuchtung gegeben.<\/em>\u201d<\/p>\n<p>Durch den hohen Autorit\u00e4tszuwachs, den die Beleuchtungsnorm durch die Europ\u00e4isierung bekommen hat, wirkt sich diese Einengung besonders gravierend aus.<\/p>\n<h4 style=\"font-size: 1em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">4. Chancen und Risiken der Vereinheitlichung von Beleuchtungsnormen<\/span><\/h4>\n<p>Die o.g. grunds\u00e4tzlichen Probleme bei der Normung von Beleuchtungsanlagen wirken sich nat\u00fcrlich auch bei der Vereinheitlichung der Beleuchtungsnorm aus. Dazu kommt, dass auf nationale Gegebenheiten, die traditionell oder \u00f6konomisch begr\u00fcndet sein k\u00f6nnen, wenig R\u00fccksicht genommen werden kann.<\/p>\n<ul>\n<li>-Die gro\u00dfen Vorteile der Vereinheitlichung liegen insbesondere bei Verst\u00e4ndigungs-, Produkt- und Verfahrensnormen. Bei den Beleuchtungsnormen ergeben sich nur bedingt Vorteile.<\/li>\n<li>So ist sicher mit einem \u201eAutorit\u00e4ts\u201c -Zuwachs zu rechnen, der es leichter macht, die Beleuchtungsanforderungen allgemein durchzusetzen.<\/li>\n<li>Auch ist es von Vorteil, dass man sich auf Begriffe und Verfahren verst\u00e4ndigt und einheitlich handhabt.<\/li>\n<li>Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnte man auch eine h\u00f6here Qualit\u00e4t der Norm erwarten, da die Erfahrungspotentiale erweitert werden.<\/li>\n<li>Soweit es die lichttechnischen Produkte betrifft, ist eine Vereinheitlichung \u00f6konomisch auch sehr sinnvoll.<\/li>\n<li>Ebenso betreffe dies die einheitliche Bewertung und Vermessung von Beleuchtungsanlagen.<\/li>\n<li>Eine sinnvolle Arbeitsteilung bei der Erfassung offener Fragen w\u00e4re auch von gro\u00dfem Vorteil, zumal die Forschungslandschaft auf diesem Gebiet national personell nur schwach vorhanden ist.<\/li>\n<li>Die \u00dcbertragung von guten Erfahrungen von den Industriel\u00e4ndern k\u00f6nnen als Wissenstransfer an andere Nutzer \u00fcbertragen und sofern es die energetischen und \u00f6konomischen Ressourcen dieser L\u00e4nder gestatten realisiert werden.<\/li>\n<li>Diesen Vorteilen stehen gerade bei den Beleuchtungsnormen eine Reihe von Risiken und Nachteilen gegen\u00fcber.<\/li>\n<li>Die nationalen Traditionen und Besonderheiten werden zu wenig ber\u00fccksichtigt.<\/li>\n<li>Die gestalterische Komponente kann durch die Vorschriften eingeengt werden. Eine Verbindlichkeit steht einer freien Gestaltungsm\u00f6glichkeit gegen\u00fcber.<\/li>\n<li>Durch eine Internationalisierung wird die Prozedur eventuell notwendiger Korrekturen zu tr\u00e4ge, so dass auf neue Entwicklungen zu sp\u00e4t reagiert werden kann. Aus einer Produktstimulanz kann dann eine Innovationsbremse werden.<\/li>\n<li>Die Fragen des Arbeits-und Gesundheitsschutzes k\u00f6nnen Normen nicht regeln, dies muss in nationalen Gesetzen erfolgen. Die Folge davon w\u00e4re, dass es mindestens zwei Regelwerke geben muss, die die Anforderungen an die Beleuchtung vorschreiben. Dies ist immer mit einem Verbindlichkeitsverlust von einem der Regelwerke verbunden.<\/li>\n<li>Eine detaillierte und international verabschiedete Normung auf dem Gebiet der Beleuchtungstechnik w\u00fcrde der sog. \u201cKochbuch\u201d-Mentalit\u00e4t der Anwender entgegen kommen und einen Kreativit\u00e4tsverlust bedeuten.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 style=\"font-size: 1em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">5. Schlussfolgerungen<\/span><\/h4>\n<p>Bei aller Freude \u00fcber die Vereinheitlichung der Beleuchtungsnormen, sollten alle weiteren Aktivit\u00e4ten auf diesem Gebiet mit etwas mehr Distanz gesehen werden, um das Gebiet der Beleuchtungsplanung flexibel und kreativ zu halten. Der nationale Nutzen internationaler Normen ist f\u00fcr die nationale Beleuchtungstechnik nur schwer auszumachen. Ebenso wie man k\u00fcnstlerische und gestalterische Traditionen nicht vereinheitlichen kann, muss auch bei der Beleuchtungsgestaltung ein nationaler Spielraum eingestanden werden. Die internationalen Normungsgruppen t\u00e4ten also gut daran, sich nur auf ein paar wesentliche Eckpunkte f\u00fcr die G\u00fcteanforderungen der Beleuchtung zu beschr\u00e4nken, Berechnungs-und Vermessungsvorschriften zu entwickeln und die Vorschriften hinsichtlich ihrer \u00f6konomischen Realisierbarkeit zu orientieren. Da nicht immer davon ausgegangen werden kann, dass ausschlie\u00dflich fachliche Gr\u00fcnde bei der Ausformulierung der Normen herangezogen wurden, m\u00fcssten die Normen von unabh\u00e4ngigen Experten abschlie\u00dfend beurteilt und freigegeben werden.<\/p>\n<h4 style=\"font-size: 1em;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">6. Literatur<\/span><\/h4>\n<p>\/1\/ \u201eGrundlagen der Normungsarbeit des DIN\u201c ,DIN-Normenheft 10; 7.Auflage, Beuth-Verlag, Berlin,2001<\/p>\n<p>\/2\/ Stockmar,A.: \u201eVom Nutzen der CIE\u201c, Licht 2000,Goslar,Tg.Bd.,S.87 -90<\/p>\n<p>\/3\/ DIN EN 12464-1\/2002 \u201eLicht und Beleuchtung -Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten\u201c<\/p>\n<p>\/4\/ DIN 820 \u201eNormungsarbeit &#8211; Grunds\u00e4tze\u201c<\/p>\n<p>\/5\/ Lax,E.; Pirani,M.: \u201cBeleuchtung\u201c im HdB der Physik, Bd.XIX, Springer-Verlag, 1928<\/p>\n<p>\/6\/ K\u00f6hler,W.: \u201eLichttechnik\u201c, Helios-Verlag, Berlin-Borsigwalde, 1952<\/p>\n<p>\/7\/ Wittig, E.; Arndt, W.: \u201ePraktische Lichttechnik \/Hilfsbuch zur Anwendung der lichttechnischen Normen\u201c, Roth &amp;Co. Verlagsgesellschaft,Berlin, 1938<\/p>\n<p>\/8\/ \u201eInnenraumbeleuchtung mit k\u00fcnstlichem Licht\u201c, Lichttechnik (1962) 5,S.253 -257<\/p>\n<p>\/9\/ Kramer,H.: \u201eDie 8 Gebote guter Lichtgestaltung\u201c, Licht 98,Bregenz,Tg.Bd., S.438 -446<\/p>\n<p>\/10\/ \u00c7akir, A.; \u00c7akir, G.: \u201eLicht und Gesundheit &#8211; eine Untersuchung zum Stand der Beleuchtungstechnik in deutschen B\u00fcros\u201c, 2.Auflage Ergonomic Inst., Berlin, 1994<\/p>\n<blockquote>\n<h4><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Dietrich Gall Kurzfassung Die Internationalisierung von Normen wird derzeit mit Hochdruck betrieben. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen zum einen in der Globalisierung der M\u00e4rkte und zum anderen im Aufbau des einheitlichen Marktes in der EU. 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