{"id":243,"date":"2009-07-20T16:07:09","date_gmt":"2009-07-20T14:07:09","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=243"},"modified":"2009-07-20T16:07:09","modified_gmt":"2009-07-20T14:07:09","slug":"der-neue-stellenwert-des-tageslichts-in-der-beleuchtung-von-arbeitsstatten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=243","title":{"rendered":"Der neue Stellenwert des Tageslichts in der Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten"},"content":{"rendered":"<h3>Autor<\/h3>\n<h2><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>J\u00fcrgen Dzudzek<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\">Vortrag bei der Konferenz<br \/>\n&#8222;Beleuchtung von Bildschirmarbeitspl\u00e4tzen &#8211; Neue Regelungen, neue      Konzepte, neue L\u00f6sungen&#8220;,<br \/>\n4.\/5. Oktober 2001, Berlin<br \/>\nVeranstalter: ERGONOMIC Institut<\/span><\/span><\/p>\n<h3>Kurzfassung<\/h3>\n<p>Gesundheitliche Bedeutung im Rahmen      des Sozialgesetzbuchs VII; Definition der Gesundheit durch die WHO; Erh\u00f6hung      der Leistungsf\u00e4higkeit und -m\u00f6glichkeit; Zusammenhang von Licht      und Wahrnehmung; Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Belichtung.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/www.cyberlux.de\/deutsch\/articles\/planner\/gesetze\/dzudzek\/vortrag.pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/Dzudzekvortrag.pdf\">Dzudzekvortrag<\/a> als PDF<\/span><\/p>\n<h3>Beitrag<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Durch die Reform des Arbeitsschutzrechtes            im August 1997 hat das Tageslicht einen v\u00f6llig neuen Stellenwert            bei der Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten bekommen. Bei der Bew\u00e4ltigung            von Arbeitsaufgaben ist die Erf\u00fcllung der Sehaufgabe nicht l\u00e4nger            mehr die einzige Anforderung an die Lichtverh\u00e4ltnisse in Arbeitsst\u00e4tten.            Durch ihre Gestaltung sind nunmehr auch arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren            zu vermeiden.<\/span><\/p>\n<p>Diese neue Aufgabe erfordert, die Lichtverh\u00e4ltnisse in Arbeitsst\u00e4tten            hinsichtlich ihrer Qualit\u00e4t und hinsichtlich ihrer gesundheitlichen            Wirkungen auf Menschen zu betrachten. Ihre Betrachtung wirft die Frage            nach dem Ma\u00dfstab zur Beurteilung der Qualit\u00e4t der Lichtverh\u00e4ltnisse            in Arbeitsst\u00e4tten auf. Aufgrund der Pr\u00e4gung des Menschen seit            seinen Anf\u00e4ngen durch das Tageslicht der Sonne kann der Ma\u00dfstab            nur Tageslicht sein, denn Tageslicht ist ergonomisch einwandfrei.<\/p>\n<p>Die Messung k\u00fcnstlicher Beleuchtung am Tageslicht hinsichtlich            ihrer gesundheitlichen Qualit\u00e4t bezieht sich auf Parameter wie            das Vorhandensein, die Vollst\u00e4ndigkeit sowie die Verteilung des            Farbspektrums, das durch Lichtfarbe und Farbwiedergabe bestimmt wird,            oder der Stetigkeit der Strahlung der Lichtquelle.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t des Tageslichts bemisst sich wiederum an ihren Wirkungen            auf den Menschen. Wesentliche Wirkungen entstehen aus den Rhythmen der            Einstrahlung des Sonnenlichts und seiner Abwesenheit, insbesondere dem            Tag-, Nacht- und dem Jahresrhythmus. Es gibt eine Vielzahl von chronobiologischen            Wirkungen auf Vitalfunktionen wie zum Beispiel Blutdruck, Atmung, W\u00e4rmehaushalt,            Stoffwechsel, Hunger, Durst und Sexualit\u00e4t. Das Hormon Melatonin            regelt tagesperiodische Rhythmen. Seine Aussch\u00fcttung erfolgt nur            bei Dunkelheit. Lichteinfluss unterdr\u00fcckt die Melatoninproduktion.            Eine St\u00f6rung des tagesperiodischen Rhythmus&#8216; ist eine wesentliche            Gesundheitsgef\u00e4hrdung.<\/p>\n<p>Die im neuen deutschen Arbeitsschutzgesetz von August 1997 festgelegte            Norm der Vermeidung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren ist eine Umsetzung            einer entsprechenden Norm in der europ\u00e4ischen Arbeitsschutz-Rahmenrichtlinie            aus dem Jahre 1989, die auf dem von der WHO definierten Gesundheitsbegriff            basiert. Sowohl die WHO-Gesundheitsdefinition aus dem Jahre 1948 als            auch die sog. Ottawa-Charta der WHO aus dem Jahre 1977 gehen deutlich            \u00fcber den bis 1997 in der Bundesrepublik Deutschland rechtlich geltenden            Gesundheitsbegriff der &#8222;k\u00f6rperlichen Unversehrtheit&#8220;            hinaus. Die WHO-Definition von Gesundheit sichert den insbesondere f\u00fcr            Arbeitnehmer bedeutenden Anspruch auf Schutz vor physikalischen Einwirkungen            und Erhalt eines ausgewogenen psycho-sozialen und eines nat\u00fcrlichen            Umfeldes als Bedingungsgef\u00fcge f\u00fcr ein aktives und in diesem            Sinne gesundes Leben.<\/p>\n<p>Licht und Beleuchtung z\u00e4hlen zu den physikalischen Einwirkungen,            die sinnlich erlebbar, deren Auswirkungen zum Teil erfahrbar zum anderen            Teil aber unerfahrbar oder unbewusst sind. Dazu z\u00e4hlt die visuelle            Wahrnehmung. Sie ist eine bewusste wie auch unbewusste Aufnahme von            Bildern, das hei\u00dft zeitlicher und r\u00e4umlicher Zusammenh\u00e4nge,            und elektromagnetischer Strahlung. Dabei ist der Einfluss von Licht            auf die Wahrnehmung ganz erheblich, denn Licht erhellt die Wahrnehmung.            Dies ist durchaus w\u00f6rtlich zu nehmen. Von der Helligkeit abh\u00e4ngig            ist der Grad der Wahrnehmungsaktivit\u00e4ten. Die Wahrnehmung ist kein            passiver, sondern ein von der Intensit\u00e4t des Lichtes abh\u00e4ngiger            aktiver Vorgang der Aneignung der das Individuum umgebenden Welt. Eine            aktive Wahrnehmung ist eine wesentliche Bedingung f\u00fcr Lernen und            Kreativit\u00e4t. Dabei werden Informationen im Hippokampus zwischengespeichert,            nachts in den Tiefschlafphasen dem Kortex vorgespielt und hier verfestigt.            Die Lernleistung ist umso h\u00f6her, desto besser und tiefer man nachts            schlafen kann. Schlafst\u00f6rungen beeintr\u00e4chtigen die Ged\u00e4chtnisleistungen.            Die positive Beeinflussung eines gut ausgepr\u00e4gten Tag-Nacht-Rhythmus&#8216;            durch hohe Lichtaufnahme am Morgen f\u00f6rdert sowohl die Wahrnehmungs-            wie auch die Ged\u00e4chtnisf\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren            k\u00f6nnen auch durch unbewusste Wahrnehmung entstehen. Leuchtstofflampen            mit konventionellen, induktiven Vorschaltger\u00e4ten pulsieren mit            deutlichen Dunkeleinbr\u00fcchen. Leuchtstofflampen mit 50-Hz-Wechselstrom            z\u00fcnden richtungswechselnde Lichtblitze mit einer Frequenz von 100            Hz. Untersuchungen, die festgestellt haben, dass ein 100 Hz-Flimmern            von Menschen nicht mehr wahrgenommen wird, liegen damit durchaus richtig.            Ihre Schlussfolgerung, deshalb st\u00fcnden Beschwerden wie Kopfschmerzen,            Verspannungen der Augenmuskulatur u. A. damit nicht im Zusammenhang,            ist jedoch falsch, da die Pulsation des Lichtes durchaus unbewusst als            Stressbelastung wahrgenommen wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Wesentlicher als die Folgen            der Einwirkung von Licht auf den Menschen, die v\u00f6llig nat\u00fcrlich            ist, erscheinen die Folgen des Mangels an Licht. Der Mensch ist aufgrund            der seit Jahrtausenden bestehenden Bedingungen seiner Lebensumst\u00e4nde            ein Lichtwesen, das f\u00fcr seine Gesunderhaltung ein erhebliches Ma\u00df            an Sonnenlicht ben\u00f6tigt. In der freien Natur k\u00f6nnen selbst            an dunklen Novembertagen noch rund 6000 Lux gemessen werden. Das ist            ungeheuer viel Licht gegen\u00fcber der Nennbeleuchtungsst\u00e4rke            von selbst normgerecht ausgeleuchteten Arbeitsst\u00e4tten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Arbeitsst\u00e4tten erscheinen            im Vergleich zum Tageslicht vielfach als moderne H\u00f6hlen. Die bisher            g\u00e4ngigen Normen f\u00fcr die Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten            von 300 bzw. 500 Lux sind sicherlich f\u00fcr die Erf\u00fcllung t\u00e4tigkeitsbezogener            Sehaufgaben ausreichend, nicht jedoch f\u00fcr die dauerhafte Gesunderhaltung            von Arbeitnehmern, die einen gro\u00dfen Teil ihres Leben in, gemessen            am Tageslicht, viel zu dunklen Arbeitsst\u00e4tten verbringen. Arbeitsschutznormen            f\u00fcr die Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten m\u00fcssen zur Vermeidung            arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren k\u00fcnftig den Vorrang von Tageslicht            vor k\u00fcnstlicher Beleuchtung uneingeschr\u00e4nkt vorschreiben.            Anders ist der Auftrag des Arbeitsschutzgesetzes von 1997 zur Vermeidung            arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren, trotz aller Verbesserungen der            Leuchtmittel, nicht umzusetzen.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\">\u00a9 2001 Dipl.-P\u00e4d.\/Dipl.-Soz.W.            J\u00fcrgen Dzudzek<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor J\u00fcrgen Dzudzek Vortrag bei der Konferenz &#8222;Beleuchtung von Bildschirmarbeitspl\u00e4tzen &#8211; Neue Regelungen, neue Konzepte, neue L\u00f6sungen&#8220;, 4.\/5. Oktober 2001, Berlin Veranstalter: ERGONOMIC Institut Kurzfassung Gesundheitliche Bedeutung im Rahmen des Sozialgesetzbuchs VII; Definition der Gesundheit durch die WHO; Erh\u00f6hung der Leistungsf\u00e4higkeit <a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=243\"> Read more&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[154,31],"tags":[98,102,104,107,113,118,119,217],"class_list":["post-243","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-stellenwert-des-tageslichts","category-daylight","tag-arbeit","tag-cen","tag-cyberlux","tag-ges","tag-licht","tag-normen","tag-sehaufgabe","tag-daylight"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=243"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/243\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}