{"id":239,"date":"2009-07-20T15:55:39","date_gmt":"2009-07-20T13:55:39","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=239"},"modified":"2009-07-20T15:55:39","modified_gmt":"2009-07-20T13:55:39","slug":"das-gebrauchstauglichkeitskonzept-der-zukunftssichere-ansatz-fur-die-planung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=239","title":{"rendered":"Das Gebrauchstauglichkeitskonzept &#8211; Der zukunftssichere Ansatz f\u00fcr die Planung"},"content":{"rendered":"<h3>Autor<\/h3>\n<h2>Ahmet Cakir<\/h2>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\">Vortrag bei der Konferenz<br \/>\n&#8222;Beleuchtung von Bildschirmarbeitspl\u00e4tzen &#8211; Neue Regelungen, neue      Konzepte, neue L\u00f6sungen&#8220;,<br \/>\n4.\/5. Oktober 2001, Berlin<br \/>\nVeranstalter: ERGONOMIC Institut<\/span><\/p>\n<h3>Kurzfassung<\/h3>\n<p>Der Teil 11 von DIN EN ISO 9241 ist eine Basisnorm f\u00fcr die Gestaltung, Planung und Beschaffung von Produkten, so auch f\u00fcr die Beleuchtung von Bildschirmarbeitspl\u00e4tzen. Wesentliche Merkmale sind: Definition von Gebrauchstauglichkeit im Hinblick auf den Benutzer, Geltungsbereich der Gebrauchstauglichkeitsma\u00dfe Effizienz, Effektivit\u00e4t und Zufriedenstellung f\u00fcr das gesamte Arbeitssystem, d. h. auch f\u00fcr die Beleuchtung, Anleitungen zur Festlegung von kontextbezogenen Gebrauchstauglichkeitsmerkmalen, im Fall der Beleuchtung sind dies die spezifischen Auspr\u00e4gungen der G\u00fctemerkmale.<\/p>\n<h3>Beitrag<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>1 Zum Konzept der Gebrauchstauglichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Gebrauchstauglichkeit ist ein neues Konzept in der Normung, das f\u00fcr            die Gestaltung, Planung oder Beschaffung von Produkten und Einrichtungen            herangezogen werden kann. Der Begriff wurde in DIN EN ISO 9241-11 &#8222;Ergonomische            Anforderungen f\u00fcr B\u00fcroarbeit mit Bildschirmger\u00e4ten, Anforderungen            an die Gebrauchstauglichkeit &#8211; Leits\u00e4tze&#8220; eingef\u00fchrt.            Die Gebrauchstauglichkeitsma\u00dfe &#8211; Effektivit\u00e4t, Effizienz            und Zufriedenstellung &#8211; und die dazugeh\u00f6rigen Kriterien k\u00f6nnen            dazu benutzt werden, die \u00dcbereinstimmung, aber auch die Divergenz,            von Beurteilungskriterien der Beleuchtung aus der jeweiligen Interessenlage            der Beteiligten &#8211; Benutzer, Anwender, Betreiber und Investor &#8211; transparent            darzustellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Gebrauchstauglichkeit            beschreibt die Art und Weise, wie die Eignung eines Produkts bzw. einer            Einrichtung f\u00fcr einen vorgegebenen Zweck bestimmt werden kann.            Sie stellt ein besonderes Qualit\u00e4tskriterium dar &#8211; eine Qualit\u00e4tsbeschreibung            in Bezug auf die Nutzung eines Produkts. Sofern der Zweck im Voraus            und in allen notwendigen Details bekannt ist, kann im Allgemeinen davon            ausgegangen werden, dass eine spezifische Norm die f\u00fcr die Gebrauchstauglichkeit            erforderlichen Gestaltungsmerkmale beschreibt. Mit der Erf\u00fcllung            einer solchen Norm hat der Anwender im Allgemeinen die Sicherheit, dass            die Einrichtung gebrauchstauglich ist. Weitergehende Betrachtungen er\u00fcbrigen            sich somit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">In der heutigen Arbeitswelt            sind die Voraussetzungen aber anders: Der st\u00e4ndige Wandel der Rahmenbedingungen,            so z.B. der Arbeitsaufgaben und der Technik, stellt besondere Anforderungen            an Produkte und Umwelt, insbesondere an langlebige Einrichtungen wie            eine Beleuchtungsanlage f\u00fcr Arbeitsr\u00e4ume. Mit der Anderung            des Nutzungszwecks bzw. des Nutzungskontexts kann sich die Eignung ebenfalls            \u00e4ndern. Dies war im B\u00fcrobereich der Fall, als sich die Arbeit            von rein papiergebundener Arbeitsweise (vor mehr als 20 Jahren) in eine            Mischform (Papier und Bildschirm) gewandelt hat, und heute bei vielen            Arbeitspl\u00e4tzen in eine reine bildschirmgest\u00fctzte Arbeitsweise            \u00fcbergegangen ist. Hierdurch hat sich die Bedeutung der Beleuchtung            vollkommen ver\u00e4ndert. Die Technik hat es auch erm\u00f6glicht,            einen Teil der Arbeitspl\u00e4tze bzw. einen Anteil der t\u00e4glichen            Arbeit nach Hause zu verlegen. Nicht wenige Wohnr\u00e4ume werden anteilig            als Arbeitsr\u00e4ume benutzt, wobei &#8222;anteilig&#8220; sowohl zeitlich            als auch r\u00e4umlich zu verstehen ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Da die Bildschirmarbeitsverordnung            und die Arbeitsst\u00e4ttenverordnung eine Anpassung der Beleuchtung            an die Sehaufgabe zwingend fordern, muss die Anwendung von Beleuchtungsnormen            dem Nutzungskontext entsprechend vorgenommen werden. Dies wird nach            dem Gebrauchstauglichkeitskonzept der DIN EN ISO 9241-11 sinnvollerweise            nach den drei Kriterien Effektivit\u00e4t, Effizienz und Zufriedenheit            des Benutzers bzw. Zufriedenstellung von Bed\u00fcrfnissen vorgenommen.            F\u00fcr den Fall der Beleuchtung bedeutet dies:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> Die Effektivit\u00e4t                beschreibt den Erreichungsgrad von Benutzerzielen. Wenn Leuchten                beispielsweise als Zweckbeleuchtung vorgesehen werden sollen, kann                die Effektivit\u00e4t daran gemessen werden, wie gut die Arbeitsobjekte                beleuchtet werden. <\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Effizienz beschreibt                den Aufwand des Nutzers, der zum Erreichen einer bestimmten Effektivit\u00e4t                eingesetzt werden muss. Das Ma\u00df l\u00e4sst sich z.B. aus dem                Zeitaufwand f\u00fcr die Erledigung einer bestimmten Aufgabe, aber                auch aus dem Grad der Erm\u00fcdung des Nutzers einer bestimmten                Beleuchtung bzw. der Beschwerden, die eine bestimmte Sehaufgabe                verursacht, ermitteln.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Zufriedenstellung                von Bed\u00fcrfnissen beschreibt einerseits die Freiheit von Beeintr\u00e4chtigungen                (z.B. Blendfreiheit) und andererseits die Akzeptanz des Betrachtungsgegenstands,                so z.B. die Zufriedenheit mit der Lesbarkeit von Sehobjekten bei                Zweckbeleuchtung. Sie geht \u00fcber die blo\u00dfe Vermeidung                negativer Effekte hinaus.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>2 Aufzeigen von L\u00f6sungs-Wegen            anstatt L\u00f6sungs-Vorgaben <\/strong><\/p>\n<p>Normen, die nach dem Konzept der Gebrauchstauglichkeit gestaltet worden            sind, sind &#8222;ergonomische&#8220; Normen. Sie versuchen nicht, eine            bestimmte L\u00f6sung vorzugeben, auch wenn sie die beste zu sein scheint,            sondern sie geben den Weg vor, wonach man die richtige L\u00f6sung unter            den jeweils gegebenen Umst\u00e4nden finden kann bzw. soll. Plant man            beispielsweise die M\u00f6blierung eines B\u00fcros, w\u00fcrde eine            \u00fcbliche Norm als Antwort auf die Frage nach der Tischgr\u00f6\u00dfe            eine Fl\u00e4che von 1600 x 800 mm vorgeben (s. DIN 4559).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Dies mag f\u00fcr eine Reihe            von Aufgaben und Arbeitsr\u00e4umen ein hinreichend guter Hinweis sein.            F\u00fcr viele Arbeitspl\u00e4tze wird die Antwort aber weder hinreichend            noch n\u00fctzlich sein. So wird in vielen F\u00e4llen der Tisch zu            breit oder zu tief sein, in nicht weniger F\u00e4llen aber wird genau            das Gegenteil eintreten. Eine ergonomische Norm wird hingegen darstellen,            wie man beispielsweise die Bautiefe des Bildschirms und die sinnvolle            Sehentfernung f\u00fcr eine bestimmte Sehaufgabe ber\u00fccksichtigt,            um daraus die erforderliche Tischtiefe zu ermitteln. Diese kann zwischen            1200 mm (21&#8243;-Monitor f\u00fcr CAD, \u00e4lterer Mitarbeiter) und            600 mm (LCD-Bildschirm, Schulkinder) liegen. Ma\u00dfgeblich sind hierbei            die Aufgabe, die dazu ben\u00f6tigte Technik, die vorgesehenen Benutzer            und die Umgebung, in der die Aufgabe verrichtet werden soll.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Dieser Vorstellung entsprechend            gaben z.B. die &#8222;Sicherheitsregeln f\u00fcr Bildschirm-Arbeitspl\u00e4tze&#8220;            (ZH1\/618) bereits im Jahre 1980 nur die Minimalabmessungen f\u00fcr            Arbeitstische vor und verlangten, dass man die jeweils ben\u00f6tigten            Abmessungen nach den Nutzungsbedingungen w\u00e4hlt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>3 Anwendung auf die Beleuchtung<\/strong><\/p>\n<p>Die Bedeutung des Konzepts l\u00e4sst sich an Leuchten demonstrieren,            die f\u00fcr verschiedene Einsatzgebiete konzipiert worden sind, so            z.B. an Arbeitsplatzleuchten f\u00fcr die Arbeit an Bildschirmger\u00e4ten            und an Maschinen. Obwohl beide Produktgattungen dem gleichen Zweck dienen,            der Ausleuchtung eines Ausschnitts des Arbeitsbereichs, sind sie sowohl            in ihren lichttechnischen Eigenschaften als auch in ihren sonstigen            Merkmalen sehr unterschiedlich. Dies ist nicht zuletzt Folge davon,            dass die Ber\u00fccksichtigung der drei Kriterien &#8211; Effektivit\u00e4t,            Effizienz und Zufriedenstellung &#8211; zu unterschiedlichen Ergebnissen f\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>3.1 Effektivit\u00e4t<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDie Effektivit\u00e4t l\u00e4sst sich bei exakt definierten Sehaufgaben            an deren Unterst\u00fctzung messen. So wird man bei einer Maschinenleuchte            das genaue Erkennen der Bearbeitungsstelle bewerten. Eine nicht ganz            effektive Beleuchtung erzeugt z.B. eine Reflexblendung, die die Erkennbarkeit            herabsetzt. Daher kommt der Pr\u00e4zision der Wahl der Lichteinfallsrichtung            eine hohe Bedeutung zu. Die Leuchte kann naturgem\u00e4\u00df auch            Direktblendung erzeugen, die die Erkennbarkeit ebenfalls beeintr\u00e4chtigen            kann. Ihre physikalischen Abmessungen k\u00f6nnen eine weitere Minderung            der Erkennbarkeit der Bearbeitungsstelle bedingen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Unabh\u00e4ngigkeit des            Lichtes von Umwelteinfl\u00fcssen wie Vibrationen, mechanischen und            chemischen Einwirkungen sowie von St\u00e4uben ist ein besonderes Effektivit\u00e4tsma\u00df            f\u00fcr Leuchten in der Produktion. Bei Arbeitsplatzleuchten, die f\u00fcr            \u00e4hnlich pr\u00e4zise definierte Sehaufgaben im B\u00fcrobereich            gestaltet werden, z.B. bei Zeichentischleuchten, l\u00e4sst sich die            Effektivit\u00e4t anhand der Gleichm\u00e4\u00dfigkeit \u00fcber eine            relativ gro\u00dfe Fl\u00e4che belegen, selbstverst\u00e4ndlich auch            hier unter Vermeidung von Reflex-blendung. Bei Arbeitsplatzleuchten            f\u00fcr die Bildschirmarbeit ist das Hauptkriterium f\u00fcr die Effektivit\u00e4t            das Erzielen variabler Beleuchtungsst\u00e4rken in verschiedenen vom            Benutzer bestimmten Ebenen bei gleichzeitiger Vermeidung von Direktblendung            an benachbarten Arbeitspl\u00e4tzen und von Reflexblendung auf dem eigenen            Bildschirm.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>3.2 Effizienz<br \/>\n<\/strong><br \/>\nEffektivit\u00e4t, d.h. die Vollst\u00e4ndigkeit und Genauigkeit der            Zielerreichung, kann man bei vielen Sehaufgaben mit unterschiedlichen            Beleuchtungseinrichtungen erreichen. Der erforderliche Aufwand f\u00fcr            die Erledigung der Arbeitsaufgabe kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Man kann zwar bei 10 lx              Texte lesen, jedoch m\u00fchevoll und recht langsam. <\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Der Reflexblendung auf              dem Werkst\u00fcck kann der Benutzer u.U. ausweichen, aber zu Lasten              der K\u00f6rperhaltung.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Rotierende Teile, die              wegen des Stroboskopeffektes stillstehend erscheinen, kann man h\u00e4ufig              auch an anderen Merkmalen erkennen. Dies ist anstrengend und erh\u00f6ht              auch die Unfallgefahr.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Effizienz, mit der man            den Sehaufgaben gen\u00fcgen kann, stellt den eigentlichen Grund f\u00fcr            die Unterschiedlichkeit von Leuchtenkonstruktionen wie von Beleuchtungsplanungen            dar. Bei gleicher Effektivit\u00e4t, d.h. der Benutzer kann alle Gegenst\u00e4nde            erkennen, die zu erkennen sind, kann die Effizienz extrem unterschiedlich            ausfallen, wobei man eine geringere Effizienz bei B\u00fcroleuchten            eher in Kauf nehmen kann als bei Maschinenleuchten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Ber\u00fccksichtigung            der Effizienz neben der Effektivit\u00e4t ist in der Lichttechnik an            sich nichts Neues, man hat bei Festlegungen immer einen sogenannten            &#8222;Komfortfaktor&#8220; eingerechnet. Bei dieser Vorgehensweise wurde            der Schwellenwert f\u00fcr eine Sehaufgabe (z.B. Mindestwert des Kontrasts            zum Erkennen eines kleinen Objekts) bestimmt (entspricht Effektivit\u00e4t)            und f\u00fcr die Praxis mit einem Zuschlag versehen, der f\u00fcr ein            komfortables Sehen sorgen soll. Damit wird die Effizienz entsprechend            erh\u00f6ht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Der eigentliche Unterschied            der Vorgehensweise in der Ergonomie zur der in der Lichttechnik besteht            darin, dass man hierbei nicht die &#8222;Benutzer&#8220; kollektiv ber\u00fccksichtigt,            sondern auf individuelle Unterschiede eingeht, die beim Lichtbedarf            sehr unterschiedlich ausfallen k\u00f6nnen. Die Lichttechnik unterscheidet            auch nicht zwischen Effektivit\u00e4t und Effizienz, wodurch ihre Festlegungen            angreifbar werden. So ist nachgewiesen, dass die Sehleistung bei den            meisten B\u00fcroaufgaben bei ca. 50 lx ein Maximum erreicht. Wozu ben\u00f6tigt            man dann h\u00f6here Beleuchtungsst\u00e4rken? W\u00fcrde man die Effizienz            ber\u00fccksichtigen, k\u00f6nnte man sie sehr wohl begr\u00fcnden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>3.3 Zufriedenstellung<br \/>\n<\/strong><br \/>\nUnter diesem Kriterium w\u00fcrde man in der Lichttechnik in herk\u00f6mmlichen            Sinne eine St\u00f6rungsfreiheit (Blendfreiheit) verstehen. In der Ergonomie            geht man einen Schritt weiter und versucht, Zufriedenheit zu beschreiben,            d.h. eine positive Wirkung und nicht nur eine Freiheit von St\u00f6rung.            Ein solcher Ansatz stellt nicht nur eine theoretische Erweiterung der            Betrachtungsweise der Lichtqualit\u00e4t dar. Er ist vielmehr fundamentaler            Natur, da die gleichen physikalischen Merkmale einer Beleuchtung bzw.            einer Leuchte situationsabh\u00e4ngig positiv wie negativ wirken k\u00f6nnen.            So sind &#8222;Glanz&#8220; und &#8222;Reflexblendung&#8220;, physikalisch            gesehen, dem gleichen Vorgang zuzuordnen. Und die gleiche lichttechnische            Gr\u00f6\u00dfe, z.B. die Leuchtdichte einer Leuchte, kann in der einen            Umgebung (Arbeitsst\u00e4tte) eine &#8222;psychologische&#8220; Blendung            beschreiben, w\u00e4hrend sie in einer anderen (Ballsaal) die Lichtf\u00fclle            einer anregenden Umgebung kennzeichnen kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">In der Lichttechnik hat man            dieser Tatsache bislang versucht zu entsprechen, indem man die Betrachtungsobjekte            in zwei Gruppen eingeteilt hat: R\u00e4ume, f\u00fcr die die Normen            einschlie\u00dflich ihrer Betrachtungsweisen zu den G\u00fctekriterien            wie Blendungsbegrenzung gelten, und sog. &#8222;stimmungsbetonte&#8220;            R\u00e4ume, f\u00fcr die man sich weitgehend f\u00fcr unzust\u00e4ndig            erkl\u00e4rt. In den letzteren sollen &#8222;in besonderem Ma\u00dfe            gestalterische Gesichtspunkte und solche der Behaglichkeit eine Rolle&#8220;            spielen (DIN 5035-1), wodurch sich diese nach Meinung der Autoren der            Norm einer &#8222;lichttechnischen&#8220; Betrachtungsweise entziehen,            es sei denn, in solchen R\u00e4umen wird auch gearbeitet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Dann sind die gleichen Gesichtspunkte            wie in Arbeitsst\u00e4tten anzuwenden. Wenn man sich solche R\u00e4ume            aber in der Praxis anschaut, z.B. Hotelfoyers, Konzerts\u00e4le, Kundenberatungsr\u00e4ume            etc., erkennt man unschwer, dass die empfohlene Vorgehensweise keine            Chance hat, Eingang in die Praxis zu finden. Anders hingegen nach dem            Konzept der Gebrauchstauglichkeit, bei dem man f\u00fcr jede Gruppe            von Benutzern Ma\u00dfe f\u00fcr Effektivit\u00e4t und Effizienz bestimmen            sowie ihre zufrieden zu stellenden Bed\u00fcrfnisse und Anforderungen            festlegen kann. Danach l\u00e4sst sich bewerten, ob und ggf. in welchem            Ma\u00dfe die zu findende Beleuchtungsl\u00f6sung gebrauchstauglich            aus der jeweiligen Sicht sein wird. Im Idealfall kann man die Beleuchtung            z.B. lokal derart modifizieren, dass sie f\u00fcr alle gebrauchstauglich            wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">In einer solchen Betrachtungsweise            stellt die unterschiedliche Bewertung ein- und des gleichen Objekts,            hier Blendungsquelle, dort stimulierender Glanzpunkt, keinen Widerspruch            in sich dar. Das Gebrauchstauglichkeitskonzept erschlie\u00dft dem            Lichttechniker und Planer eine ganzheitliche Betrachtungsweise des visuellen            Umfelds und hilft auch, Kompromisse zwischen den Anforderungen unterschiedlicher            Benutzergruppen zu finden und transparent zu machen. Im Sinne des Konzepts            der Gebrauchstauglichkeit gibt es nicht eine Zweiteilung von Leuchten            nach Funktionalit\u00e4t einerseits und Asthetik andererseits, sondern            ein Kontinuum der Wertigkeit zwischen den Extremen &#8222;rein funktionell&#8220;            und &#8222;ausschlie\u00dflich dekorativ&#8220;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Zufriedenheit von Benutzern            mit einer Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten wird i.d.R. nicht unabh\u00e4ngig            von den ersten beiden Kriterien, Effektivit\u00e4t und Effizienz, ausfallen,            da sie mit einer Zweckbeleuchtung immer eine gewisse Funktionalit\u00e4t            verbinden. Dass Funktionales einen \u00e4sthetischen Wert mit nachhaltiger            Wirkung besitzen kann, zeigen z.B. Arbeitsleuchten aus der Bauhaus-Ara.            Manche von ihnen zieren heute mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrer            Entstehung elegante Wohnr\u00e4ume.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Besuchen Sie auch <a href=\"http:\/\/www.cyberlux.de\/deutsch\/articles\/planner\/gesetze\/cakir3\/www.ergonomic.de\" target=\"_blank\">www.ergonomic.de<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/Lichtundgesundheit\/Willkommen.html\">lichtundgesundheit.de<br \/>\n<\/a> <\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\">\u00a9 2001 Dr.-Ing.            Ahmet \u00c7akir<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Ahmet Cakir Vortrag bei der Konferenz &#8222;Beleuchtung von Bildschirmarbeitspl\u00e4tzen &#8211; Neue Regelungen, neue Konzepte, neue L\u00f6sungen&#8220;, 4.\/5. Oktober 2001, Berlin Veranstalter: ERGONOMIC Institut Kurzfassung Der Teil 11 von DIN EN ISO 9241 ist eine Basisnorm f\u00fcr die Gestaltung, Planung und <a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=239\"> Read more&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[72],"tags":[98,99,102,104,105,219,107,113,198,118,119,120],"class_list":["post-239","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-usability","tag-arbeit","tag-arbeitsplatzleuchte","tag-cen","tag-cyberlux","tag-din-5035","tag-usability","tag-ges","tag-licht","tag-lichtqualitat","tag-normen","tag-sehaufgabe","tag-sicherheit"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=239"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/239\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}