{"id":231,"date":"2009-07-20T15:39:40","date_gmt":"2009-07-20T13:39:40","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=231"},"modified":"2009-07-20T15:39:40","modified_gmt":"2009-07-20T13:39:40","slug":"iso-9241-6-neue-norm-fur-beleuchtung-und-arbeitsumwelt-fur-die-bildschirmarbeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=231","title":{"rendered":"ISO 9241-6 &#8211; Neue Norm f\u00fcr Beleuchtung und Arbeitsumwelt f\u00fcr die Bildschirmarbeit"},"content":{"rendered":"<h3>Autor<\/h3>\n<h2><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #000000;\"> Ahmet und Gisela Cakir<\/span><\/h2>\n<p><strong>Kurzfassung<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Kaum ein Umweltfaktor war so fr\u00fchzeitig      Gegenstand von Vorschriften und Normen wie Beleuchtung. In Deutschland geht      deren Geschichte auf die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zur\u00fcck.      Dennoch sind Benutzer eher unzufrieden mit der Beleuchtung ihrer Arbeitspl\u00e4tze,      und die Architekten machen des \u00f6fteren einen Bogen um lichttechnische      Normen. Was die Ursachen hierf\u00fcr im Einzelnen auch sein m\u00f6gen, eine      Tatsache bedarf einer besonderen Beachtung: Beleuchtung ist Teil der Arbeitsumwelt      und somit ist ihre Auslegung Teil der Raumgestaltung. Diesen Teil unabh\u00e4ngig      vom Ganzen zu normen, war stets Ziel einer Normung, die dem Benutzer eine      angenehme Umgebung bescheren sollte bzw. wollte. Das Ziel war aber mit den      angewendeten Mitteln nicht erreichbar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Eine neue Norm &#8211; DIN EN ISO 9241-6 &#8211; behandelt alle Umweltfaktoren gemeinsam      als Ganzheit und weist hierbei dem Benutzer eine aktive Rolle zu. Das Konzept      der neuen Norm ist geeignet, den tiefen Graben zwischen Architektur und Lichttechnik      zu \u00fcberbr\u00fccken &#8211; vielleicht sogar zu ebnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Mit dem grundlegenden allgemeinen      Leitsatz der Norm werden vier Gestaltungsziele vorgegeben:<br \/>\n&#8222;Eine Verbesserung der ergonomischen Eigenschaften bei der Gestaltung      der Arbeitsstation, der Ausstattung mit Arbeitsmitteln und der Arbeitsumgebung      tr\u00e4gt dazu bei, die <strong>Leistungsf\u00e4higkeit<\/strong> der Benutzer zu steigern,      <strong>Fehler<\/strong> und <strong>Beeintr\u00e4chtigungen<\/strong> zu <strong>reduzieren<\/strong> und      das allgemeine <strong>Wohlbefinden<\/strong> zu verbessern.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> In dem n\u00e4chsten Leitsatz      unterscheidet sich EN ISO 9241-6 in besonderem Ma\u00dfe von sonstigen Normen.      Dieser sieht vor:<br \/>\n<strong>&#8222;Die Gestaltung der Arbeitsumwelt sollte eine angemessene Einflussnahme      von Einzelpersonen auf ihre Umgebungsbedingungen erm\u00f6glichen.&#8220;<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> Anstelle ellenlanger Listen \u00fcber Beleuchtungsst\u00e4rken finden sich      in DIN EN ISO 9241-6<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">allgemeine Grunds\u00e4tze als        generische (\u00fcbergeordnete) Ziele, <\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">grunds\u00e4tzliche Aspekte        zu den einzelnen Umgebungsfaktoren so auch zur Beleuchtung und<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Anleitungen zur Entwicklung        von L\u00f6sungen f\u00fcr bestimmte Randbedingungen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Um den sich aus modernen Arbeitssystemen      ergebenden neuen Anforderungen gerecht werden zu k\u00f6nnen, muss die Beleuchtung      neben den bisherigen neue G\u00fctemerkmale aufweisen.<br \/>\nHierzu geh\u00f6ren:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Flexibilit\u00e4t<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Adaptierbarkeit<br \/>\n<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Tageslichtorientierung<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Insbesondere die Tageslichtorientierung      stellt eine neue Qualit\u00e4t in der Normung f\u00fcr Beleuchtung dar.<\/span><\/p>\n<h3>Beitrag<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Alle Jahre wieder belegen            Studien die ungen\u00fcgende Beleuchtungssituation bei der Bildschirmarbeit,            die in den letzten drei Jahrzehnten entstanden ist, und die mit zu den            Augenbeschwerden und sonstigen mittelbar hierdurch verursachten Problemen            wie k\u00f6rperlichen Beschwerden bei der Bildschirmarbeit beitr\u00e4gt.            Um dem Problem abzuhelfen, hat man zu Beginn der 80-er Jahre die sog.            &#8222;BAP-Leuchte&#8220; zum Ma\u00df aller Dinge gemacht und in einer            Norm verklausuliert verewigt. Geholfen hat dies allenfalls den Herstellern            der Leuchte, aber selten den Benutzern. Die Abstimmung mit dem Lichtschalter            fiel eindeutig gegen diese Art Beleuchtung aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Es gab und gibt noch eine            Gruppe Unzufriedener: Die Architekten. Sie erwecken h\u00e4ufig den            Eindruck, dass sie sich nicht um Beleuchtung k\u00fcmmern, und erst            recht nicht um deren Normen. Dabei wei\u00df doch jeder Architekt,            dass sein Raumentwurf nur durch Licht erlebbar wird. Was ist da nicht            in Ordnung?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Eine Arbeitsgruppe des Technischen            Komitees 159 &#8222;Ergonomie&#8220; bei der Internationalen Normenorganisation            ISO hat sich der Aufgabe gestellt, Beleuchtung f\u00fcr die Bildschirmarbeit            nicht isoliert, sondern gemeinsam mit allen Umgebungsfaktoren &#8211; von            Akustik bis hin zu elektrostatischen Feldern &#8211; zu Normen. Aus dieser            Arbeit ist DIN EN ISO 9241-6 &#8222;<strong>Ergonomische Anforderungen f\u00fcr            B\u00fcrot\u00e4tigkeiten mit Bildschirmger\u00e4ten<\/strong> &#8211; Leits\u00e4tze            f\u00fcr die Arbeitsumgebung&#8220; entstanden. Sie ist mittlerweile            unver\u00e4ndert in das europ\u00e4ische und deutsche Normenwerk aufgenommen            worden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Was ist anders bei der            neuen Norm?<\/strong><br \/>\nDas Konzept der neuen Norm ist geeignet, den tiefen Graben zwischen            Architektur und Lichttechnik zu \u00fcberbr\u00fccken &#8211; vielleicht sogar            zu ebnen. Nach unserer Feststellung entstand dieser aus der gegenseitigen            Sprachlosigkeit, die ein bekannter Architekt wie folgt beschreibt:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><em>&#8222;Beim ersten gro\u00dfen            Komplex, dem Flughafen Tegel, waren wir vornehmlich damit besch\u00e4ftigt,            die Lampen konstruktiv und geometrisch zu integrieren. Ansonsten vertrauten            wir den Ingenieuren &#8211; zumeist Elektrotechnikern &#8211; mit ihren Berechnungen.            Diese beschr\u00e4nkten sich &#8211; und tun dies auch heute noch &#8211; darauf,            geforderte Luxzahlen rechnerisch nachzuweisen und dementsprechend Lichtquellen            zu verteilen. \u2026&#8220; <\/em><\/span><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\n(Meinhard von Gerkan im Jahrbuch Licht und Architektur 2000)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Er geht in seiner Bewertung            der Sachlage sogar einen Schritt weiter:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><em>&#8222;F\u00fcr sie gab            und gibt es \u00fcberwiegend zwei Kriterien: Die Ausbeute an Lichtmenge            gemessen in Lichtst\u00e4rke und den Aufwand im Verbrauch elektrischer            Energie. Wir hatten sehr schnell gelernt, dass die Beschr\u00e4nkung            auf diese beiden Parameter f\u00fcr die Gestaltung der Architektur und            die Erzeugung von Raumstimmung die kurzsichtigsten, um nicht zu sagen            unsinnigsten Messgr\u00f6\u00dfen darstellen.&#8220; <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Erfreulicherweise folgt dieser            Kritik nicht etwa eine Ablehnung der Zusammenarbeit mit dem Lichtplaner,            sondern das Gegenteil, eine Empfehlung zu seiner Einbeziehung bereits            in der konzeptionellen Phase eines Bauwerks. Genau in diesem Sinne kann            die neue Norm funktionieren, weil sie ein ganzheitliches Konzept zur            Raumnutzung und Arbeitsplatzauslegung in den Vordergrund stellt und            dem Gestalter viele Freir\u00e4ume l\u00e4sst.<br \/>\nAnstelle ellenlanger Listen \u00fcber Beleuchtungsst\u00e4rken finden            sich in DIN EN ISO 9241-6<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">allgemeine Grunds\u00e4tze              als generische (\u00fcbergeordnete) Ziele, <\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">grunds\u00e4tzliche Aspekte              zu den einzelnen Umgebungsfaktoren so auch zur Beleuchtung und<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Anleitungen zur Entwicklung              von L\u00f6sungen f\u00fcr bestimmte Randbedingungen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Mit dem grundlegenden allgemeinen            Leitsatz der Norm werden vier Gestaltungsziele vorgegeben:<br \/>\n&#8222;Eine Verbesserung der ergonomischen Eigenschaften bei der Gestaltung            der Arbeitsstation, der Ausstattung mit Arbeitsmitteln und der Arbeitsumgebung            tr\u00e4gt dazu bei, die <strong>Leistungsf\u00e4higkeit<\/strong> der Benutzer            zu steigern, <strong>Fehler<\/strong> und <strong>Beeintr\u00e4chtigungen<\/strong> zu <strong>reduzieren<\/strong> und das allgemeine <strong>Wohlbefinden<\/strong> zu verbessern. &#8222;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">In dem n\u00e4chsten Leitsatz            unterscheidet sich EN ISO 9241-6 in besonderem Ma\u00dfe von sonstigen            Normen. Dieser sieht vor: <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><em>&#8222;Die Gestaltung der            Arbeitsumwelt sollte eine angemessene Einflussnahme von Einzelpersonen            auf ihre Umgebungsbedingungen erm\u00f6glichen.&#8220;<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Diesem Leitsatz liegt die            Erkenntnis zu Grunde, dass die Arbeitsbelastung des Menschen durch eine            angemessene und aus seiner Sicht effektiven Kontrolle \u00fcber die            relevanten Randbedingungen am geringsten ausf\u00e4llt. Diese individuelle            Einflussnahme entspricht auch dem Grundgedanken der EU-Arbeitsschutzrichtlinien,            insbesondere bei der Beleuchtung bei Bildschirmarbeit.<br \/>\nDie Norm bezieht sowohl das Tageslicht als auch die k\u00fcnstliche            Beleuchtung ein und folgt auch darin dem europ\u00e4ischen Gedanken.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\n<strong><em>Neue G\u00fctemerkmale f\u00fcr Beleuchtung<br \/>\n<\/em><\/strong><\/span><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\n<strong> Gr\u00fcnde f\u00fcr neue G\u00fctemerkmale<\/strong><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die bisherigen G\u00fctemerkmale setzten ideale Randbedingungen voraus,            insbesondere den normalsichtigen Benutzer, gleichartige Sehaufgaben,            normgerechte Raum- und Arbeitsplatzgestaltung, keine Restriktionen durch            die vorhandenen Fl\u00e4chen und konstante Arbeitsaufgaben mit fester            Anordnung der Arbeitsmittel.<br \/>\nDie Bildschirmarbeit von heute ist aber gepr\u00e4gt durch neue Arbeitsformen            (z.B. Call-Center, Desk-sharing) neue Arbeitsaufgaben (z.B. Imaging,            Work Flow), neue Techniken (z.B. Flachbildschirm, \u00dcbersichtsbildschirmanzeigen),            neue Arbeitsplatzgestaltungen (Steh-\/Sitz-Arbeitsplatz, mehr als ein            Bildschirm am Arbeitsplatz) und durch neue Geb\u00e4udearchitekturen.            Zudem kann davon ausgegangen werden, dass mehr als 50% der Nutzer nicht            normalsichtig sind und dies bei einer Arbeitsaufgabe mit extrem hohem            Anspruch an das visuelle System. Um den sich daraus ergebenden neuen            Anforderungen gerecht werden zu k\u00f6nnen, muss die Beleuchtung neben            den bisherigen neue G\u00fctemerkmale aufweisen. Hierzu geh\u00f6ren<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Flexibilit\u00e4t<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Adaptierbarkeit<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Tageslichtorientierung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Flexibilit\u00e4t<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Flexibilit\u00e4t ist das            Anpassungsverm\u00f6gen einer gegebenen Einrichtung an neue Anforderungen            mit m\u00f6glichst geringem Aufwand. Sie stellt eine Erweiterung des            Qualit\u00e4tsbegriffs dar, weil als Qualit\u00e4t die Erf\u00fcllung            der Anforderungen definiert ist, die vom Auslegungszweck herr\u00fchren.            Sinnvoll ist die Flexibilit\u00e4t immer dort, wo man bei der Planung            davon ausgehen muss, dass sich die Anforderungen im Laufe der Nutzung            vermutlich \u00e4ndern werden.<\/span><\/p>\n<p><strong>Adaptierbarkeit<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Unter Adaptierbarkeit ist die F\u00e4higkeit einer gegebenen Einrichtung            zu verstehen, vom jeweiligen Benutzer auf die spezifischen Belange f\u00fcr            seine Anwendung angepasst werden zu k\u00f6nnen.<br \/>\nAdaptierbarkeit ist kein Ersatz f\u00fcr eine sorgf\u00e4ltige Planung,            die die gemeinsamen Bed\u00fcrfnisse aller Benutzer angemessen ber\u00fccksichtigen            muss. Bei der Beleuchtung von Bildschirmarbeitspl\u00e4tzen ist die            Adaptierbarkeit von gro\u00dfer Bedeutung, weil nicht nur an den meisten            Arbeitspl\u00e4tzen und Raumzonen unterschiedliche Sehaufgaben ausgef\u00fchrt            werden m\u00fcssen, sondern sich auch an einem einzelnen Bildschirmarbeitsplatz            die Sehaufgabe am Bildschirm mit anderen Sehaufgaben abwechselt. Um            f\u00fcr die verschiedenen T\u00e4tigkeiten und f\u00fcr die angenehme            Gestaltung des gesamten Raumes gute Voraussetzungen zu schaffen, sollte            es m\u00f6glich sein, die Beleuchtung den Sehaufgaben entsprechend anzupassen.<br \/>\nEine adaptierbare Beleuchtung dient der Ber\u00fccksichtigung verschiedener            Sehaufgaben, die innerhalb des Arbeitsbereichs Bildschirmarbeit unterschiedliche            Sehanforderungen stellen. Diese sind im Einzelnen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Aufnehmen von Informationen,              die auf dem Bildschirm dargeboten werden <\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Aufnehmen von Informationen,              die nicht auf dem Bildschirm dargeboten werden<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Aufnehmen von Informationen              aus der Umgebung (z.B. Tageszeit, Jahreszeit, Wetter, Au\u00dfenraum              mit Verkehr und Nachbarn, Gesichter und Gestik der Arbeitskollegen,              Anmutung des Raumes).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Tageslichtorientierung<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass zwischen Beleuchtung und Gesundheit            sehr starke Beziehungen bestehen. Mitte der 80er Jahre wurde nachgewiesen,            dass man mit Licht die circadiane Rhythmik des menschlichen K\u00f6rpers            entgegen ihrem nat\u00fcrlichen Verlauf verschieben kann und damit auch            die Steuerung des Hormonhaushalts. Bei fehlender Lichteinwirkung w\u00e4hrend            des Tages produziert der K\u00f6rper Melatonin, ein Stoffwechsel senkendes            Hormon, das er als Vorbereitung der Schlafphase braucht. Eine biologisch            wirksame Lichteinwirkung ist allerdings erst ab ca. 2500 lx gegeben.            Obwohl viele Menschen die k\u00fcnstliche Beleuchtung ihrer Arbeitsr\u00e4ume            eher als &#8222;zu hell&#8220; bezeichnen, sind diese biologisch gesehen            eher zu dunkel. Hell im biologischen Sinne sind nur die Fensterzonen            von Arbeitsr\u00e4umen bzw. R\u00e4ume mit hinreichend gro\u00dfen            Oberlichtern. In solchen Umgebungen herrschen zeitweilig Beleuchtungsst\u00e4rken            von mehreren tausend Lux.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Bei der Bildschirmarbeit            sind solche Umgebungen allerdings nicht unproblematisch, weil das Sehen            auf dem Bildschirm negativ beeinflusst werden kann. Deswegen wird von            vielen Ergonomen bzw. Normen eine eher zu dunkle Umgebung empfohlen.            Viele Berufsgruppen, z.B. Grafiker, Retuscheure, CAD-Konstrukteure,            verbringen den gr\u00f6\u00dften Teil ihrer Arbeitstage in einer Umgebung,            die technisch gesehen zu dunkel, biologisch gesehen Nacht ist. Immer            mehr Menschen verbringen einen immer gr\u00f6\u00dferen Teil ihres            Tages unter Ausschluss von Tageslicht. Parallel dazu w\u00e4chst die            Zahl derer, die zumindest im Winter unter Depressionen leiden (SAD).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Mit der Tageslichtorientierung            stellt die neue Norm einen echten Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit            des Menschen dar.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\">\u00a9 2001 Dr.-Ing.            Ahmet \u00c7akir und Dipl.-Ing. Gisela \u00c7akir<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Ahmet und Gisela Cakir Kurzfassung Kaum ein Umweltfaktor war so fr\u00fchzeitig Gegenstand von Vorschriften und Normen wie Beleuchtung. In Deutschland geht deren Geschichte auf die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zur\u00fcck. 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