{"id":229,"date":"2009-07-20T15:35:55","date_gmt":"2009-07-20T13:35:55","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=229"},"modified":"2009-07-20T15:35:55","modified_gmt":"2009-07-20T13:35:55","slug":"neue-lichtkonzepte-am-burohorizont","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=229","title":{"rendered":"Neue Lichtkonzepte am B\u00fcrohorizont"},"content":{"rendered":"<h3>Autor<\/h3>\n<h2><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #000000;\">Ahmet und Gisela Cakir<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #000000;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<h3>Kurzfassung<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #000000;\">In unseren Tagen      ging ein lang gehegter Traum des normengl\u00e4ubigen Lichttechnikers in Erf\u00fcllung,      ohne dass sich allzu viele der einst Computerisierung der Arbeit alle Arbeitsr\u00e4ume      mit einem bestimmten Typ einer Leuchte auszustatten. Anfang der 70er Jahre,      als einige Tausend Bildschirme f\u00fcr die Datenerfassung genutzt wurden, w\u00e4hrend      andere ziemlich unn\u00fctz in wenigen B\u00fcros herumstanden, wurde bei DIN an einem      Projekt gearbeitet, das sp\u00e4ter Schule machen sollte. Man wollte alles um die      &#8211; noch nicht vorhandenen &#8211; Bildschirmarbeitspl\u00e4tze herum normen, damit sie      k\u00fcnftig arbeits- und menschengerecht eingerichtet werden k\u00f6nnen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #000000;\">In j\u00fcngster Zeit      hat den Architekten zudem die Trendwende im deutschen B\u00fcrohausbau die Entscheidung      abgenommen: Die deutschen Unternehmen bauen sich nicht mehr ihre Kathedralen      f\u00fcr den eigenen Gebrauch, sondern lassen sich h\u00e4ufig Leasinggeb\u00e4ude erstellen,      die sie anschlie\u00dfend mieten. Der Bauherr sorgt sich um zwei Dinge: Koste zum      ersten, Vermietbarkeit zum zweiten! In beiderlei Hinsicht kommt ihnen die      BAP-Leuchte entgegen: Sie stellt heute &#8211; unbeabsichtigterweise &#8211; meistens      die billigste Alternative dar, die zudem &#8211; beabsichtigterweise &#8211; den normativen      Vorgaben am besten gen\u00fcgt. <\/span><\/p>\n<h3>Beitrag<\/h3>\n<blockquote>\n<div>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong><em>Stell            Dir vor, Dein Traum wird wahr, und Du freust Dich nicht! <\/em><br \/>\n<\/strong> (recht frei nach Brecht)<\/span><\/p>\n<\/div>\n<h4><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Backgroundmusik<\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> In unseren Tagen ging ein            lang gehegter Traum des normengl\u00e4ubigen Lichttechnikers in Erf\u00fcllung,            ohne dass sich allzu viele der einst Computerisierung der Arbeit alle            Arbeitsr\u00e4ume mit einem bestimmten Typ einer Leuchte auszustatten. Eine            besonders gl\u00fcckliche Hand hatte der Namensgeber dieses Produktes, das            die <strong>B<\/strong>ildschirm<strong>A<\/strong>rbeits<strong>P<\/strong>latzleuchte per se werden            sollte: Sie wurde kurz und b\u00fcndig &#8222;BAP&#8220;- Leuchte genannt. Da man bereits            damals ahnte, dass Bildschirmarbeit k\u00fcnftig die ganze Wirtschaft erobern            w\u00fcrden, k\u00f6nnte die besagte Leuchte das ultimative Ziel der Normung erreichen,            n\u00e4mlich <strong>den Standard<\/strong> darstellen. Ein Ziel, das sie recht zielgenau            erreicht hat. Jahrelang beherrschte ihre Technik die Hannover Messe.            Doch empfanden viele Besucher der St\u00e4nde, die Produkte unterschieden            sich nur durch die Firmenplakette und nicht etwa durch die geistige            und gestalterische Leistung ihrer Sch\u00f6pfer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Der skizzierte Vorgang k\u00f6nnte            Alptr\u00e4umen bzw. Vorurteilen von Designern oder anderen gestalterisch            t\u00e4tigen Menschen entsprungen sein: Alles wird gleich und niemand darf            anders. Wer dennoch anders handeln will als vorgegeben, musste sich            jahrelang rechtfertigen, weil sein Produkt mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit            gegen eine Norm verstie\u00df, von der auch noch behauptet wurde, sie sei            Teil der Arbeitsschutzgesetze. Wer dem &#8222;Gesetz&#8220; gen\u00fcgen wolle, m\u00fcsse            nach dieser Norm vorgehen; wer dies tat, kam schwer an der BAP-Leuchte            vorbei. Heute haben aber gerade die neuen Arbeitsschutzvorschriften,            insbesondere die Bildschirmarbeitsverordnung, und das Nachdenken \u00fcber            sie eher zu einer Vielfalt in der Beleuchtungstechnik gef\u00fchrt, wie die            diesj\u00e4hrige Weltlichtschau zeigte, anders und besser! Manch neues Produkt            nahm sogar die k\u00fcnftige Norm vorweg, die einen Anreiz f\u00fcr Hersteller            wie Anwender im Sinne einer angenehmeren Beleuchtungstechnik geben soll.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Anfang der 70er Jahre, als            einige Tausend Bildschirme f\u00fcr die Datenerfassung genutzt wurden, w\u00e4hrend            andere ziemlich unn\u00fctz in wenigen B\u00fcros herumstanden, wurde bei DIN            an einem Projekt gearbeitet, das sp\u00e4ter Schule machen sollte. Man wollte            alles um die &#8211; noch nicht vorhandenen &#8211; Bildschirmarbeitspl\u00e4tze herum            normen, damit sie k\u00fcnftig arbeits- und menschengerecht eingerichtet            werden k\u00f6nnen. Da die Sache damals von kaum jemanden in der Wirtschaft            ernst genommen wurde, daf\u00fcr aber vom Bundesminister f\u00fcr Arbeit und Sozialordnung,            konnten die Normen ungest\u00f6rt \u00fcber die B\u00fchne gebracht werden. Die gro\u00dfe            inhaltliche \u00c4hnlichkeit der sp\u00e4teren Bildschirmrichtlinie der EU mit            diesen Normen war zwar nicht geplant, ist aber keinesfalls zuf\u00e4llig. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Der allgemeinen Skepsis von            Designern gegen Normen und Vorschriften konnte seinerzeit recht erfolgreich            Rechnung getragen werden. So gab es z.B. nach dem Erla\u00df von &#8222;Sicherheitsregeln            f\u00fcr die Bildschirmarbeitspl\u00e4tze&#8220; im Jahre 1980 eine viel gr\u00f6\u00dfere Vielfalt            an B\u00fcrom\u00f6beln als je zuvor. Auch die Bildschirmger\u00e4te erhielten neue            Formen, u.a. wurden die fr\u00fcher \u00fcblichen Tastaturkl\u00f6tze weggenormt. Die            Normer und die Gestalter hatten sich zuvor recht oft unterhalten, wodurch            es nach mehr Normen mehr Vielfalt gab. Nur nicht bei der Beleuchtung!            Es stellt sich die Frage nach dem Warum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die k\u00fcnstliche Beleuchtung            entspringt einem besonderen Saft, dem elektrischen Strom, und seitdem            es ihn gibt, sollen sich Menschen Gesetzen beugen, die nicht <strong>ihr<\/strong> Gesetzgeber gemacht hat. So geschehen auch bei der Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten,            bei deren Normung diejenigen nicht mitwirken, die die Arbeitsst\u00e4tten            bauen: Normen \u00fcber die Beleuchtung werden nicht mit denen f\u00fcr das Bauwesen            abgestimmt. Warum so etwas stattfindet, hat Klaus Stanjek in dem Buch            &#8222;Zwielicht &#8211; Die \u00d6kologie der k\u00fcnstlichen Helligkeit&#8220; treffend beschrieben            und in einem Fernsehfilm dokumentiert (Raben Verlag, 1989).<\/span><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Was bei dem Bem\u00fchen um Normung            zur Beleuchtung von Bildschirmarbeitspl\u00e4tzen heraus kam, waren gleich            zwei Normen (!), wo doch eine gereicht h\u00e4tte. Diese geben aber nicht            nur die Merkmale der Beleuchtung vor, sondern auch, wie der Arbeitsplatz            aufgestellt werden muss, und wohin dessen Inhaber zu blicken hat. Die            W\u00e4nde m\u00fcssen dunkel sein, damit sie sich ja nicht im Bildschirm spiegeln.            Selbst ein Hinweis auf eine im Bildschirm reflektierte helle Oberbekleidung            fehlt nicht, aber eine Empfehlung f\u00fcr den Fall, dass man gezwungen sein            k\u00f6nnte, bei der Arbeit ein wei\u00dfes Hemd zu tragen.In the second case,            twelve different lighting systems, belonging to five different types,            were installed in similar rooms in an office building. The survey was            carried out four months after the installation. The types of lighting            have been selected to represent all possible light distributions, from            &#8222;VDT-lighting&#8220; with 100 % direct to 100 % indirect and indirect plus            direct task lighting. One result of this survey is displayed in fig.            4. In this figure, the &#8222;discomfort glare&#8220; caused by different types            of lighting as assessed by 30 persons is shown, which is a good approximate            to the overall impact of lighting on users. The statistics for the health            effects could not be calculated in this case, as the number of the persons            in different rooms and also their tasks were too different. However,            the general tendency is similar to that of fig. 4 (fig. 5). Only the            evaluation of indirect lighting may be worse than it should be due to            the fact that in this survey all conditions in the test rooms were unfavorable            for the assessment of lighting, e.g., visual tasks, quality of screens,            room conditions.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Wenn man die Normen zur Beleuchtung            genau nimmt und eng auslegt, k\u00f6nnen ihre Vorgaben nur mit einem einzigen            Leuchtentyp erf\u00fcllt werden. Bei allen anderen Produkten m\u00fcsste der Arbeitgeber            der Gewerbeaufsicht bzw. der Berufsgenossenschaft gegen\u00fcber nachweisen,            warum er nicht gleich den einfacheren Weg genommen hat. Wer aber will            sich mehr Aufwand machen und diesen auch noch rechtfertigen m\u00fcssen?            Daher meiden kluge Architekten wie B\u00fcroplaner m\u00f6glichst diesbez\u00fcgliche            Konflikte und nehmen BAP-Leuchten f\u00fcr BAPl\u00e4tze. Das Ergebnis sieht so            aus, wie sich die Protagonisten des kommenden Gro\u00dfraumb\u00fcros in den 50er            Jahren ertr\u00e4umt haben: Clean aussehende graue Decken mit b\u00fcndig eingebauten            Leuchten, die scheinbar niemanden st\u00f6ren, Lichtstrom optimal auf die            Tischfl\u00e4chen gelenkt, auf die die Benutzer im B\u00fcro schauen sollen &#8211;            auch wenn man dort h\u00e4ufig nichts Wichtiges mehr zu sehen bekommt, weil            sich alles im Bildschirm abspielt. Leuchtendesign? Wie gestaltet man            denn ein viereckiges Loch in der Decke?<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Wer hat Probleme mit            einer sauberen technischen L\u00f6sung?<\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> Die graue Idylle tr\u00fcgt!            Aufgefallen ist das Problem wohl zuerst die Innenarchitekten, denen            ihr Farbkonzept nicht gelingen wollte. Sie stellten intuitiv fest, dass            die zur Raumgliederung gedachten Fl\u00e4chen nicht aussahen wie geplant.            Der l\u00e4stige Effekt ist eine Folge der Bem\u00fchungen, Reflexionen auf Bildschirmen            zu vermeiden: Leuchten, die diesem Zweck dienen sollen, k\u00f6nnen die Farben            auf Raumteilern nicht so gut wiedergeben. Das ist zwar physikalisch            berechenbar und wurde auch vor vielen Jahren von einem bekannten Architekten            publiziert, f\u00fchrte aber zu keinen Konsequenzen in der Praxis.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Ursache liegt darin,            dass Lichttechniker in Graustufen arbeiten. Ihre Zur\u00fcckhaltung in Sachen            Farbe hat aber seinen Sinn: Licht soll Farben wiedergeben, die der Raumgestalter            eingebracht hat, und nicht etwa in ein geplantes Farbkonzept hineinreden.            Allerdings war dies bei den BAP-Leuchten aber nicht so. Durch die Vorgabe            von engen und vor allem unrealistischen Grenzen f\u00fcr die Reflexionsgrade            der R\u00e4ume wurde auch der Umfang der nutzbaren Farben im Raum und an            den M\u00f6beln praktisch vorbestimmt. Die Norm verstie\u00df daher gegen eine            sinnvolle selbst gesetzte Regel.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Ob die Architekten das Problem            bewusst wahrgenommen haben, l\u00e4sst sich indes nicht feststellen. Nur            wenige haben sich gegen den Strom gestellt und dem Raum und seiner Nutzung            angemessene Beleuchtungskonzepte entwickelt. Der Rest beugte sich dem            faktischen Zwang des Normativen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">In j\u00fcngster Zeit hat den            Architekten zudem die Trendwende im deutschen B\u00fcrohausbau die Entscheidung            abgenommen: Die deutschen Unternehmen bauen sich nicht mehr ihre Kathedralen            f\u00fcr den eigenen Gebrauch, sondern lassen sich h\u00e4ufig Leasinggeb\u00e4ude            erstellen, die sie anschlie\u00dfend mieten. Der Bauherr sorgt sich um zwei            Dinge: Koste zum ersten, Vermietbarkeit zum zweiten! In beiderlei Hinsicht            kommt ihnen die BAP-Leuchte entgegen: Sie stellt heute &#8211; unbeabsichtigterweise            &#8211; meistens die billigste Alternative dar, die zudem &#8211; beabsichtigterweise            &#8211; den normativen Vorgaben am besten gen\u00fcgt. Was h\u00e4tte ein Architekt            davon, sich gegen solche Argumente aufzulehnen? Er k\u00f6nnte allenfalls            zur Festigung seines Rufs beitragen, keine Ahnung von Beleuchtung zu            haben und mit teureren Leuchten auch noch gegen eine angeblich gesetzlich            verbindliche L\u00f6sung beim Arbeitsschutz zu versto\u00dfen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">W\u00e4hrend sich der Architekt            noch &#8222;normgerecht&#8220; aus der Aff\u00e4re ziehen darf, bleibt das Problem an            demjenigen h\u00e4ngen, der es \u00fcberreicht bekommt: Der Lichtplaner. Dieser            Dienstleister f\u00fchlt sich h\u00e4ufig in ein enges Korsett der lichttechnischen            Normen gepresst, da das Ergebnis seiner Arbeit fast immer gleich ausschaut:            Zwei Leuchtenreihen parallel zur Fensterfront, die erste ca. ein Meter,            die zweite etwa dreieinhalb Meter vom Fenster entfernt. Da man die Leuchten            billig von der Stange bekommt, bleibt von der Dienstleistung nicht viel            mehr als Installationsplanung \u00fcbrig. Und die kann auch der Elektroplaner            erbringen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Lichtplaner als sterbende            Zunft?<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Am h\u00e4rtesten traf es aber            diejenigen, denen die Norm eigentlich nutzen sollte, die Leuchtenhersteller.            Die BAP-Leuchte, einst mit vierstelligen Katalogpreisen ausgezeichnet,            kann man heute f\u00fcr Gro\u00dfprojekte auch f\u00fcr zweistellige Summen erwerben.            Der Stadtstaat Hamburg macht es allen vor: S\u00e4mtliche Geb\u00e4ude im \u00f6ffentlichen            Bereich werden mit <strong>Standardleuchten<\/strong> &#8222;saniert&#8220;, die nach europaweiter            Ausschreibung preiswert eingekauft wurden. Die ausschlaggebenden &#8222;Qualit\u00e4tskriterien&#8220;:            Einsparung von Energie und Kosten! (Zu lesen in &#8222;Innovative Lichttechnik            in Geb\u00e4uden&#8220;, OTTI Kolleg, Regensburg,1997)<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Die Folgen solcher Entwicklungen            schlagen sich nicht nur in einem schrumpfenden Markt nieder, \u00fcber den            sich die Branche beklagt. Das Problem von Herstellern wie Benutzern            ist vielmehr, dass sich innovative Konzepte in der Beleuchtungstechnik,            die dem Hersteller mehr Umsatz und dem Benutzer besseres Licht bringen,            nur schwer durchsetzen. Dabei mangelt es an Innovationen nicht gerade,            ganz im Gegenteil! Das Sch\u00f6nste daran ist, dass seit einigen Jahren            renommierte Designer sich f\u00fcr Leuchten f\u00fcr den professionellen Gebrauch            erw\u00e4rmen. Ihre Produkte wiederum machen Licht auch f\u00fcr den Architekten            von Arbeitsst\u00e4tten interessant. Alle Beteiligten m\u00fcssen aber erst die            H\u00fcrde der T\u00dcV-08\/15-Mentalit\u00e4t nehmen, bevor die neue Lichtkultur in            Arbeitsr\u00e4ume kommt. <\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><strong>Was die Mitarbeiter von            innovativer Beleuchtung haben\u2026<\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> Genormte Standardprodukte            von der Stange, preiswert und \u00fcberall einsetzbar, sind kein \u00dcbel an            sich. Letztlich dreht auch niemand mehr seine Schrauben selbst. Anders            sieht es aber aus, wenn Normen \u00fcber ein Ausstattungsdetail so nebenbei            vorgeben, wie ein B\u00fcro denn farblich gestaltet, m\u00f6bliert und besetzt            werden soll. Wenn sich dessen Betreiber nicht an die Vorgaben halten            will oder kann, erf\u00e4hrt er, die Beleuchtung sei in Ordnung, aber seine            R\u00e4ume und Arbeitspl\u00e4tze w\u00e4ren falsch.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Meistens stellt der Betreiber            aber keine Fragen, sondern richtet die Arbeitspl\u00e4tze so ein, wie sie            gebraucht werden und es der Raumschnitt zul\u00e4sst. Dann versp\u00fcren die            Mitarbeiter die Probleme am eigenen Leibe, wenn eine Beleuchtung, die            laut Katalog nicht blenden soll, dennoch blendet. Da man solche Empfindungen            traditionell auf die besonderen Merkmale des Benutzers (z.B. Brille)            oder auf eine falsch geplante Beleuchtung zu schieben pflegt, hat unser            Institut bereits in den 70er Jahren angefangen, systematisch den Gr\u00fcnden            nachzugehen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Konnte man bereits in den            70er Jahren eine allgemein gro\u00dfe Ablehnung der k\u00fcnstlichen Beleuchtung            an Arbeitspl\u00e4tzen feststellen, so wuchs der Anteil der Unzufriedenen            unerwarteterweise in dem Ausma\u00df, wie sich die BAP-Beleuchtung ausbreitete.            Eigentlich sollte aber gerade sie die L\u00f6sung visueller Probleme sein.            Wie kann sich man denn an etwas st\u00f6ren, an dem alles, woran man sich            st\u00f6ren k\u00f6nnte, beseitigt worden ist? So z.B. unangenehme Blendung, zuviel            W\u00e4rme, zu gro\u00dfe Helligkeit usw.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Um eine verl\u00e4ssliche Antwort            auf diese und \u00e4hnliche Fragen zu finden, wurden bei dem Projekt &#8222;Licht            und Gesundheit&#8220; \u00fcber einen Zeitraum von 15 Jahren 3.800 Personen befragt,            davon etwa zwei Drittel am Arbeitsplatz. Dazu wurden die Arbeit und            die Arbeitsbedingungen untersucht, bei ca. 1.000 Personen auch das Sehverm\u00f6gen.            Um die Zuverl\u00e4ssigkeit der Methode zu pr\u00fcfen, wurde eine Untersuchung            aus dem Jahre 1976 20 Jahre sp\u00e4ter in einer fast identischen Umgebung            mit zwei unterschiedlichen Benutzergruppen wiederholt.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Das Gesamtergebnis fiel sehr            unerfreulich f\u00fcr den Lichttechniker aus: <\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">&#8211; Der \u00fcberwiegende Teil              der Befragten findet die k\u00fcnstliche Beleuchtung nicht nur unangenehm,              sondern auch als eine st\u00e4ndige Beeintr\u00e4chtigung der Gesundheit (59%).              Bei ca. 20 Millionen B\u00fcromitarbeitern sind es fast 12 Millionen Menschen!<br \/>\n&#8211; Sehbeschwerden stellen die h\u00e4ufigste Gesundheitsst\u00f6rung im B\u00fcro              dar (50% am Bildschirm, 35% am Schreibtisch).<br \/>\n&#8211; In den Fensterzonen der B\u00fcros, wo das Tageslicht dominiert, erleben              die Mitarbeiter viel seltener Gesundheitsst\u00f6rungen als diejenigen,              die in den k\u00fcnstlich beleuchteten Bereichen arbeiten. Und das auch              an Bildschirmarbeitspl\u00e4tzen! Nach der Norm sollten diese Arbeitspl\u00e4tze              aber dort gar nicht eingerichtet werden.<br \/>\n&#8211; Gesundheitsst\u00f6rungen wie &#8222;rasche Erm\u00fcdung&#8220;, &#8222;Kopfschmerzen&#8220;, &#8222;Konzentrationsschw\u00e4che&#8220;              u.\u00e4. h\u00e4ngen wesentlich st\u00e4rker mit der Art der k\u00fcnstlichen Beleuchtung              zusammen als mit der ausgef\u00fchrten T\u00e4tigkeit.<br \/>\n&#8211; Die eigens f\u00fcr Bildschirmarbeitspl\u00e4tze entwickelte BAP-Beleuchtung              verursacht mehr Gesundheitsst\u00f6rungen und Blendung als jede andere              der untersuchten Systeme.<br \/>\n&#8211; Die ermittelten Probleme gehen fast ausnahmlos auf die Art der Beleuchtung              zur\u00fcck, da die nach 20 Jahren wiederholte Untersuchung exakt das gleiche              Ergebnis lieferte.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">\u00c4hnlich unangenehme Ergebnisse            haben andere Untersuchungen zutage gef\u00f6rdert, wenn auch mit anderer            Betonung (z.B. Bodmann und andere, Universit\u00e4t Karlsruhe; Krueger und            Mitarbeiter, ETH Z\u00fcrich; Hedge und andere, Cornell University, USA).<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Dennoch braucht die Lichttechnik            ihr Licht nicht unter dem Scheffel zu verstecken, denn ebenso klar wie            die angef\u00fchrten Ergebnisse, fallen die Aussagen der Studie \u00fcber verbesserte            Leuchtenkonzepte aus:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> &#8211; Mit einer &#8222;guten&#8220; Beleuchtung              kann man nicht nur Beschwerden vermeiden, sondern auch Wohlbefinden              f\u00f6rdern.<br \/>\n&#8211; Fanden \u00fcbliche Beleuchtungssysteme bei weniger als 20% der Befragten              Anklang, k\u00f6nnen neue Konzepte bis zu 90% positive Akzeptanz finden.<br \/>\n&#8211; Mit neuen Systemen l\u00e4sst sich nicht nur Akzeptanz steigern, sondern              Energieverbrauch senken und Wirtschaftlichkeit steigern.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> Diese wundersame Wandlung            der Beleuchtung ist unseres Erachtens Folge weniger konzeptioneller            \u00c4nderungen, die in den letzten Jahren in der Technik Eingang gefunden            haben:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">&#8211; Betonung der R\u00e4umlichkeit:              Ein hoher Indirektanteil schafft einen hellen Raumeindruck.<br \/>\n&#8211; Mildes Licht: Sichtbare Oberfl\u00e4chen im Raum weisen moderate, harmonisch              verteilte Helligkeiten auf, Lampen bleiben f\u00fcr den Benutzer unsichtbar,              wohin er auch blickt.<br \/>\n&#8211; Flexibilit\u00e4t: Die Beleuchtung bleibt bei beliebiger Aufstellung              der Arbeitspl\u00e4tze im Raum st\u00f6rungsfrei f\u00fcr den Benutzer.<br \/>\n&#8211; Individuelle Beeinflussbarkeit: Arbeitsplatzleuchten, aber auch              Zusatzeinrichtungen an sonstigen Leuchten, die z.B. die Lichtverteilung              direkt\/indirekt zu \u00e4ndern erlauben, erm\u00f6glichen eine Anpassung des              Lichts an die Erfordernisse des Arbeitsplatzes bzw. an die Bed\u00fcrfnisse              des Benutzers.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Wie wichtig das Letztere            ist, zeigt sich daran, dass sogar der Gesetzgeber eine Anpassung an            das individuelle Sehverm\u00f6gen des Benutzers fordert (s. Bildschirmarbeitsverordnung).            So kehrt die vor einigen Jahrzehnten aus dem B\u00fcro vertriebene Individualbeleuchtung            mit Hilfe gesetzlicher Vorschriften wieder zur\u00fcck.<br \/>\nBleibt noch zu erg\u00e4nzen, dass im Markt ein Wettbewerb an Vielfalt eingesetzt            hat, der neue Chancen f\u00fcr den Designer bietet, der Form und Funktionalit\u00e4t            zu paaren versteht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">So etwas wie beim Bundespreis            &#8222;Gute Form&#8220; 1983 &#8211; Arbeitsplatz B\u00fcro, als man u.a. Beleuchtung            ausgelobt hatte, aber mangels Masse keinen Preis vergeben wollte, kann            sich in unseren Tagen nicht mehr wiederholen. Die diesj\u00e4hrige Weltlichtschau            auf der Hannover Messe hat mit vielf\u00e4ltigen Innovationen aufgewartet,            die, auch wenn sie nicht einen Preis bekommen, doch das Auge des Benutzers            erfreuen werden.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\">\u00a9 2001 Dr.-Ing.            Ahmet \u00c7akir<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Ahmet und Gisela Cakir Kurzfassung In unseren Tagen ging ein lang gehegter Traum des normengl\u00e4ubigen Lichttechnikers in Erf\u00fcllung, ohne dass sich allzu viele der einst Computerisierung der Arbeit alle Arbeitsr\u00e4ume mit einem bestimmten Typ einer Leuchte auszustatten. Anfang der 70er <a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=229\"> Read more&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[94],"tags":[98,99,102,107,113,118,120,217,124],"class_list":["post-229","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-concepts","tag-arbeit","tag-arbeitsplatzleuchte","tag-cen","tag-ges","tag-licht","tag-normen","tag-sicherheit","tag-daylight","tag-uv"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=229"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/229\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}