{"id":225,"date":"2009-07-20T15:31:33","date_gmt":"2009-07-20T13:31:33","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost:8888\/wordpress\/?p=225"},"modified":"2009-10-21T16:56:31","modified_gmt":"2009-10-21T14:56:31","slug":"basis-der-festlegung-von-beleuchtungsstarkewerten-in-beleuchtungsnormen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=225","title":{"rendered":"Basis der Festlegung von Beleuchtungsst\u00e4rkewerten in Beleuchtungsnormen"},"content":{"rendered":"<h3>Autor<\/h3>\n<h2>Ahmet Cakir<\/h2>\n<p><strong>Kurzfassung<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">In dieser Studie wurde die Entstehungsgeschichte der in Beleuchtungsnormen festgelegten Werte f\u00fcr Beleuchtungsst\u00e4rken untersucht. Diese Werte werden seit 1935 in diversen Normen festgelegt, z.B. in DIN-Normen in Deutschland oder in Regelwerken der IESNA in den USA. Anders als vielfach geglaubt wird, l\u00e4sst sich keine wissenschaftliche Basis f\u00fcr sie finden. Dies wurde vor etwa 20 Jahren durch Krochmann und Kirsch in einem Forschungsbericht der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz festgestellt. Sp\u00e4ter hat ein anderer weltweit anerkannter Fachmann der Lichttechnik, Peter Boyce, die angebliche Begr\u00fcndung der geforderten Beleuchtungsst\u00e4rken als M\u00e4rchen bezeichnet, das erfunden worden ist, um die auf Vereinbarungen der lichttechnischen Fachkreisen beruhenden Werte mit Fakten zu unterf\u00fcttern. <\/span><\/p>\n<div><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\n<\/span><\/div>\n<h3>Beitrag<\/h3>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">In dieser Studie wurde die            Entstehungsgeschichte der in Beleuchtungsnormen festgelegten Werte f\u00fcr            Beleuchtungsst\u00e4rken untersucht. Diese Werte werden seit 1935 in            diversen Normen festgelegt, z.B. in DIN-Normen in Deutschland oder in            Regelwerken der IESNA in den USA. Anders als vielfach geglaubt wird,            l\u00e4sst sich keine wissenschaftliche Basis f\u00fcr sie finden. Dies            wurde vor etwa 20 Jahren durch Krochmann und Kirsch in einem Forschungsbericht            der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz festgestellt. Sp\u00e4ter hat            ein anderer weltweit anerkannter Fachmann der Lichttechnik, Peter Boyce,            die angebliche Begr\u00fcndung der geforderten Beleuchtungsst\u00e4rken            als M\u00e4rchen bezeichnet, das erfunden worden ist, um die auf Vereinbarungen            der lichttechnischen Fachkreisen beruhenden Werte mit Fakten zu unterf\u00fcttern.<\/span><\/p>\n<p>In der Tat hat es nicht an Versuchen gefehlt, die Sehleistung als Begr\u00fcndung            heranzuziehen. Aus einem solchen Ansatz kann man aber allenfalls sehr            weite Bereiche f\u00fcr die Empfehlung der Beleuchtungsst\u00e4rke wie            400 lx bis 4.000 lx oder \u00e4hnlich ableiten. F\u00fcr die B\u00fcroarbeit            lie\u00dfe sich allenfalls ein Wert von etwa 100 lx begr\u00fcnden,            wenn \u00fcberhaupt. Boyce hat die von der IESNA f\u00fcr die USA festgelegten            Werte \u00fcber mehrere Jahrzehnte zusammen gestellt und gezeigt, dass            sie eher durch das politische und \u00f6konomische Umfeld bedingt waren            denn durch Sehleistung oder durch irgend einen anderen objektivierbaren            Faktor. Der gro\u00dfe Traum, eine Leistungssteigerung bei der Arbeit            durch h\u00f6here Beleuchtungsst\u00e4rken nachzuweisen, war eigentlich            schon in den 1920ern ausgetr\u00e4umt. Ende der 90er Jahre hat sich            ein deutsches Forscherteam, das das Sick-Building Syndrome untersuchen            wollte, an die Aufgabe gemacht, die Gesundheitsst\u00f6rungen in B\u00fcrogeb\u00e4uden            durch eine Verdoppelung der Beleuchtungsst\u00e4rken zu mindern. Der            ansonsten sehr mitteilsame Forschungsbericht schweigt sich zu dem Ergebnis            allerdings vielsagend aus.<\/p>\n<p>Die neuesten Normen f\u00fcr Beleuchtungstechnik (DIN EN 12464-1 und            DIN 5035-7) haben die alten Werte zum gr\u00f6\u00dften Teil zahlenm\u00e4\u00dfig            gleich \u00fcbernommen, daraus aber einen nie zu unterschreitenden Wert            in gleicher H\u00f6he abgeleitet. Dies bedeutet eine Steigerung um mindestens            20% f\u00fcr gleiche Arbeitspl\u00e4tze. F\u00fcr B\u00fcros mit Arbeitspl\u00e4tzen            in Fenstern\u00e4he wurde die Beleuchtungsst\u00e4rke faktisch verdoppelt,            obwohl die meisten Mitarbeiter die k\u00fcnstliche Beleuchtung ihrer            Arbeitspl\u00e4tze eher f\u00fcr zu hell als zu dunkel halten. F\u00fcr            manche Arbeitspl\u00e4tze, z.B. f\u00fcr solche in Schaltwarten wurden            die Beleuchtungsst\u00e4rken verdoppelt, obwohl dort \u00fcblicherweise            viele Licht empfindliche aktive Anzeigen benutzt werden. F\u00fcr eine            lange Liste von Arbeitspl\u00e4tzen ergeben sich erhebliche Erh\u00f6hungen            f\u00fcr Beleuchtungsst\u00e4rken, ohne dass ein erkennbarer Grund hierf\u00fcr            vorliegt.<\/p>\n<p>Zwar kann man theoretisch eine Planung nach der Norm DIN EN 12464-1            so durchf\u00fchren, dass man die neuen h\u00f6here Werte nur in einem            begrenzten Bereich der Sehaufgabe vorsieht und damit mit der Energie            sparsam umgeht. In Deutschland soll man aber diese Bereiche auf alle            Fl\u00e4chen im Arbeitsraum ausdehnen, auf denen sich ein Mitarbeiter            aufhalten kann.<\/p>\n<p>Angesichts der Tatsache, dass etwa 40% der in B\u00fcroh\u00e4usern            verbrauchten elektrischen Energie f\u00fcr Beleuchtung aufgewendet wird,            scheint es bei der derzeitigen Situation der Umweltproblematik unsinnig,            nicht begr\u00fcndete (und vermutlich nicht begr\u00fcndbare) Erh\u00f6hungen            des Energieaufwands durch \u00c4nderungen in der Normung einf\u00fchren            zu wollen. Dass mindestens 20% allein durch eine verbale Umwidmung eines            Begriffs (!) herbeigef\u00fchrt werden sollen, stellt vermutlich einen            einmaligen Vorgang im Umgang mit dem Stand der Wissenschaft und Technik            dar, den die normierten Werte nach Meinung Vieler darstellen.<\/p>\n<p>Da man sich mittlerweile von den seit 1935 g\u00fcltigen G\u00fctemerkmalen            der Beleuchtung verabschiedet hat, wird k\u00fcnftig die Qualit\u00e4t            der Beleuchtung weitgehend an der Beleuchtungsst\u00e4rke gemessen werden.            Diese mit unbegr\u00fcndeten Ma\u00dfnahmen zu erh\u00f6hen in einer            Zeit, in der man die Energieeffizienz von Geb\u00e4uden zu einem Politikum            machen musste, kann sich bitter r\u00e4chen, weil man beiden Anforderungen            zusammen nur mit Leuchtensystemen gen\u00fcgen kann, die kaum jemand            akzeptieren wird.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\">Gesamtstudie \u00a0<a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/Beleuchtungsstaerke.pdf\">Basis der Festlegung von Beleuchtungsst\u00e4rkewerten in Beleuchtungsnormen<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: x-small;\">\u00a9 2006 Dr.-Ing.              Ahmet \u00c7akir<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Ahmet Cakir Kurzfassung In dieser Studie wurde die Entstehungsgeschichte der in Beleuchtungsnormen festgelegten Werte f\u00fcr Beleuchtungsst\u00e4rken untersucht. Diese Werte werden seit 1935 in diversen Normen festgelegt, z.B. in DIN-Normen in Deutschland oder in Regelwerken der IESNA in den USA. Anders <a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=225\"> Read more&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[96],"tags":[98,102,105,107,113,118,119],"class_list":["post-225","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-normative-festlegungen","tag-arbeit","tag-cen","tag-din-5035","tag-ges","tag-licht","tag-normen","tag-sehaufgabe"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/225","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=225"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/225\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":824,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/225\/revisions\/824"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=225"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=225"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=225"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}