{"id":1104,"date":"2014-02-28T22:36:44","date_gmt":"2014-02-28T20:36:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=1104"},"modified":"2014-02-28T22:45:01","modified_gmt":"2014-02-28T20:45:01","slug":"wie-viel-tageslicht-welcher-qualitat-brauchen-wir-in-gebauden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/?p=1104","title":{"rendered":"Wie viel Tageslicht welcher Qualit\u00e4t brauchen wir in Geb\u00e4uden?"},"content":{"rendered":"<h2>Autor<\/h2>\n<p><span style=\"text-align: center; font-size: 13px; font-weight: normal;\">Dr.-Ing. Ahmet E. Cakir<\/span><\/p>\n<h1><span style=\"text-align: center; font-size: 13px; font-weight: normal;\">Kurzfassung<\/span><\/h1>\n<p>Bereits der Titel des Beitrags, den der Veranstalter (FitLicht) vorgeschlagen hatte, enth\u00e4lt drei Worte, die einer Kl\u00e4rung bed\u00fcrfen. Das erste Wort, Tageslicht, scheint jedem gel\u00e4ufig zu sein. Das ist das Licht, das von der Sonne auf der Erde erzeugt wird. Doch in Verbindung mit dem Wort &#8222;Geb\u00e4ude&#8220; gewinnt das Wort &#8222;Tageslicht&#8220; eine neue Qualit\u00e4t &#8211; oder, besser gesagt, das Licht der Sonne verliert m\u00e4chtig an Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t, wenn es in ein Geb\u00e4ude kommt.<\/p>\n<p>Auch das Wort &#8222;Qualit\u00e4t&#8220; bedarf einer n\u00e4heren Betrachtung, obwohl es jedem ein Begriff zu sein scheint. Dummerweise sind es zwei Begriffe, von denen keiner falsch ist. Falsch indes handelt man, wenn man die Mehrdeutigkeit des Wortes unber\u00fccksichtigt l\u00e4sst. Noch falscher ist zudem, wenn Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t gleichgesetzt werden, was in der lichttechnischen Normung bis zur letzten Fassung der g\u00fcltigen Norm DIN EN 12464-1 der Fall ist. In dieser wird ausgesagt: &#8222;Gute Beleuchtung bedingt, dass zus\u00e4tzlich zu den geforderten Beleuchtungsst\u00e4rken quantitative und qualitative Anforderungen erf\u00fcllt werden.&#8220; (DIN EN 12464-1:2011-8)<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, dass eine quantitative Gr\u00f6\u00dfe, Beleuchtungsst\u00e4rke ohne Begr\u00fcndung gefordert wird, und weitere &#8222;Anforderungen&#8220; erf\u00fcllt werden sollen. Das w\u00e4re durchaus zul\u00e4ssig, wenn der Sinn der Forderung implizit gegeben w\u00e4re. Beispielsweise kann man bei K\u00fchlschr\u00e4nken ein gewisses Volumen fordern, ohne gleichzeitig angeben zu m\u00fcssen, dass das Ger\u00e4t in der Lage sein muss, die darin abgelegten Materialien angemessen zu k\u00fchlen. Dies ist zul\u00e4ssig, weil anderweitig feststeht, was ein K\u00fchlschrank k\u00f6nnen muss.<\/p>\n<p>Bei Beleuchtung gehen nicht nur Laien davon aus, dass die Forderung nach Beleuchtungsst\u00e4rken durch die Sehleistung begr\u00fcndet sei. Das ist ein ziemlich l\u00fcckenlos verbreiteter Irrtum, weil Sehleistung erstens nicht definiert ist, und zweitens seit etwa 50 Jahren bekannt ist, dass eine Forderung, die auf der Sehleistung basiert, nur zu geringen Beleuchtungsst\u00e4rken f\u00fchren kann. Die Basis der heute geforderten Beleuchtungsst\u00e4rkewerte ist das Erscheinungsbild von R\u00e4umen, aus dem man nach einem methodisch nicht haltbaren Verfahren diese Werte abgeleitet hat. Die Beleuchtungsst\u00e4rke in der horizontalen Ebene hat so gut wie nichts mit dem Erscheinungsbild von Arbeitsr\u00e4umen gemein. Dieses entsteht mittelbar durch die Eigenschaften der eingesetzten Technik bedingt weitgehend zuf\u00e4llig. Au\u00dfer dass ein Lichtplaner es gezielt erzeugt, wobei zu beachten ist, dass 95% der Arbeitsr\u00e4ume ohne zutun eines qualifizierter Lichtplaners beleuchtet werden.<\/p>\n<p>Die so auf abenteuerlichem Wege festgelegten Werte werden heute als Grundlage der Beurteilung von Tageslicht in Innenr\u00e4umen benutzt. Auch die den Festlegungen bez\u00fcglich der Energieeffizienz zugrundeliegenden Werte sind ohne Begr\u00fcndung. Kurz gesagt: Die Basis der Festlegungen in Beleuchtungsnormen ist methodisch mehr als fragw\u00fcrdig. (mehr unter: http:\/\/www.cyberlux.de\/deutsch\/articles\/planner\/gesetze\/cakir4\/Beleuchtungsstaerke.pdf Die Basis der Festlegung der (vorgeblich) wichtigsten Gr\u00f6\u00dfe ist nicht die Sehleistung, sondern das Erscheinungsbild von Umgebungen (in Modellversuchsr\u00e4umen). Das Resultat &#8211; die Horizontalbeleuchtungsst\u00e4rke &#8211; ist f\u00fcr die Beschreibung des Aussehens von Umgebungen weder geeignet noch angemessen. Als Basis f\u00fcr die Festlegung Tageslichtversorgung sind die Horizontalbeleuchtungsst\u00e4rkewerte f\u00fcr die k\u00fcnstliche Beleuchtung ungeeignet.<\/p>\n<p>Dieser Beitrag beschreibt, wie man den Qualit\u00e4tsbegriff auf die im Titel des Beitrags angegebene Zielsetzung anwenden kann. Danach ist Qualit\u00e4t die Eignung eines Betrachtungsgegenstands f\u00fcr den vorgesehenen (bzw. implizierten) Zweck. Kurz gefasst: Fit for purpose. F\u00fcr die Beleuchtung mit Tageslicht kommen nach Ansicht des Autors vier Ziele in Betracht:<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"letter-spacing: 0px;\">Bewusstes Sehen von Arbeitsobjekten<\/span><\/li>\n<li><span style=\"letter-spacing: 0px;\">Wohlf\u00fchlen mit Licht (anregende Umgebung)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"letter-spacing: 0px;\">\u201eCircadiane\u201c Wirkungen (Aktivieren mit Licht)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"letter-spacing: 0px;\">Sichtverbindung nach au\u00dfen<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"_mcePaste\" style=\"position: absolute; left: -10000px; top: 180px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;\">Gute Beleuchtung bedingt, dass zus\u00e4tzlich zu den<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\" style=\"position: absolute; left: -10000px; top: 180px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;\">geforderten Beleuchtungsst\u00e4rken quantitative und<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\" style=\"position: absolute; left: -10000px; top: 180px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;\">qualitative Anforderungen erf\u00fcllt werden. (DIN EN<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\" style=\"position: absolute; left: -10000px; top: 180px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;\">12464-1:2011-8)<\/div>\n<p>F\u00fcr jedes dieser Ziele kann man Anforderungen an die Quantit\u00e4t und besonders wichtige Qualit\u00e4tsmerkmale (Farbe, Spektrum, Blendung, thermische St\u00f6rungen) ableiten. Die Einzelheiten werden in den Folien des Autors dargelegt.<\/p>\n<p>Eine Schlussfolgerung des Beitrags ist, dass es gesundes Tageslicht im Innenraum nicht geben wird, weil die Verglasung lebenswichtige Teile des nat\u00fcrlichen Lichts wegfiltert, insbesondere UV. Dadurch hat in den Industriel\u00e4ndern ein erheblicher Teil der Bev\u00f6lkerung ein Vitamin D-Defizit bereits in den Sommermonaten. Dieser Mangel wird in der Literatur mit einer gro\u00dfen Zahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht, die bis in t\u00f6dliche Krebsarten reichen.<\/p>\n<p>Mit zunehmender Umsetzung der Vorstellungen zur Energieeffizienz von Geb\u00e4uden werden diesbez\u00fcgliche Probleme zunehmen.<\/p>\n<p><span style=\"text-align: center; font-size: 13px; font-weight: normal;\"><a href=\"http:\/\/www.lichtundgesundheit.de\/cyberlux\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Tageslicht_Menge_Qualit\u00e4t1.pdf\">Tageslicht_Menge_Qualit\u00e4t1<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor Dr.-Ing. Ahmet E. Cakir Kurzfassung Bereits der Titel des Beitrags, den der Veranstalter (FitLicht) vorgeschlagen hatte, enth\u00e4lt drei Worte, die einer Kl\u00e4rung bed\u00fcrfen. Das erste Wort, Tageslicht, scheint jedem gel\u00e4ufig zu sein. 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